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Wenn der Arzt nur Latein kann: Befunde übersetzen lassen

Wenn der Arzt nur Latein kann. Befunde übersetzen lassen

Eine private Krankenversicherung bietet Patienten den vollen Leistungskatalog. Damit nicht nur medizinisch die Qualität am höchsten ist, müssen Ärzte und Patienten sich einander verstehen können. Im Internet können seit 2011 Patienten ihre Befunde und andere Dokumente von Ärzten und Studenten übersetzen lassen.


Zur bestmöglichen Behandlung gehört Behandlung auf Augenhöhe

Wer sich für eine private Krankenversicherung entscheidet, setzt großen Wert auf die bestmögliche Behandlung. Dazu gehört auch, dass man gemeinsam mit seinem Arzt über jeden Schritt einer Therapie oder eine OP sprechen kann und informiert wird. Zumal jeder Patient das Recht auf Einsicht in die Befunde hat. Doch dieses Recht wahrzunehmen nur dann zur Aufklärung führen, wenn man das Geschriebene auch versteht.

Früher waren Patienten auf die Hilfe eines Mediziners angewiesen, um ihre eigenen Befunde nachvollziehen zu können. Oder es musste das Ärztelatein Wort für Wort mit einem Nachschlagewerk übersetzt werden. Dabei kann es leicht zu Fehlern und Missverständnissen kommen. Mittlerweile gibt es auch hierfür einfach zu bedienende Online-Angebote, mit denen man sich von Fachleuten helfen lassen kann. Eines davon ist die Plattform washabich.ch.


„Was hab‘ ich?“: Übersetzungsdienst Arzt – Deutsch

Das gemeinnützige Projekt Was hab‘ ich? engagiert sich seit etwas mehr als 5 Jahren für den aufgeklärten Patienten. Zahlreiche Auszeichnungen belohnten die ehrenamtliche Arbeit. Das Netzwerk aus Medizinstudenten und Ärzten erstreckt sich über zahlreiche Hochschul-Standorte in Deutschland und der Schweiz.

Aktuellen Zahlen zufolge konnten mittlerweile über 32.000 Dokumente für Patienten übersetzt werden. Parallel wurden rund 1.600 Mediziner durch das Projekt in verständlicher Kommunikation geschult. (Faktenblatt)


Patienten aufklären und nicht verunsichern

Damit Patienten in Zukunft besser in den Therapieverlauf einbezogen werden können, müssen sie zwangsläufig über Diagnose, mögliche Behandlungen und abschließende Befunde Bescheid wissen. (Private Krankenversicherung und alternative Heilmethoden) Denn wer nachvollziehen kann, warum ihm eine Therapie verschrieben wird, ist am Ende eher bereit, sich an den Behandlungsplan zu halten. Je komplexer manche Heilmethoden werden, desto wichtig wird es für den Behandlungserfolg sein, dass Patienten ihren Ärzten vertrauen.

Auf Seiten der Mediziner wurde es in der Vergangenheit mit der Fülle an Information im Internet zum Problem, wenn Patienten sich über Online-Plattformen und in Diskussionsforen schlau machen wollten. Und selbst offizielle Nachschlagewerke für Krankheitsbilder können besorgte und unsichere Patienten zu echten Hypochondern werden lassen. Ärztliche Befunde voller Fachbegriffe können eine ähnliche Wirkung haben.


Auch für PKV-Patienten von Vorteil

PKV-Patienten haben Zugang zu einem größeren Leistungskatalog als Mitglieder einer gesetzlichen Krankenversicherung. (Private Krankenversicherung – die Leistungen) Diesen Vorteil nutzen Privatversicherte und scheuen vor einem Arztbesuch weniger zurück. Wenn man sich über die Kosten einer Behandlung durch den Facharzt weniger Sorgen machen muss, lässt man sich gerne mal direkt vom Spezialisten untersuchen.

Doch gerade im Umgang mit spezialisierten Medizinern kann es für Patienten zum Problem werden, wenn ihr Gegenüber wenig Verständliches und viel Ärztelatein spricht. Spätestens der Befund nach einer Chefarztbehandlung dürfte den meisten Patienten mit privater Krankenversicherung Rätsel aufgeben. (Private Krankenversicherung sinnvoll oder nicht?)


Patienten im virtuellen Wartezimmer

Die Übersetzung bekommt man von washabich.ch ganz einfach. Seine Dokumente kann man in Auszügen oder vollständig einscannen und als Datei hochladen. Alternativ ist auch ein Fax möglich. Danach müssen sich die Patienten allerdings ein wenig gedulden. Auf die freiwilligen Dolmetscher kommen so viele Anfragen jeden Tag, dass jeder in einem virtuelles Wartezimmer gespeichert wird.

Wenn es nur um konkrete Fachbegriffe geht, so bietet der Service in Zusammenarbeit mit der Bertelsmann Stiftung einen elektronischen Befunddolmetscher für schnelle Auskünfte an. Sobald man aber einmal „aufgerufen“ wurde, kann man nach ein bis zwei Tagen schon mit seiner Übersetzung rechnen.


Medizinstudenten auf Arztsein vorbereiten

Während ihres Medizinstudiums eigenen sich angehende Ärzte eine Unmenge an Fachwissen an. Vieles davon ist neben der Behandlung von Kranken auch für die Arbeit mit anderen Ärzten gedacht. Doch Wissenschaftssprache ist oft denkbar ungeeignet, um außerhalb des Fachkreises das Gelernte vermitteln zu können.

Die positive Wirkung von Projekten wie Was hab’ ich? ist für die Studenten wie für Ärzte vor allem der Kontakt zur „normalen“ Bevölkerung. Für die Heilkunst gilt wie für jedes Fachgebiet: Man hat etwas dann wirklich verstanden, wenn man es einem Laien gut erklären kann. Nur bleibt in den vollgeladenen Lehrplänen an den medizinischen Fakultäten kein Raum mehr, um das Arztsein – also den Umgang mit dem Patienten – zu üben.

Achtung Datenschutz: Befunde selbst anonymisieren

Befunde, die über washabich.ch verständlich gemacht werden sollen, müssen unbedingt von persönliche Daten bereinigt werden. Nur so ist gewährleistet, dass auch auf dem Weg vom Nutzer zum Service und zurück keine Informationen zur Person übertragen werden.

Inselspital Bern: Nachvollziehbare Befunde helfen der Gesundung

Gegenüber der Neuen Züricher Zeitung erklärte der Ansprechpartner für die Plattform, Dr. Pfahler vom Inselspital Bern, dass aufgeklärte Patienten eher gesunden. Werden Betroffene nicht im Dunkeln gelassen, sind sie eher bereit, an einer Therapie teilzunehmen. So schreibt die NZZ: „Die Übersetzung hilft nicht nur dem Patienten, sondern auch dem behandelnden Arzt. Er sagt, ein gut informierter Patient habe eine bessere Aussicht auf Genesung: «Versteht der Patient, warum er Tabletten braucht, wird er sie auch eher einnehmen.»“ (NZZ vom 11.05.2017)

Die „Was hab‘ ich?“ gemeinnützige GmbH mit Sitz in Dresden arbeitet mit über einem Dutzend Partnern zusammen. Darunter sowohl Krankenversicherungen wie auch Interessenvertretungen der Ärzteschaft. Ein wichtiger Kooperationspartner ist dabei die Inselgruppe, dem größten Vollversorgungssystem der Schweiz. Das Projekt finanziert sich aus Spenden sogenannter Gönner.

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