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PKV-Beitragssteigerung: Wissen, wo es 2018 teurer wird

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PKV-Beitragssteigerung - Was wird 2018 teurer

Verbraucher müssen sich auf höhere Kosten für ihre private Krankenversicherung einstellen. Dabei zeigen sich im Detail mitunter erhebliche Unterschiede. Bei manchen Versicherern wird die PKV teurer, andere senken sogar die Beiträge für manche Tarifvarianten. In welche Richtung sich die Preise verändern, ist somit nicht immer klar. Zur Vorbereitung auf den Jahreswechsel sollte man sich deshalb möglichst genau informieren.


Kommende Beitragsanpassungen sind bereits einsehbar

Mit der Provinzial hat sich gestern nun ein weiter Anbieter privater Krankenversicherungen mit Beitragsanpassungen gemeldet. Die Provinzial wird im Durchschnitt ihre Beiträge nur um weniger als 1 Prozent anheben. Zuvor hatten die Alte Oldenburger (+ 3,9 Prozent) und die INTER (+ 5 Prozent) ihre Anpassungen für Neukunden bekannt gegeben. Wer sich für den Beitritt in eine private Krankenkasse interessiert, findet nur bei wenigen Versicherern eine Vergünstigung der Beiträge.

Einzelne Gesellschaften haben dagegen nur geringfügige durchschnittliche Preissteigerungen angekündigt. Vereinzelt sind sogar bemerkenswerte Beitragssenkungen geplant. Unter den Testsiegern des jüngsten Ratings aus dem Hause softfair finden sich jedoch ausschließlich Anbieter, die insgesamt ihre Beiträge zum 01.01.2018 erhöhen werden.


Mehrheit der Anbieter erhöht Beiträge

Neukunden und Versicherte müssen sich bei mehreren privaten Krankenkassen auf Beitragserhöhungen einstellen. In erster Linie steckt dahinter ein Ausgleich der unternehmensinternen Bilanz. Wenn die diversen Ausgaben mittelfristig die Einnahmen übersteigen, müssen die Beiträge angepasst werden. Aber neben den Einnahmen aus den Beitragszahlungen sind auch am Kapitalmarkt tätig, um dort beispielsweise die Altersrückstellungen ihrer Mitglieder zinsbringend anzulegen.

Ein häufig unbeachteter Grund spielt ebenso eine Rolle. Denn was viele Versicherte nicht wissen: Es gibt festgelegte Grenzwerte, die jedem Versicherer generell vorschreiben, wann Beiträge erhöht werden. Somit unterliegen auch die Privatversicherer einem Zwang zur Anpassung. Solange die interne Bilanz eine Beitragsanpassung von unter 5 Prozent verlangen würde, darf kein Versicherer die Prämie anheben. Ab 5 Prozent ist es allgemein gestattet. Doch wenn der Unterschied aus Ertrag und Verlust 10 Prozent oder mehr beträgt, muss eine Beitragsanpassung vollzogen werden.

Regeln der Beitragsanpassung

  • Differenz < 5 %: Keine Anhebung erlaubt!
  • Differenz >= 5 %: Anhebung erlaubt (KANN-Regelung)
  • Differenz >= 10 %: Beiträge müssen angehoben werden

Experten-Tipp:

Beitragsanpassungen von 10 oder gar 30 Prozent kommen für die Versicherten zunächst überraschend. Doch dahinter verbirgt sich in der Regel das Nachholen von anstehenden Anpassungen der Vergangenheit. Solange ein Versicherer nur eine Erhöhung von weniger als 5 Prozent durchführen könnte, ist ihm die Anhebung der Beiträge untersagt. Das kann sich für einige Jahre hinziehen, bis auf einmal die Marke von 10 Prozent oder mehr erreicht wird. Dann wird auf einen Schlag nachgeholt, was zuvor vom Versicherer verkraftet werden musste.

Zahlen zur Finanzlage der privaten Krankenversicherungen

Folgt man den Angaben des Verbands der privaten Krankenversicherung (PKV), dann konnten die Mitgliedsunternehmen insgesamt eine positive Bilanz aus Einnahmen und Ausgaben von rund 9,7 Milliarden Euro zum 01.01.2017 verbuchen. Der Blick auf die Altersrückstellungen zeigt, dass hier in ganz anderer Dimension gewirtschaftet wird. Den fast 35 Milliarden Euro Beitragseinnahmen in der privaten Krankenversicherung stehen rund 190 Milliarden Euro Altersrückstellungen gegenüber.

Daran wird deutlich, wie dringend die privaten Versicherer auf ein gutes Geschäft am Kapitalmarkt angewiesen sind, um für die Zukunft ihrer Mitglieder vorsorgen zu können. Das macht die Unternehmen jedoch entsprechend anfällig für Schwankungen und Phasen niedriger Zinsen. Und in einer solchen Phase steckte die Finanzwirtschaft insgesamt in den letzten Jahren. Hierin kann demnach ein weiterer Auslöser für die erforderlichen Beitragserhöhungen liegen, die mit 2018 auf Privatversicherte zukommen werden.


BaP-Guide: Mehr Informationen für Verbraucher

Einen kleinen Blick auf das, in Sachen Beitragsanpassungen bevorsteht, erlaubt der „BaP-Guide“. Der Rechner bietet in der kostenlosen Basis-Version Zugriff auf die bereits bekannten Beitragsänderungen von privaten Krankenversicherungen. Dargestellt werden jedoch ausschließlich die Werte für das Neugeschäft. Frei zugänglich sind außerdem nur prozentuale Durchschnittswerte.

Verbraucher mit Interesse an einer PKV können sich auf diesem Weg die Beitragsänderungen aufschlüsseln lassen. Angezeigt wird die Stärke der Veränderungen sowie die prozentuale Abweichung zu den bisherigen Kosten. Daraus lässt sich ablesen, ob eine Vollversicherung für Kinder oder ein Krankentagegeld für Erwachsene günstiger oder teurer wird. Alle verzeichneten Änderungen fließen in einen durchschnittlichen Gesamtwert ein.


Wenn PKV-Beiträge zu teuer werden

Es kann jeden mit privater Krankenversicherung widerfahren, dass die private Absicherung nicht mehr die richtige für die eigenen Lebensverhältnisse ist. Wenn die Beiträge zu sehr ansteigen, kann die PKV zur finanziellen Belastung werden. Was man dann auf keinen Fall tun sollte, ist die Einstellung der weiteren Zahlungen. Das schafft nur eine Verschuldung beim Versicherer.

Es gibt verschiedene Lösungen für den Fall, dass die Beiträge zur PKV auf lange Sicht zu teuer werden. Die naheliegendste Möglichkeit ist der Wechsel zu einem Anbieter, dessen Beiträge vielleicht sogar gesenkt worden sind. Ein aktuelles Beispiel wäre die Continentale. Dort ist für den 01.01.2018 eine durchschnittliche Absenkung von rund 14 Prozent vorgesehen. Die Rückkehr aus der PKV in die gesetzliche Krankenversicherung ist dagegen deutlich schwieriger und mit einigen Hürden verbunden.

Infografik Die Deutschen und die private Krankenversicherung

Gefangen in der PKV?

Gemeinsam mit einem unabhängigen Versicherungsprofi sollte man die Wechselmöglichkeiten ausloten, um die regelmäßigen Beiträge zur privaten Krankenversicherung zu reduzieren. Das ist die beste Chance, einer finanziellen Überforderung zu entgehen. Ohne einen realistischen Weg raus aus der PKV bleibt Versicherten dann noch der Wechsel auf den Basis- oder Nottarif. Wird es finanziell einmal eng, kann ein PKV-Vertrag auf das Niveau der gesetzlichen Krankenversicherung gestuft werden. Damit zahlt man geringere Beiträge, erhält aber nur noch die Kassenleistungen.

Gerade Versicherte, die älter als 55 Jahre sind, werden nur wenig Optionen haben, anderweitig die Kosten ihrer privaten Krankenversicherung zu vermeiden. Wer das Gefühl hat, in der PKV gefangen zu sein, sollte sich über alle Möglichkeiten beraten lassen. Oftmals finden Versicherungsexperten noch Auswege aus brenzligen Situationen, ohne dass Kunden sich beim Versicherer verschulden müssen.


Fazit

An Beitragserhöhungen hat man sich bereits gewöhnt. So ist es auch im Bereich der privaten Krankenversicherung. Von höheren Beiträgen sind auch gesetzlich Versicherte mit privater Zusatzversicherung betroffen. Doch auch wenn sich allgemein die Kosten erhöhen, gibt es einzelne private Krankenversicherungen, die Tarife zum neuen Jahr günstiger anbieten. Ein Vergleich aktueller Tarife lohnt sich deshalb, obwohl der Trend vielleicht nach Beitragssteigerung aussieht.

Werkzeuge wie der BaP-Guide ermöglichen es Verbrauchern, zumindest grundlegende Auskünfte über bevorstehende Beitragsanpassungen in der PKV zu bekommen. Viel zu oft erfahren Versicherte erst zum Jahresende von ihrem Anbieter, ob es für sie teurer wird. Extreme Erhöhungen bleiben dabei jedoch zum Glück die Ausnahme. Von den derzeit verfügbaren Daten lässt sich sagen, dass der durchschnittliche Anstieg zwischen 2 und 8 Prozent liegt. Eine Verteuerung um 30 oder mehr Prozent von einem Jahr auf das nächste sind eine echte Ausnahme.

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