Alkoholismus und Alkoholentzug

Mehr als sieben Prozent der gesundheitlichen Störungen und vorzeitigen Todesfälle in Deutschland sind auf Alkoholmissbrauch zurückzuführen. Unter den Ursachen für einen vorzeitigen Tod liegt Alkohol auf Platz 3. Um die eigene Alkoholsucht in den Griff zu bekommen, muss man Hilfe von Experten in Anspruch nehmen, denn Alkoholismus ist eine ernstzunehmende Krankheit. Unterstützung erhalten Sie dabei von ihrer privaten Krankenversicherung – die meisten Behandlungen werden bezahlt.

Alkoholismus: Ein umstrittener Begriff

Über die Definition von Alkoholismus bzw. die Merkmale, die einen Süchtigen als solchen ausmachen, sind sich Experten noch immer nicht einig. In den letzten Jahrzehnten haben immer wieder unterschiedliche Ansätze Eingang in die Fachliteratur gefunden. Eine Alkoholsucht ist nicht einfach zu erkennen, allerdings gibt es einige Kriterien, deren Erfüllung einen Hinweis auf diese Krankheit liefern:

  • Starkes Verlangen Alkohol zu konsumieren
  • Die Menge des Alkoholkonsums kann nicht mehr eingegrenzt werden
  • Körperliche Entzugserscheinungen bei Konsumstopp
  • Anstieg der Alkoholtoleranz
  • Gedanken gelten hauptsächlich dem Thema Alkohol
  • Anhaltender Konsum trotz gesundheitlicher Probleme

Gründe für Alkoholismus

Für die Entstehung einer Alkoholsucht können unterschiedliche Faktoren ausschlaggebend sein. Nicht jeder Mensch wird aus den denselben Gründen süchtig. Meistens kommen außerdem mehrere Faktoren zusammen, die den Ausbruch der Krankheit bedingen. Zum Einen ist es hierzulande leicht, an Alkohol zu gelangen, denn es ist ein allgemein anerkanntes Genussmittel. Dazu können dann unterschiedliche Traumata oder andere Faktoren wie Alkoholiker-Eltern kommen, wodurch der schleichende Prozess des Alkoholismus in Gang gesetzt wird. Manche Alkoholkranken sind langsam in die Sucht hineingerutscht. Was zunächst als allwöchentliches Trinken unter Freunden anfängt, kann bei manchem schnell ausarten. Viele Menschen sind süchtig, weil sie den Alkohol als Glücksdroge verwenden. Denn Alkohol erhöht die Freisetzung von Dopamin, wodurch Glücksgefühle erzeugt werden. Wer öfter Alkohol trinkt, wird unempfindlicher gegen dieses Glücksgefühl und braucht dementsprechend mehr davon. Wird weniger oder gar kein Alkohol getrunken, entsteht schließlich ein Verlangen, dass auch als „Craving“ bezeichnet wird.

Welche Kosten übernimmt die private Krankenversicherung?

Da Alkoholismus eine anerkannte Krankheit ist, wird der Entzug grundsätzlich von den gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen übernommen. Allerdings sind die Zahlungen der gesetzlichen Krankenversicherung auf bestimmte Behandlungsmethoden beschränkt. Wenn beispielsweise eine Langzeittherapie in Anspruch genommen werden muss, oder wenn nach einer stationären Behandlung noch ambulante Anschlussbehandlungen erfolgen, muss die Bezahlung bei gesetzlich Versicherten erst beim Rentenversicherungsträger beantragt werden. Denn die GKV übernimmt diese Zahlungen nicht. Die meisten privaten Krankenversicherungen übernehmen hingegen diese Zahlungen, außerdem hat der privat versicherte Patient die Möglichkeit, sich in einer Privatklinik behandeln zu lassen. Welche private Krankenversicherung die besten Leistungen in diesem Zusammenhang bietet, kann man leicht durch den Vergleich von aktuellen Testergebnissen feststellen (Private Krankenversicherung Test).

Folgen von Alkoholismus

Die Folgen von übermäßigem Alkoholkonsum sind vielfältig und individuell verschieden. Es gibt allerdings einige Symptome, die besonders häufig bei Alkoholkranken auftreten, dazu zählen insbesondere:

  • Vergrößerung der Leber (Fettleber)
  • Leberzirrhose
  • Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)
  • Diabetes mellitus
  • Gicht
  • Bluthochdruck
  • Herzmuskelerkrankungen
  • Gastritis (Magenschleimhautentzündung)
  • Speiseröhrenkrebs, Kehlkopfkrebs
  • Neuropsychologische Schwächen (Gedächtnislücken, Konzentrationsschwäche, Halluzinationen etc.)
  • Depressionen

Alkoholkrank oder Gelegenheitstrinker? Alkoholismus erkennen

Experten entscheiden anhand bestimmter Kriterien, ob der zu behandelnde Patient ein ungesundes Verhältnis zu Alkohol hat oder ob es sich um eine Sucht handelt. Wenn der Verdacht auf eine Sucht besteht, stellt der zu behandelnde Arzt zunächst einige Fragen, die der Patient beantworten muss. Die Fragen werden in etwa folgendermaßen formuliert:

  • Wie viel Alkohol trinken Sie in der Woche
  • Denken Sie oft an Alkohol?
  • Haben Sie häufig das Bedürfnis Alkohol zu trinken?
  • Haben Sie schonmal versucht Ihren Alkoholkonsum zu reduzieren?
  • Wie wirkt sich Alkoholkonsum aus?

Auf Alkohol- und Suchtklausel in den PKV-Tarifen achten

Alkoholiker können Schwierigkeiten bekommen, wenn eine sogenannte Alkohol- oder Suchtklausel in ihrem PKV-Vertrag integriert ist. Diese sieht vor, dass Unfälle oder Krankheiten, die durch Alkoholeinfluss entstanden, nicht im Versicherungsumfang enthalten sind. Häufig wird diese Klausel im Bereich des Krankentagegeldes zur Anwendung gebracht. Neuere Verträge verzichten meist auf diese Regelung, allerdings sollte vor Vertragsabschluss geprüft werden, ob diese Klausel vom Versicherer tatsächlich ausgeschlossen wurde. Einige Versicherer haben in ihren Bedingungen Suchtklauseln integriert, mit denen zwar die Behandlungen von direkten Krankheits- oder Unfallfolgen einer Alkoholsucht bezahlt werden, allerdings schließen diese meist die Kostenübernahme von Entziehungskuren und Entziehungsmaßnahmen aus. Durch einen Vergleich der privaten Krankenversicherungen kann man sich vor Abschluss erkundigen, ob die Versicherung eine Alkohol- bzw. Suchtklausel ausschließt.

Die verschiedenen Typen der Alkoholsucht

Der Alpha-Typ

Bei dem Alpha-Typen soll der Alkohol dabei helfen, psychische Probleme, wie innere Spannungen und und Stresssituationen zu bewältigen. Je höher das Stresslevel, desto mehr Alkohol muss konsumiert werden. Bei diesem Typen besteht eine psychische, aber noch keine körperliche Abhängigkeit, weshalb eine Behandlung hohe Chancen auf Erfolg hat.

Der Beta-Typ

Der Beta-Typ ist ein typischer Gelegenheitstrinker. Er bleibt im Alltag unauffällig, da er nur zu sozialen Anlässen trinkt. Durch den häufigen Alkoholkonsum entstehen jedoch ernsthafte Gesundheitsprobleme.

Der Gamma-Typ

So bezeichnet man Rauschtrinker, die nach immer wiederkehrenden langen abstinenten Phasen keine Kontrolle über die Alkoholzufuhr haben. Selbst wenn der Körper eindeutige Signale gibt, kann die betreffende Person nicht aufhören weiterzubringen, bis hin zum völligen Kontrollverlust. Die Schwierigkeit bei dieser Art von Alkoholiker ist, dass sie sich in der Regel sicher sind, keine Alkoholiker zu sein.

Der Delta-Typ

Dieser Typ wird auch als sogenannter „Spiegeltrinker“ bezeichnet. Er bleibt sozial unauffällig, daher ist für die Umwelt nicht erkennbar, dass er Alkoholiker ist. Er ist allerdings stark körperlich abhängig und muss ständig Alkohol zu sich nehmen, um Entzugserscheinungen zu vermeiden.

Der Epsilon-Typ

Der Epsilon-Typ trinkt in unterschiedlich langen Intervallen eine zeitlang gar nichts und dann wieder tagelang eine große Menge an Alkohol. Die Trinkphasen sind durch erheblichen Kontrollverlust gekennzeichnet, in denen sie immer wieder Erinnerungslücken haben. Auch wenn sie in langen Abständen nichts trinken, sind Epsilon-Trinker Alkoholkrank.

Ein typischer Irrtum in Bezug auf die Kosten

„Wer oft krank wird, muss einen höheren Beitrag zahlen.“

Das stimmt nicht.
Die PKV übernimmt die Kosten für Krankheiten, die erstmals nach Vertragsbeginn diagnostiziert werden. Die Beiträge ändern sich nicht.

Alkoholentzug und Therapie – Behandlungsweisen von Alkoholismus

Alkoholismus sollte möglichst früh behandelt werden, denn dann sind die Chancen auf eine Heilung entsprechend höher. Als erster Schritt sollte der Hausarzt bzw. ein Allgemeinmediziner aufgesucht werden. Dieser hilft dem Patienten dabei, die nächsten Behandlungsmöglichkeiten zu besprechen. Statt an den Hausarzt, kann sich der Alkoholkranke auch an Stiftungen oder Beratungsstellen wenden, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen. Da Alkohol sowohl körperlich als auch psychisch abhängig macht, empfiehlt sich in der Regel sowohl eine ärztliche Behandlung als auch eine Psychotherapie. Auf den körperlichen Entzug (Entgiftung) folgt eine Entwöhnungstherapie, die entweder ambulant oder stationär durchgeführt werden kann. Bei einer ambulanten Behandlung kann das bisherige Leben weitestgehend normal weitergeführt werden, allerdings verlangt es vom Patienten anfangs viel Kraft, den Alltag ohne Alkohol zu meistern. Anders sieht es bei der stationären Therapie aus, hier wird der Patient in einem völlig neuen Umfeld behandelt. Welche Art der Behandlung die richtige für den Alkoholkranken ist, sollte möglichst zusammen mit den behandelnden Ärzten entschieden werden.

Fazit: Alkoholismus möglichst früh behandeln

Je früher eine Alkoholsucht behandelt wird, desto höher sind die Erfolgschancen. Doch egal in welchem Stadium des Alkoholismus man sich befindet, Hilfe zu holen ist immer ein erster wichtiger Schritt bei der Bekämpfung der Sucht. Sowohl die private als auch die gesetzliche Krankenversicherung leisten hierbei einen wichtigen Beitrag auf dem Weg der Genesung. Wer privat versichert ist, kann dabei von besonderen Leistungen, wie der Unterbringung in einer privaten Suchtklinik profitieren. Allerdings sollte der Privatversicherte darauf achten, dass der Vertrag einen Verzicht auf die Alkoholklausel vorsieht.

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