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Arbeitgeberzuschuss in der privaten Krankenversicherung

Arbeitgeberzuschuss in der privaten Krankenversicherung - inklusive Beispiel-Rechnung für 2019
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Genau wie gesetzlich Krankenversicherte haben auch privat Versicherte einen Anspruch auf einen steuerfreien Zuschuss zur Kranken- und Pflegeversicherung durch ihren Arbeitgeber. In der Regel ist er genauso hoch wie der Anteil des Arbeitgebers an der gesetzlichen Krankenversicherung, Voraussetzung ist, dass eine private Vollversicherung vorliegt. Der Arbeitgeberzuschuss wird im Sozialgesetzbuch geregelt.

Anteil des Arbeitgebers kann variieren

Der Zuschuss durch den Arbeitgeber ist auf 50 Prozent des Gesamtbetrags begrenzt. In der Regel beträgt der Zuschuss auch genau die Hälfte der Prämie. Es kommt allerdings auf die äußeren Umstände an, zum Beispiel darauf, ob der Versicherte Kinder hat oder verheiratet ist. Wenn der Beitrag zur private Krankenversicherung höher ist, kann es natürlich sein, dass der Zuschuss sehr viel geringer ist, als die Hälfte des Beitrags. Alle Arbeitnehmer, die beitragsfrei in der PKV versichert sind, bekommen vom Arbeitgeber einen Beitragszuschuss zu ihrer privaten Kranken- und Pflegeversicherung.


Höhe des Arbeitgeberzuschusses

Wie viel der Arbeitgeber zum PKV-Beitrag des Arbeitnehmers beisteuert, wird jedes Jahr neu berechnet. Dabei beeinflussen verschiedene Faktoren die Höhe des Zuschusses, zum Beispiel die Beitragsbemessungsgrenze und die Höhe des gesetzlichen Krankenkassenbeitrags, denn der Zuschuss des Arbeitgebers zur PKV ist begrenzt auf den Arbeitgeberanteil aus der GKV.

Junge Arbeitnehmer, die keine Kinder haben, bekommen meist die Hälfte des Beitrags als Zuschuss von ihrem Arbeitgeber bezahlt.


Voraussetzungen zum Arbeitgeberzuschuss

Der Arbeitgeberzuschuss zur privaten Krankenversicherung wird nur unter bestimmten Voraussetzungen gezahlt, die im Sozialgesetzbuch festgehalten sind. Zum einen muss der Vertrag Leistungen enthalten, die mit den Leistungen des SGB V entsprechen. Außerdem muss es sich um eine substitutive Versicherung handeln, also eine Versicherung, bei der der Versicherer auf sein ordentliches Kündigungsrecht verzichtet. Folgende Bedingungen müssen außerdem erfüllt sein:

  • Die Beiträge müssen nach versicherungsmathematischen Grundsätzen errechnet werden
  • Für jeden Erwachsenen muss eine Altersrückstellung gebildet werden
  • Tarifwechselrecht bei Mitnahme der Altersrückstellungen

Auch der Beitrag für das Krankentagegeld in der PKV fließt in die Berechnung des Arbeitgeberzuschusses ein. Ebenso ist die private Pflegepflichtversicherung arbeitgeberzuschussfähig.  Beschäftigte können somit unter Umständen noch einen höheren Zuschuss zur PKV erhalten.


Anteil des Arbeitgeberzuschusses – Rechenbeispiel

  • Der Arbeitnehmer ist privat versichert und hat ein Bruttogehalt von 4.800,00 €
  • Die Beitragsbemessungsgrenze in der privaten Krankenversicherung liegt 2019 bei 4.537,50 €
  • 7,3 % ist der Arbeitgeberanteil des für 2019 festgelegten allgemeinen Beitragssatzes + die Hälfte der Zusatzbeitrages (Ab 2019 wird der Krankenversicherungsbeitrag paritätisch auf Arbeitnehmer und Arbeitgeber verteilt. Das heißt, der Arbeitgeber zahlt auch die Hälfte des kassenindividuellen Zusatzbeitrages.)
  • Der Beitragssatz für 2019 in der Pflegeversicherung liegt bei 3,05 % (mit Elterneigenschaft) und 3,3 % (ohne Elterneigenschaft)
  • Der AG-Anteil beträgt 1,525 %, bzw. 1,025 % in Sachsen
  • Der Arbeitnehmer zahlt monatlich 500,00 Euro für seine private Krankenversicherung
  • Für die private Pflegeversicherung zahlt er 73,20 Euro

Zur privaten Krankenversicherung zahlt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer im Jahr 2019 einen maximalen Zuschuss von 351,66 Euro (7,75 % von 4.537,50 €). Die Hälfte des PKV-Beitrags von 500,00 Euro sind insgesamt 250,00 Euro, die der Arbeitgeber als Zuschuss leistet.

Der AG-Zuschuss setzt sich aus der aktuellen Beitragsbemessungsgrenze, dem allgemeinen Beitragssatz der gesetzlichen Krankenversicherung und dem durchschnittlichen Zusatzbeitrag der gesetzlichen Krankenkassen zusammen. Dieser liegt 2019 bei 0,9. 


Die neuen Bemessungsgrenzen im Vergleich zum Vorjahr

BemessungsgrenzeBruttolohn 2018Bruttolohn 2019
Versicherungspflichtgrenze59.400 Euro60.750 Euro
Beitragsbemessungsgrenze53.100 Euro54.450 Euro

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Höchstzuschüsse im Jahr 2019

Der Arbeitgeber zahlt im Jahr 2019 seinem privat krankenversicherten Arbeitnehmer maximal einen Zuschuss von 351,66 Euro. Das gilt für alle PKV-Versicherte, die in der gesetzlichen Krankenversicherung Anspruch auf Krankengeld hätten. Für PKV-Versicherte, die in der gesetzlichen Krankenversicherung keinen Anspruch auf Krankengeld hätten, beträgt der maximale Arbeitgeberzuschuss 309,75 Euro.

Arbeitgeberzuschuss für Familienangehörige in der PKV

Der Arbeitgeberzuschuss zum PKV-Beitrag wird nicht nur für den Arbeitnehmer gezahlt, sondern er berücksichtigt auch Angehörige wie Ehepartner oder Kinder (PKV für Kinder). Allerdings zahlt der Arbeitgeber nur Zuschüsse bis zu einer Höchstgrenze, die sich am Zuschuss zum gesetzlichen Krankenkassenbeitrag orientieren.

Beispielrechnung Arbeitgeber-Zuschuss für Familienangehörige

Monatliche PKV-Beitragshöhe: 570 Euro
Beitragshöhe zur Pflegeversicherung: 40 Euro

Höhe des Arbeitgeberzuschusses für die PKV: 285 Euro
Höhe des Arbeitgeberzuschusses für die Pflegeversicherung: 20 Euro

Da in diesem Fall der Arbeitgeberzuschuss noch nicht voll ausgeschöpft ist, kann noch ein Teil des Zuschusses für mitversicherte Familienangehörige aufgewendet werden.

Der Restzuschuss für die PKV beträgt dabei 66,66 Euro
Der Restzuschuss für die Pflege beträgt 49,20 Euro


Arbeitgeberzuschuss für Rentner

Für Rentner fällt der Arbeitgeberzuschuss zur PKV weg. Allerdings können Angestellte, die in Rente gehen einen Anspruch auf Beitragszuschuss durch die gesetzliche Rentenversicherung geltend machen. Rentner können sich per Antrag die Beiträge zur privaten Krankenversicherung zu maximal 50 Prozent des monatlichen Beitragssatzes der Kasse der Rentner (KVdR) bezuschusst.

Vorsorgepauschale in der PKV

Mit dem Bürgerentlastungsgesetz aus dem Jahr 2010 wurde beschlossen, dass Beiträge zur gesetzlichen und privaten Krankenversicherung, die das gesetzliche Leistungsniveau absichern, steuerlich berücksichtigt werden. Die steuerliche Abzugsfähigkeit von Beiträgen zur privaten Krankenversicherung wurde dadurch enorm verbessert (Private Krankenversicherung steuerlich absetzbar?). Der Arbeitnehmer muss dem Arbeitgeber eine Bescheinigung über die Vorsorgeaufwendungen zur privaten Krankenversicherung vorlegen.

Was passiert mit dem Arbeitgeberzuschuss bei Krankheit?

Wenn der Arbeitnehmer länger krank ist, als die gesetzliche Lohnfortzahlungspflicht des Arbeitgebers gilt, hat der Arbeitnehmer keinen Anspruch mehr auf einen Zuschuss durch den Arbeitgeber. Der Anspruch tritt erst dann wieder in Kraft, wenn der Arbeitnehmer wieder gesund ist und seiner Arbeit wieder nachgehen kann. Auch in der Zeit des Mutterschafts- und Erziehungsurlaubs entfällt der Anspruch auf einen Arbeitgeberzuschuss.

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