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Beitragsbemessungsgrenze

Aktuelle Werte für die Beitragsbemessungsgrenzen 2019 auf einen Blick
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Der Begriff der Beitragsbemessungsgrenze stammt eigentlich aus der Sozialversicherung. Er gibt an, bis zu welcher Höhe das sozialversicherungspflichtige Entgelt zur Berechnung von Versicherungsbeiträgen zur Kranken- Pflege-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung herangezogen wird. Aus der Beitragsbemessungsgrenze ergibt sich auch der Höchstbeitrag, den der Arbeitgeber für die Krankenversicherung seines Arbeitnehmers zahlt. Der Höchstbeitrag der GKV ist für die private Krankenversicherung (PKV) bindend.

Die Beitragsbemessungsgrenze limitiert den Versicherungsbeitrag

Durch die Beitragsbemessungsgrenze wird der Versicherungsbeitrag für gesetzlich Versicherte auf ein bestimmtes Niveau begrenzt. Im Jahr 2019 liegt die Beitragsbemessungsgrenze bei 54.450 Euro (2018: 53.100 Euro). Das entspricht pro Monat einem Einkommen von 4.537,50 Euro. Bis zu dieser Summe werden Beiträge für die gesetzliche Krankenkasse verlangt. Bei einer gesetzlich vorgeschriebenen Beitragsuntergrenze von 14,6 Prozent plus 0,9 Prozent durchschnittlicher Zusatzbeitrag beträgt der monatliche Beitrag für die gesetzliche Krankenkasse also 703,31 Euro. Sofern ein Arbeitnehmer ein höheres Einkommen als 4.537,50 Euro im Monat bezieht, bleibt jeder Euro, der darüber hinaus geht, von Beitragszahlungen befreit und der Versicherte kann Mitglied in der privaten Krankenversicherung werden. Somit profitieren vor allem Arbeitnehmer mit einem sehr hohen Einkommen von der Beitragsbemessungsgrenze. Für Arbeitnehmer mit einem geringen Einkommen ist sie dagegen weniger interessant, weil ihr gesamtes Einkommen zur Berechnung des Versicherungsbeitrags herangezogen wird.


Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilen sich die Kosten

Ab 2019 teilen sich der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer sowohl den gesetzlich festgelegten Beitragssatz als auch den Zusatzbeitrag zu gleichen Teilen (paritätisch) auf. Somit entfallen bei einem GKV-Höchstbetrag von derzeit 703,31 Euro monatlich auf den Arbeitgeber und den Arbeitnehmer jeweils 351,66 Euro.
Die Höhe des Zusatzbeitrags ist neben den Leistungen ein wirksames Mittel der Kassen, um sich im Wettbewerb voneinander abzugrenzen. Allerdings verlangen heute fast alle Kassen einen zusätzlichen Beitrag, um ihre Einnahmen zu erhöhen. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag liegt 2019 bei 0,9 Prozent.


GKV-Arbeitgeberzuschuss ist bindend für die PKV

Der maximale Arbeitgeberzuschuss aus der gesetzlichen Krankenversicherung ist auch für die privat Versicherten verbindlich. Pro Monat zahlt der Arbeitgeber nämlich auch für PKV-Versicherte nur höchstens 351,66 Euro im Monat als Zuschuss. Sofern der PKV-Beitrag (Private Krankenversicherung Kosten) also höher ist als 703,31 Euro im Monat, trägt der Arbeitnehmer diese Differenz allein. Gerade für Versicherte mit sehr hochwertigen PKV-Tarifleistungen und einem entsprechend hohen Versicherungsbeitrag sind der maximale Arbeitgeberzuschuss und damit die Beitragsbemessungsgrenze von großer Bedeutung, obwohl beide Begriffe eigentlich aus der gesetzlichen Krankenversicherung stammen. Letztlich limitieren sie die Zuschüsse, die ein privat Versicherter von seinem Arbeitgeber erhält. Wer also einen hohen PKV-Beitrag zu tragen hat, muss unter Umständen einen erheblichen Anteil aus eigener Tasche zahlen, während der Anteil des Arbeitgebers einer Limitierung unterliegt.

Auswirkungen auf den PKV-Basistarif

Von Bedeutung ist die Beitragsbemessungsgrenze für den Beitrag des PKV-Basistarifs. Der Basistarif richtet sich in Preisen und Leistungen (Leistungen der privaten Krankenversicherung) nach dem Niveau der gesetzlichen Kassen. Der Beitrag für den Basistarif entspricht dem Maximalbeitrag für die gesetzliche Kasse. Damit ist er an die Beitragsbemessungsgrenze gebunden. Der PKV-Basistarif darf im Jahr 2019 die Summe von 703,31 Euro im Monat nicht überschreiten. Somit hat die Beitragsbemessungsgrenze große Bedeutung für die PKV, obwohl sie eigentlich für die GKV gilt.


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Nicht zu verwechseln mit der Versicherungspflicht

Die Beitragsbemessungsgrenze darf nicht mit der Versicherungspflichtgrenze verwechselt werden! Diese gibt an, bis zu welchem Einkommen Arbeitnehmer in der gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert sind. Die Versicherungspflichtgrenze ist mit 60.750 Euro im Jahr 2019 höher als die Beitragsbemessungsgrenze. Lediglich die Versicherungspflichtgrenze für langjährige PKV-Versicherte, die schon am 31.12.2002 privat versichert waren, entspricht mit einer Summe von 53.100 Euro im Jahr der Beitragsbemessungsgrenze. Somit sind Versicherungspflichtgrenze und Beitragsbemessungsgrenze im Sprachgebrauch scharf voneinander abzugrenzen. Sie sind zwar für den Wechsel von der GKV in die PKV und für die Berechnung der Beiträge zu verwenden und deshalb einander sehr ähnlich, haben aber jeweils unterschiedliche Bedeutungen und Auswirkungen für den Versicherten.

Jahresarbeitsentgeltgrenze regelt Pflichtversicherung

Häufig im Zusammenhang mit der Beitragsbemessungsrenze genannt, regelt die Jahresarbeitsentgeltgrenze, die auch als Versicherungspflichtgrenze bekannt ist, ab welcher Höhe des jährlichen Einkommens ein Arbeitnehmer nicht mehr in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert sein muss. Ab diesem Wert kann sich der Versicherte selbst entscheiden, ob er lieber gesetzlich oder privat versichert sein möchte. Die Jahresarbeitsengeltgrenze muss nicht zwingend mit der Beitragsbemessungsgrenze übereinstimmen.

Anpassung durch den Gesetzgeber vorgesehen

Wie die Versicherungspflichtgrenze wird auch die Beitragsbemessungsgrenze in jährlichen Abständen vom Gesetzgeber überprüft. Je höher die Beitragsbemessungsgrenze angesetzt ist, desto höher sind auch die Einnahmen der gesetzlichen Kassen. Wenn diese Grenze angehoben wird, müssen Arbeitnehmer mit einem hohen Einkommen mehr Beiträge zahlen. Für die gesetzlichen Kassen ist also eine Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze positiv. In einer guten konjunkturellen Situation müssen Arbeitnehmer mit einer Anhebung rechnen. Letztlich stärkt der Gesetzgeber mit einer höheren Beitragsbemessungsgrenze die Position der gesetzlichen Kassen, weil dadurch höhere Beiträge an die Kassen abzuführen sind.

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