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Beitragsbemessungsgrenze

Aktuelle Werte für die Beitragsbemessungsgrenzen 2019 auf einen Blick
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Das Wichtigste in Kürze

  • Die Beitragsbemessungsgrenze ist eine einkommensabhängige Rechengröße für Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung. Sie ist sowohl für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) als auch für die private Krankenversicherung (PKV) von Bedeutung.
  • Die Beitragsbemessungsgrenze liegt 2019 bei 54.450 Euro brutto jährlich bzw. bei 4.537,50 Euro brutto monatlich.
  • Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilen sich zu gleichen Teilen die anfallenden Kranken- und Sozialversicherungs­beiträge.
  • Die Beitragsbemessungsgrenze regelt auch den maximalen Arbeitgeber­zuschuss in der PKV. Ist der PKV-Beitrag höher als die Beitragsbemessungsgrenze, trägt der Arbeitnehmer die zusätzlichen Kosten.
  • Die Beitragsbemessungsgrenze darf nicht mit der Versicherungs­pflichtgrenze verwechselt werden. Die Versicherungspflichtgrenze gibt an, bis zu welchem Jahreseinkommen Arbeitnehmer in der GKV pflichtversichert sind.

Was genau ist die Beitrags­bemessungsgrenze?

Die Beitragsbemessungsgrenze gibt an, bis zu welcher Höhe das sozialversicherungs­pflichtige Entgelt zur Berechnung von Versicherungsbeiträgen herangezogen wird. Dabei handelt es sich um die Beiträge zur:

  • Kranken- 
  • Pflege-, 
  • Arbeitslosen- 
  • und Rentenversicherung. 

Aus der Beitragsbemessungsgrenze ergibt sich auch der Höchstbeitrag, den der Arbeitgeber für die Kranken­versicherung seines Arbeitnehmers zahlt. Der Höchstbeitrag der GKV ist für die private Krankenversicherung bindend.


Höhe der Beitrags­bemessungsgrenze

Durch die Beitragsbemessungsgrenze wird der Versicherungsbeitrag für gesetzlich Versicherte auf ein bestimmtes Niveau begrenzt. Wie hoch die Beitragsbemessungsgrenze gesetzt wird, hängt von der Lohnentwicklung des Vorjahres ab. Steigt das durchschnittliche Einkommen, steigt auch die Beitragsbemessungsgrenze.

Entwicklung der Beitragsbemessungsgrenze

JahrBeitragsbemessungsgrenze
201650.850 Euro
201752.200 Euro
201853.100 Euro
201954.450 Euro
202056.250 Euro

2019 entspricht die Beitrags­bemessungsgrenze einem Brutto­einkommen von 4.537,50 Euro pro Monat. Bis zu dieser Summe werden Sozialversicherungsbeiträge vom Lohn bei der Beitragsberechnung für die GKV verlangt. Sofern ein Arbeitnehmer ein höheres Einkommen als 4.537,50 Euro im Monat bezieht, bleibt jeder weitere verdiente Euro von Beitragszahlungen befreit.

Was heißt das für Gutverdienende?

Somit profitieren vor allem Arbeitnehmer mit einem sehr hohen Einkommen von der Beitragsbemessungsgrenze. Denn bei einem Verdienst oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze sinkt die prozentuale Belastung für Arbeitnehmer wie Arbeitgeber. Auch die GKV freut sich aufgrund einer höheren Beitragsbemessungsgrenze über einen Zuwachs an Beitragseinnahmen. 

Was heißt das für Normalverdiener?

Für Arbeitnehmer mit einem geringen Einkommen ist die Höhe der Beitragsbemessungsgrenze dagegen weniger interessant, weil ihr gesamtes Einkommen zur Berechnung des Versicherungsbeitrags herangezogen wird.

Andere Bemessungsgrenze für die Rentenversicherung

Im Gegensatz zur Kranken- und Pflegeversicherung wird bei der Beitragsberechnung für die gesetzliche Renten- und Arbeitslosenversicherung in Ost und West unterschieden. 2019 liegt die Beitragsbemessungsgrenze West bei 80.400 Euro im Jahr bzw. bei 6.700 Euro im Monat. Die Beitrags­bemessungsgrenze Ost liegt bei 73.800 Euro im Jahr bzw. bei 6.150 Euro im Monat.

Nicht zu verwechseln mit der Versicherungspflichtgrenze

Die Beitragsbemessungsgrenze darf nicht mit der sogenannten Versicherungs­pflichtgrenze (auch Jahresarbeits­entgeltgrenze) verwechselt werden. Die Versicherungspflichtgrenze gibt an, bis zu welchem Einkommen Arbeitnehmer in der GKV pflichtversichert sind. Ab diesem Wert kann der Versicherte dann selbst entscheiden, ob er lieber gesetzlich oder privat versichert sein möchte.

Entwicklung der Versicherungspflichtgrenze

JahrVersicherungspflichtgrenze
201656.250 Euro
201757.600 Euro
201859.400 Euro
201960.750 Euro
202062.550 Euro

Unterscheidung wichtig

Die aktuelle Versicherungspflichtgrenze von 60.750 Euro liegt über der Beitragsbemessungsgrenze von 54.450 Euro. Beide Werte müssen nicht zwingend übereinstimmen. Lediglich die Versicherungspflichtgrenze für langjährige PKV-Versicherte, die schon am 31.12.2002 privat versichert waren, entspricht der Beitragsbemessungs­grenze.

Daher ist es wichtig, im Sprachgebrauch zwischen Versicherungspflichtgrenze und Beitragsbemessungsgrenze zu unterscheiden. Sie sind zwar beide für den Wechsel von der GKV in die PKV und für die Berechnung der Beiträge zu verwenden und deshalb einander sehr ähnlich, haben aber jeweils unterschiedliche Bedeutungen und Auswirkungen für den Versicherten.

Hinweis: Die Versicherungspflichtgrenze hat keine Gültigkeit für Beamte und Selbständige. Sie können einkommensunabhängig in die PKV wechseln.


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Was tun, wenn mein Jahresarbeitsentgelt unter die Versicherungs­pflichtgrenze fällt?

Privat versicherte Arbeitnehmer müssen sich in der Regel wieder in der GKV versichern, wenn ihr Gehalt unter die Versicherungspflichtgrenze fällt. Hierfür müssen Sie innerhalb von 3 Monaten nach Eintritt der Versicherungspflicht Ihre PKV kündigen und einen Nachweis vorlegen, dass Sie in der GKV versicherungspflichtig sind. Schließen Sie ein Anwartschaftsversicherung ab, erleichtert Ihnen das zu einem späteren Zeitpunkt die Rückkehr in die PKV.

Eine zweite Möglichkeit besteht darin, sich von der Versicherungspflicht befreien zu lassen. Hierfür stellen Sie innerhalb von 3 Monaten nach Beginn der Versicherungspflicht einen Befreiungsantrag bei einer GKV.

Arbeitgeber und Arbeit­nehmer teilen sich die Kosten

Ab 2019 teilen sich der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer sowohl den gesetzlich festgelegten Beitragssatz als auch den Zusatzbeitrag zu gleichen Teilen auf. Somit entfallen bei einem GKV-Höchstbetrag von derzeit 703,31 Euro monatlich auf den Arbeitgeber und den Arbeitnehmer jeweils 351,66 Euro.

Die Höhe des Zusatzbeitrags ist neben den Leistungen ein wirksames Mittel der Kassen, um sich im Wettbewerb voneinander abzugrenzen. Allerdings verlangen heute fast alle Kassen einen zusätzlichen Beitrag, um ihre Einnahmen zu erhöhen. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag liegt 2019 bei 0,9 Prozent. Im Falle einer Erhöhung des Zusatzbeitrags haben Sie ein Sonderkündigungsrecht.


GKV-Arbeitgeberzuschuss ist bindend für die PKV

Der maximale Arbeitgeberzuschuss aus der GKV und damit die Beitrags­bemessungsgrenze ist auch für privat Versicherte verbindlich. Pro Monat zahlt der Arbeitgeber nämlich auch für PKV-Versicherte nur höchstens 351,66 Euro im Monat als Zuschuss. Sofern der PKV-Beitrag also höher ist als 703,31 Euro im Monat, trägt der Arbeitnehmer diese Differenz allein.

Gerade für Versicherte mit sehr hochwertigen PKV-Tarifleistungen und einem entsprechend hohen Versicherungsbeitrag sind der maximale Arbeitgeberzuschuss und damit die Beitragsbemessungsgrenze von großer Bedeutung, obwohl beide Begriffe eigentlich aus der GKV stammen. Letztlich limitieren sie die Zuschüsse, die ein privat Versicherter von seinem Arbeitgeber erhält. Wer also einen hohen PKV-Beitrag zu tragen hat, muss unter Umständen einen erheblichen Anteil aus eigener Tasche zahlen, während der Anteil des Arbeitgebers nach oben hin gedeckelt ist.

Experten-Tipp:

Auswirkungen auf den PKV-Basistarif

Von Bedeutung ist die Beitrags­bemessungsgrenze für den Beitrag des brancheneinheitlichen PKV-Basistarifs. Der Basistarif richtet sich in Preisen und Leistungen nach dem Niveau der gesetzlichen Kassen. Der Beitrag für den PKV-Basistarif entspricht dem Maximalbeitrag für die GKV. Damit ist er auch an die Beitragsbemessungsgrenze gebunden. Der PKV-Basistarif darf im Jahr 2019 die Summe von 703,31 Euro im Monat nicht überschreiten. Somit hat die Beitragsbemessungsgrenze große Bedeutung für die PKV, obwohl sie eigentlich für die GKV gilt.

Anpassung durch den Gesetzgeber vorgesehen

Wie die Versicherungspflichtgrenze wird auch die Beitragsbemessungsgrenze in jährlichen Abständen vom Gesetzgeber überprüft. Die Überprüfung orientiert sich an der Entwicklung der Arbeitnehmer-Bruttolöhne der letzten 2 Jahre.

Angesichts im Durchschnitt steigender Löhne Jahr für Jahr, wird es aus diesem Grund tendenziell auch jedes Jahr eine erhöhte Beitragsbemessungsgrenze geben. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales veröffentlicht die aktualisierten und gültigen Rechen­größen zur Sozialversicherung, zu der die Beitragsbemessungsgrenze zählt, gegen Ende jeden Jahres im Bundesgesetzblatt. Das Ganze muss vor einer Veröffentlichung final Zustimmung vom Bundesrat erhalten. Die neuen Bezugsgrößen werden dann in der Rechengrößenverordnung bekanntgegeben.


Hintergrund Beitrags­bemessungsgrenze

Der Begriff der Beitrags­bemessungs­grenze stammt eigentlich aus der Sozialversicherung und gründet sich auf dem Solidaritätsprinzip, nach dem jeder die gleichen Leistungen bekommt unabhängig vom individuellen Gesundheitszustand. Jeder Versicherte trägt gemäß seiner finanziellen Fähig­keiten zum Schutz aller Versicherten bei und zwar in Form eines einkommens­abhängigen Versicherungs­beitrags.

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