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Private Krankenversicherung für Angestellte

Ratgeber, Tipps und aktuelle Testergebnisse 2019 zur privaten Krankenversicherung für Angestellte
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Das Wichtigste in Kürze

  • Junge Angestellte können mit einer privaten Krankenversicherung (PKV) viel Geld sparen. Dabei übernimmt der Arbeitgeber die Hälfte des Beitrages.
  • Allerdings muss für den Wechsel in die PKV das Bruttoeinkommen hoch sein und über der Versicherungspflichtgrenze (2019: 60.750 Euro) liegen.
  • Die Kosten der PKV sind unterschiedlich. Der Arbeitnehmer kann z.B. für den Grundschutz 151 Euro oder für den Premiumschutz 290 Euro monatlich bezahlen.
  • Je nach Tarif übernimmt die PKV die Behandlungskosten in unterschiedlicher Höhe – z.B. bei den zahnärztlichen Leistungen. Möglich sind auch Chefarztbehandlungen.
  • In einem unabhängigen Test 2018 wurde das Preis-Leistungsverhältnis bei HanseMerkur am besten bewertet (Deutsche Gesellschaft für Verbraucherstudien mbH).

Deshalb ist eine PKV für Angestellte besonders zu empfehlen

  1. Gerade wer jung ist und schon ein hohes Einkommen hat, kann durch den Wechsel von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in die private Krankenversicherung (PKV) eine Menge Geld sparen.
  2. Bei Angestellten übernimmt der Arbeitgeber ebenso wie bei der gesetzlichen Krankenkasse den Arbeitgeberanteil – das heißt, der Versicherte zahlt auch hier lediglich die Hälfte des Beitrags.
  3. Wer in der PKV versichert ist, kann im Gegensatz zu Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen, den Umfang des Versicherungsschutzes durch die Wahl des jeweiligen Tarifs seinen persönlichen Bedürfnissen anpassen.

Voraussetzungen für die Aufnahme in die PKV

Wer als Angestellter Zugang zur privaten Krankenversicherung erhalten möchte, muss ein jährliches Bruttoeinkommen haben, das oberhalb der Versicherungspflichtgrenze liegt (2019: 60.750 Euro). Dazu zählen auch vermögenswirksame Leistungen, Urlaubs- und Weihnachtsgeld und Überstundenpauschalen. Liegt sein Einkommen darüber, kann der Arbeitnehmer über einen Wechsel von der gesetzlichen Krankenkasse in die private Versicherung nachdenken.

Somit kommt die PKV nur für Arbeitnehmer in Frage, die ein vergleichsweise hohes Einkommen beziehen. Da Arbeitnehmer einen Zuschuss vom Arbeitgeber zu ihrer Krankenversicherung bekommen, bietet sich für sie ein Tarif mit hohen Leistungen an. Dieser wird im Vergleich zu den Einsteigertarifen etwas teurer sein, bleibt aufgrund des Arbeitgeberzuschusses für den Versicherten aber dennoch bezahlbar. Für einen Tarifvergleich aller Preis-Segmente nutzen sie gern unser Vergleichsformular. Mehr über die Vor- und Nachteile der PKV erfahren Sie außerdem hier.


Bundesregierung veröffentlicht neue Bemessungsgrenzen für 2019

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) ermittelt jährlich anhand der Lohn- und Gehaltsentwicklungen die aktuellen Beitragsbemessungsgrenzen. Diese gelten nicht nur für die Kranken- und Pflegeversicherung, sondern sind auch für die Rentenversicherung und die Arbeitslosenversicherung relevant.

Die neuen Bemessungsgrenzen im Vergleich zum Vorjahr

BemessungsgrenzeJährlicher Bruttolohn 2018Jährlicher Bruttolohn 2019
Versicherungspflichtgrenze59.400 Euro60.750 Euro
Beitragsbemessungsgrenze53.100 Euro54.450 Euro

Beitragsbemessungsgrenze: Dieser Wert gibt den maximalen Bruttolohn an, bis zu dem Sozialversicherungsbeiträge erhoben werden. Das heißt, auch wenn das Bruttoeinkommen höher ist, steigen die Beiträge zur Sozialversicherung nicht weiter an.

Versicherungspflichtgrenze: Wessen Verdienst über der Versicherungspflichtgrenze liegt, hat die Möglichkeit in die PKV zu wechseln. Das heißt, wer als Arbeitnehmer weniger verdient, muss sich bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichern und hat damit nicht die Möglichkeit frei zu wählen.

Ein typischer Irrtum in Bezug auf die Wechselmöglichkeiten

„Einmal in der privaten Krankenversicherung versichert, kann man nicht mehr zurück in die gesetzliche Krankenversicherung.“

Das stimmt so nicht.

Richtig ist, dass ein Angestellter, solange er über der Pflichtversicherungsgrenze liegt, nicht in die gesetzliche Kasse zurückkehren kann. Sinkt allerdings die Höhe des Einkommens durch einen Arbeitsplatzwechsel oder durch eintretende Arbeitslosigkeit unter die Pflichtversicherungsgrenze, wird man automatisch wieder in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert (Ausnahmen sind durch eine Anwartschaft möglich). Dies gilt allerdings nur bis zu einem Alter von 54 Jahren. Ab 55 Jahren ist der Wechsel von der PKV in die gesetzliche Krankenkasse tatsächlich kaum mehr möglich.

Private Krankenversicherungen für Angestellte im Test

Die Deutsche Gesellschaft für Verbraucherstudien mbH (DtGV) hat im Dezember 2018 20 Anbieter von privaten Krankenversicherern unter die Lupe genommen. Dabei wurden das Preis-Leistungsverhältnis, die Transparenz und die Benutzerfreundlichkeit der Website sowie der Kundendienst geprüft. Sieben Versicherer erreichten die Note gut. Die drei Testsieger sind (Quelle):

HanseMerkur: Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis für Angestellte

Dabei bewertete die DtGV die Anbieter auch gezielt im Hinblick auf die Eignung für Angestellte. Im Großen und Ganzen waren die Leistungen hier zufriedenstellend. Sämtliche Versicherer erstatteten ärztliche Leistungen bis zum Höchstsatz der Gebührenordnung. Deutlicher waren hingegen die Unterschiede im Bereich der zahnärztlichen Leistungen. Die Debeka und die Signal Iduna erstatteten etwa bei den Kosten für Zahnersatz 90%, bei den anderen privaten Krankenversicherungen waren es im Durchschnitt nur 75%. Ambulante Psychotherapie bezahlten hingegen nur die Barmenia, LKH, R+V und SDK uneingeschränkt.

  • Bei HanseMerkur fand die DtGV das beste Preis-Leistungsverhältnis. Mit einem monatlichen Gesamtbeitrag von nur 339,16 Euro ist das Leistungsspektrum sehenswert.
  • Insgesamt bietet aber die Debeka die besten Leistungen, allerdings beträgt der monatliche Beitrag auch 583,25 Euro.  


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Monatliche Kosten einer PKV für Angestellte

Vorgaben

  • Geburtsjahr: 1976
  • Beruf: Arbeitnehmer/Angestellter
  • Versicherungsbeginn: 01.02.2019
LeistungsumfangMonatliche Kosten
Grundschutz151 Euro*
Komfortschutz218 Euro*
Premiumschutz290 Euro*

*Effektivbeitrag (monatlicher Beitrag abzüglich des Arbeitgeberanteils)

Erläuterungen zu Umfang und Unterschieden der Tarifenarten

Der Grundschutz einer privaten Krankenversicherung ist in seinem Umfang, dem der gesetzlichen Leistungen sehr ähnlich. Er enthält im Gegensatz zum Komfort- und Premiumschutz bestimmte Leistungen gar nicht. Dazu gehören: Kosten für Heilpraktiker, Psychotherapie und andere alternative Heilmethoden. Darüber hinaus gibt es keinen Anspruch auf eine Unterbringung im Einbett- bzw. Zweibettzimmer und auch die Chefarztbehandlung fällt beim Grundschutz weg. Außerdem gibt es Einschränkungen bei der Kostenerstattung. So werden bei einer Vielzahl von Leistungen lediglich die Kosten in Höhe von etwa 50-80 % erstattet. Beim Premiumschutz erstattet die PKV nahezu alle Leistungen zu 80 bis 100 %. Ausnahme sind die Kosten für Zahnersatz (Prothesen, Brücken, Kronen), sowie Inlays, Implantate und Kieferorthopädie.

Experten-Tipp:

Hinweise zum Vergleich: Wie gehen Angestellte beim Wechsel in die PKV vor?

  1. Der Arbeitgeber informiert die gesetzliche Krankenkasse, dass das Jahresgehalt seines Mitarbeiters die Versicherungspflichtgrenze überschreitet.
  2. Der Mitarbeiter erhält eine sogenannte Freimeldung.
  3. Er hat nun zwei Wochen Zeit, seiner Krankenkasse seinen Austritt mitzuteilen. In dieser Zeit sollte er eine private Krankenversicherung abschließen.
  4. Der Arbeitnehmer sollte seine Kündigung aber erst einreichen, wenn er eine schriftliche Aufnahmebestätigung seiner privaten Krankenversicherung hat.
  5. Die passende private Krankenversicherung zu finden, ist nicht immer leicht. Es lohnt sich, die Tarife der verschiedenen Anbieter miteinander zu vergleichen. Falls Sie eine persönliche Beratung möchten, helfen wir Ihnen gerne weiter.

Fazit: Lohnt sich die PKV für Angestellte?

Wer jung und ungebunden ist sowie über das entsprechende Einkommen verfügt, sollte über den Wechsel zur privaten Krankenversicherung nachdenken. Oft ist das Sparpotential groß und der Arbeitgeber zahlt erst noch die Hälfte des Beitrags. Ein weiterer Vorteil ist, dass Angestellte mit einer PKV oft von einer bevorzugten medizinischen Behandlung profitieren und ihre Leistungen individuell wählen können.

Genau prüfen müssen hingegen ältere Angestellte oder jene mit Familie, ob sich für sie die PKV wirklich lohnt. Denn ein fortgeschrittenes Alter oder allfällige Vorerkrankungen führen zu höheren Beiträgen. Auch sind Familienmitglieder im Gegensatz zur GKV nicht kostenlos mitversichert.

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