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Private Krankenversicherung für Arbeitslose

Ratgeber, Tipps und aktuelle Testergebnisse 2019 zur privaten Krankenversicherung für Arbeitslose
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Das Wichtigste in Kürze

  • Privat krankenversicherte müssen sich bei einer Arbeitslosigkeit entscheiden, ob sie zurück in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln oder weiter privat versichert sein möchten.
  • Um in der privaten Krankenversicherung zu bleiben, müssen Arbeitslose bestimmte Voraussetzungen erfüllen.
  • Der Vorteil ist, dass sie nach der Arbeitslosigkeit ohne Gesundheitsprüfung in ihre private Krankenversicherung zurückkehren können.
  • Die Agentur für Arbeit zahlt einen Zuschuss zum Krankenkassenbeitrag. Dieser ist etwa so hoch wie bei der gesetzlichen Krankenversicherung.
  • Um Kosten zu sparen, können Arbeitslose in den Basistarif wechseln.

Arbeitslose unterliegen der gesetzlichen Versicherungspflicht

Wird ein Angestellter arbeitslos und hatte aufgrund seines hohen Verdienstes eine private Krankenversicherung (PKV) so muss er normalerweise zurück in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV). Denn Angestellte können sich im Vergleich zu Beamten oder Selbständigen nur privat versichern, wenn ihr jährliches Bruttoeinkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze liegt. Diese wurde vom Bundesgesundheitsministerium für 2019 auf ein Bruttoeinkommen von 60.750 Euro/Jahr erhöht.

Als Arbeitsloser wird man regelmäßig Arbeitslosengeld beziehen und dadurch unter die geltende Versicherungspflichtgrenze fallen. Somit sind arbeitslose Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig in der gesetzlichen Krankenkasse. Hier wählt man in der Regel die Allgemeine Ortskrankenkasse oder die letzte gesetzliche Krankenversicherung, bei der man vor dem Wechsel in die PKV versichert war.

Bei Arbeitslosigkeit Fristen einhalten

Wer Arbeitslosengeld I (ALG I) bezieht, hat nach Leistungsbeginn normalerweise zwei Wochen Zeit, um eine Krankenkasse zu wählen. Die Mitgliedsbescheinigung sollte man der Agentur für Arbeit übergeben. Sonst meldet diese den Arbeitslosen dort an, wo er zuletzt gesetzlich versichert war. Falls noch keine Mitgliedschaft bei einer GKV vorlag, sucht sich die Behörde eine Krankenversicherung aus.

Wichtig ist es auch, seiner bisherigen privaten Krankenkasse die Arbeitslosigkeit mitzuteilen – in der Regel gilt dafür eine Frist von 3 Monaten. Denn unter Umständen hat der PKV-Anbieter die Pflicht, den Vertrag aufzulösen. Manchmal besteht auch die Möglichkeit den Vertrag über einen bestimmten Zeitraum kostenlos ruhen zu lassen oder in die Anwartschaftsversicherung umzuwandeln.

Wie kann man sich trotzdem privat versichern?

Für Arbeitslose gibt es einige Möglichkeiten, um sich von der Pflicht der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherungen befreien zu lassen. Dazu müssen sie aber vor der Arbeitslosigkeit mindestens fünf Jahre komplett privat versichert gewesen sein. Auch ab dem Alter von 55 Jahren gilt die Versicherungsfreiheit, da es dann meist nicht mehr möglich ist, in die gesetzliche Krankenversicherung zu wechseln. Die Befreiung der Versicherungspflicht sollten Arbeitslose innerhalb von drei Monaten nach Bezug des Arbeitslosengeldes beantragen. Entscheidet man sich für die private Krankenversicherung, ist diese Entscheidung unwiderruflich und gilt während der gesamten Dauer der Arbeitslosigkeit.

PKV auch für Hartz-IV-Empfänger möglich

Arbeitslosengeld II oder Hartz IV erhalten Personen, die nach Bezug des Arbeitslosengeldes I immer noch arbeitslos sind. Waren sie unmittelbar vor dem Hartz-IV-Bezug privat krankenversichert, können sie einen Zuschuss zur privaten Krankenversicherung beantragen. Gezahlt wird dann bis zur Hälfte des Höchstbetrages für den sogenannten Basistarif der privaten Krankenversicherung. Dessen Leistungen sind mit der GKV vergleichbar. Maximal die Hälfte des Höchstbetrages in die soziale Pflegeversicherung leistet das Amt auch bei der Pflegeversicherung. 2019 beträgt der maximale Zuschuss zur privaten Krankenversicherung höchstens 351,66 Euro und zur Pflegeversicherung 69,20 Euro pro Monat.

Der Hartz-IV-Empfänger kann jederzeit in den Basistarif wechseln. Bei Tarifen mit Selbstbehalt muss er für die Behandlungskosten bis zu dieser Grenze selber aufkommen. Denn das Amt zahlt nur die Versicherungsprämie. Einen Zuschuss zur PKV zahlt das Amt auch nicht, wenn der Hartz-IV-Empfänger sich beitragsfrei über die GKV bei einem Ehepartner oder Familienmitglied mitversichern kann.

Aus diesen Gründen ist eine PKV für Arbeitslose sinnvoll

Nicht in jedem Fall ist die PKV für Arbeitslose sinnvoll. Alleinverdiener mit Kinder sollten z.B. eher in die GKV wechseln, da die Angehörigen kostenlos mitversichert sind. Lohnenswert kann sie hingegen für Singles oder für Doppelverdiener sein, die von einer eher kurzzeitigen Arbeitslosigkeit ausgehen. Diese Gründe sprechen für die PKV:

  1. Wer vor der Arbeitslosigkeit bereits privat versichert war, kann eine Kostenübernahme für die Beiträge beantragen.
  2. Bei eintretender Arbeitslosigkeit kann in den so genannten Basistarif der PKV gewechselt werden. Das spart Kosten.
  3. Nach Ende der Arbeitslosigkeit kann in der Regel ohne erneute Gesundheitsprüfung in den alten Tarif zurückgewechselt werden.
  4. Die Agentur für Arbeit zahlt einen Zuschuss zum Krankenkassenbeitrag, der der Beitragshöhe entspricht, der für die gesetzliche Krankenversicherung fällig wäre.

Zuschuss zur Sozialversicherung für Arbeitslose

Für die Zeit der Arbeitslosigkeit zahlt die Bundesagentur für Arbeit GKV-Versicherten einen Zuschuss. Die Versicherungsbeiträge werden direkt von der Bundesagentur für Arbeit an die gesetzliche Krankenkasse abgeführt. Auch privat Versicherte haben Anspruch auf diesen Zuschuss zur Kranken- und Pflegeversicherung. Die Höhe des Zahlung hängt von der gesetzlichen Krankenkasse ab. Maximal werden Zuschüsse in gleicher Höhe wie für gesetzlich Versicherte gewährt. Somit sind privat und gesetzlich Versicherte gleichgestellt. Allerdings müssen privat Versicherte ihre Beiträge selbst an die Versicherung abführen.

Experten-Tipp:

Die kleine Anwartschaft für vorübergehende Arbeitslosigkeit nutzen

Viele private Krankenversicherungen bieten ihren Kunden die Möglichkeit, ihren Versicherungsschutz für den Zeitraum der Arbeitslosigkeit als kleine Anwartschaft zu führen. Der Versicherte muss sich dann gesetzlich krankenversichern, denn während der Anwartschaft hat er keinen Anspruch auf Leistungen aus der PKV. Der Vorteil besteht darin, dass man nach der Arbeitslosigkeit ohne erneute Gesundheitsprüfung zurück in seinen PKV-Tarif kann.

Hohe Beiträge vermeiden

Wer seinen Job verliert, erhält zwar Arbeitslosengeld, doch diese staatliche Unterstützung wird im Vergleich erheblich niedriger sein als der bisher gewohnte Verdienst. Deshalb gilt es, die eigenen Ausgaben während der Phase der Arbeitslosigkeit zu verringern. Wer bisher einen teuren Krankenversicherungstarif abgeschlossen hatte, sollte darauf achten, die eigenen Beiträge in Zukunft maßgeblich zu reduzieren (z.B. durch einen Wechsel in einen Basistarif). In der Regel kann für die Zeit der Arbeitslosigkeit mit dem Versicherer ein Wechsel in einen günstigeren Tarif vereinbart werden.

Beitragsrückstände sind keine Lösung

Aufgrund des geringen Einkommens in der Phase ohne Arbeit kann der Betroffene in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Nicht selten wird es schwierig, die Beiträge zuverlässig zu zahlen. Dennoch sollte man vermeiden, Beitragsrückstände anzuhäufen. Der Versicherte verschuldet sich in diesem Fall unnötig und muss die Beiträge später unter Berücksichtigung von Zinsen zurückzahlen. Deshalb sollte man stets darauf achten, die PKV-Beiträge regelmäßig abzuführen.


Monatliche Kosten einer PKV für Arbeitslose

Grundsätzlich ändern sich die Kosten der PKV während der Arbeitslosigkeit nicht. Auch gibt es keine speziellen Tarife für Arbeitslose. Diese können ihre bisherigen Tarife behalten oder in einen Tarif mit geringerer Selbstbeteiligung und geringeren Leistungen wechseln. Möglich ist auch der Wechsel in den Basistarif, wobei die Leistungen ähnlich sind wie bei der GKV. Folgendes Rechenbeispiel zeigt, wie die Kosten aussehen können:

Vorgaben

  • Geburtsjahr: 1980
  • Beruf: nicht erwerbstätig
  • Versicherungsbeginn: 01.02.2019
LeistungsumfangMonatliche Kosten
Grundschutz320 Euro*
Komfortschutz432 Euro*
Premiumschutz512 Euro*

*Effektivbeitrag (monatlicher Beitrag abzüglich des Arbeitgeberanteils)

Erläuterungen zu Leistungsumfang und Leistungsunterschieden der Tarifen

Der Grundschutz oder Basistarif ist in seinem Umfang, dem der gesetzlichen Leistungen sehr ähnlich. Er enthält im Gegensatz zum Komfort- und Premiumschutz bestimmte Leistungen gar nicht.

Dazu gehören: Kosten für Heilpraktiker, Psychotherapie und andere alternative Heilmethoden.
Darüber hinaus gibt es keinen Anspruch auf eine Unterbringung im Einbett- bzw. Zweibettzimmer und auch die Chefarztbehandlung fällt beim Grundschutz weg. Außerdem gibt es Einschränkungen bei der Kostenerstattung. So werden bei einer Vielzahl von Leistungen lediglich die Kosten in Höhe von etwa 50-80 % erstattet.

Beim Premiumschutz erstattet die PKV nahezu alle Leistungen zu 80 bis 100 %.Ausnahme sind die Kosten für Zahnersatz (Prothesen, Brücken, Kronen), sowie Inlays, Implantate und Kieferorthopädie.


Testergebnisse

Für Arbeitslose gibt es derzeit keine Testergebnisse. Sobald uns aktuelle Tests vorliegen, finden Sie in diesem Beitrag die Ergebnisse. Hier lesen Sie noch einmal alles zu allgemeinen aktuellen Testergebnissen aus 2019.

Nutzen Sie gern auch das unten stehende Vergleichsformular mit aktuellen Tarifen 2019 – kostenlos und unverbindlich. Wenn Sie eine persönliche Beratung bevorzugen, helfen wir Ihnen auch gerne weiter.


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So geht es nach der Arbeitslosigkeit weiter

Ist die Phase ohne Tätigkeit beendet und man nimmt wieder eine Arbeit auf, hängt es vom Einkommen ab, ob der Eintritt in die private Krankenversicherung möglich ist. Hier kommen die bekannten gesetzlichen Vorschriften zur Anwendung, nach denen das Einkommen bei Angestellten oberhalb der Versicherungspflichtgrenze liegen muss, um den Wechsel zur privaten Krankenversicherung zu erlauben.

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