Private Krankenversicherung für Soldaten

Soldaten genießen eine spezielle Fürsorge der Bundeswehr und müssen sich während ihrer Dienstzeit nicht all zu viele Gedanken über ihre medizinische Versorgung machen. Dennoch weist die Heilfürsorge Lücken auf, die geschlossen werden müssen. Sowieso ist im Alter eine private Krankenversicherung für Soldaten zwingend notwendig.

Freie Heilfürsorge für Soldaten

In der Bundeswehr besteht für alle Berufs- und Zeitsoldaten ein Anspruch auf die sogenannte freie Heilfürsorge des Dienstherrn. Das bedeutet, dass dieser alle Kosten trägt, die während der gesamten Dienstzeit zur Erhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit der Soldaten anfallen. Falls schon eine Krankenversicherung bei Eintritt in den Wehrdienst bestehen sollte, ruht diese während der Dienstzeit und die Kosten dafür werden in der Regel von der Bundeswehr getragen. Soldaten, die die truppenärztliche Versorung in Anspruch nehmen, sind allerdings verpflichtet im Krankheitsfall den diensthabenden Arzt der jeweiligen Einheit aufzusuchen und haben keine freie Arztwahl.

Auch während eines Urlaubs in Deutschland müssen Soldaten den Truppenarzt einer erreichbaren Kaserne aufsuchen und sich dort behandeln lassen. Nur im Notfall darf auch ein niedergelassener Arzt konsultiert werden. Für Behandlungen durch Fachärzte muss eine Überweisung des Truppenarztes vorgelegt werden, andernfalls werden die so entstandenen Kosten nicht vom Bund übernommen und müssen aus eigener Tasche entrichtet werden.

Die freie Heilfürsorge weist jedoch im privaten Bereich Lücken auf, zum Beispiel beim Reisen ins Ausland, beim Zahnersatz und bei der Erstattung von Sehhilfen. Für diese Bereiche müssen Soldaten privat vorsorgen, um einen umfangreichen Versicherungsschutz zu erhalten. Zudem endet mit dem Ausscheiden aus der Bundeswehr mit dem 55. Lebensjahr auch der Heilfürsorgeanspruch Für Berufssoldaten. Danach wird den pensionierten Soldaten eine Beihilfe gewährt, die jedoch meist nur 50 bis 70 Prozent der anfallen Kosten für die ärztliche Versorgung abdeckt. Spätestens zu dem Zeitpunkt müssen Soldaten in die private Krankenversicherung (PKV) eintreten.

Beihilfe und private Krankenversicherung für Soldaten auf Zeit

Die Dienstdauer von Zeitsoldaten ist von vornherein zeitlich begrenzt. Während des Wehrdienstes gewährt die Bundeswehr freie Heilfürsorge und auch nach Ablauf der Dienstzeit besteht Anspruch auf eine Beihilfe, sofern die Dienstzeit mindestens vier Jahre betrug. Ebenso besteht ein Anspruch auf Übergangsgebührnisse. Jedoch werden anfallende Kosten für die Gesundheit nur noch zu 70 Prozent vom Dienstherrn übernommen, sodass die entstandene Lücke von 30 Prozent durch eine private Krankenversicherung abgedeckt werden muss. Wenn der Anspruch auf Beihilfe erlischt, richtet sich das Versicherungsverhältnis nach der beruflichen Tätigkeit des ehemaligen Soldaten.

Übergangsgebührnisse

Übergangsgebührnisse erhalten Zeitsoldaten mit mindestens vier Jahren Dienstzeit nach ihrer Entlassung aus der Bundeswehr.

Wenn Soldaten nach ihrer Wehrdienstzeit sofort ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis aufnehmen oder ohne Anspruch auf Übergangsgebührnisse an einer Hochschule studieren gehen, werden sie in der gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert. Unter bestimmten Umständen können sie sich jedoch von der Versicherungspflicht befreien lassen und Mitglied der privaten Krankenkasse werden. Mehr Informationen gibt es unter Private Krankenversicherung Studenten Test und Private Krankenversicherung Angestellte Test.

Beihilfeanspruch von Familienmitgliedern

Nicht nur Soldaten profitieren während ihrer aktiven Dienstzeit von der Fürsorge ihres Dienstherrn. Auch Familienmitglieder von Berufs- und Zeitsoldaten können während dieser Zeit Beihilfe beziehen. Für den Ehepartner übernimmt die Bundeswehr 70 Prozent der Krankheitskosten und für Kinder sogar je 80 Prozent. Die Lücken müssen auch hierbei durch eine private Restkostenversicherung geschlossen werden.

Leistungen der privaten Krankenversicherung für Soldaten

Durch die freie Heilfürsorge werden die ärztlichen Kosten für Soldaten komplett abgedeckt – jedoch nur für Standardleistungen. Für die Bereiche Sehhilfe, Zahnersatz mit hochwertigen Materialien, Auslandsurlaub, Vorsorgeuntersuchungen und alternative Heilmethoden, falls diese gewünscht sind, empfiehlt es sich eine zusätzliche private Krankenversicherung abzuschließen.

Im Allgemeinen hängt der Umfang der privaten Krankenversicherung von den jeweiligen individuellen Bedürfnissen der Soldaten ab.

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Auslandskrankenversicherung für Soldaten

Eine Krankheit oder ein Unfall im Ausland kann für Soldaten ohne Auslandskrankenversicherung richtig teuer werden, denn dabei stets die deutsche Gebührenordnung der Ärzte. In einem solchen Fall müssen die medizinischen Kosten in Vorleistung bezahlt werden und ob die Heilfürsorge eine Erstattung leistet, ist ungewiss. Der Rücktransport aus dem Urlaubsland zurück in die Heimat fällt ebenfalls nicht unter die Leistungen der Heilfürsorge, weshalb dieser privat abgesichert werden sollte. Um sich vor unvorhersehbaren Kosten im Ausland zu schützen, ist eine Auslandskrankenversicherung mehr als empfehlenswert. (Krankenzusatzversicherung)

Anwartschaftsversicherung für Soldaten

Da der Anspruch auf Heilfürsorge mit dem Eintritt in die Pensionierung endet und danach eine private Versicherung abgeschlossen werden muss, sollten Soldaten unbedingt so früh wie möglich eine Anwartschaftsversicherung abschließen. Mit dieser sichern sie sich das Recht, in die PKV ohne erneute Gesundheitsprüfung aufgenommen zu werden.

Die Beiträge in der PKV richten sich nach dem Alter und dem Gesundheitszustand. In der Regel verschlechtert sich die Gesundheit mit zunehmendem Alter. Aufgrund dessen können die Beiträge und Risikozuschläge zur PKV nach dem Ende des Wehrdienstes immens sein. Im schlimmsten Fall wird der Antrag zur privaten Versicherung sogar abgelehnt. Mit einer Anwartschaftsversicherung ist die Aufnahme in die PKV jedoch garantiert, und zwar auf der Grundlage einer viel früher abgeschlossenen Gesundheitsprüfung. Es gibt dabei zwei formen der Anwartschaft.

Kleine Anwartschaft

Wer eine kleine Anwartschaftsversicherung abschließt, sichert sich allein das Recht, ohne erneute Gesundheitsprüfung nach Beendigung des Wehrdienstes in die PKV eintreten zu dürfen. Es wird also eine Gesundheitsprüfung durchgeführt, deren Ergebnisse sozusagen “eingefroren” werden, bis der Soldat seinen Anspruch auf die Heilfürsorge verliert und in die PKV eintreten muss. Falls Krankheiten in der Zwischenzeit auftreten, werden diese später bei der Beitragsberechnung nicht mit einbezogen. Die kleine Anwartschaft ist eher für Zeitsoldaten geeignet, die nach Dienstende nur kurzzeitig Anspruch auf Beihilfe haben.

Große Anwartschaft

In der großen Anwartschaftsversicherung wird neben dem Gesundheitszustand auch noch das Alter, beziehungsweise der Beginn der Versicherung “gespeichert”. Daher ist die große Anwartschaft besonders für Berufssoldaten sehr sinnvoll, denn häufig vergehen 20 bis 30 Jahre, bis der Heilfürsorgeanspruch erlischt. Ohne Anwartschaft ist im Alter mit sehr hohen Beiträgen für die PKV zu rechnen. Je früher die große Anwartschaftsversicherung also von Soldaten abgeschlossen wird, desto niedriger sind im Pensionsalter die Beiträge zur PKV. Aufgrund des größeren Versicherungsschutzes ist der Beitrag zur großen Anwartschaft deutlich höher, als bei der kleinen Anwartschaft.

Unbedingt vergleichen

Bevor Soldaten eine private Krankenversicherung abschließen, sollten sie unbedingt die verschiedenen Anbieter und deren Leistungen miteinander vergleichen. Aus der Vielzahl der Versicherer, in Kombination mit den eigenen Ansprüchen, die perfekte Versicherung herauszufinden kann, eine ziemliche Herausforderung sein. Jedoch schafft ein Vergleich einen transparenten Überblick über alle in Frage kommenden Angebote.