Private Krankenversicherung für Ehepartner

Das Wichtigste in Kürze

  • Ehepartner von Privatversicherten, die kein eigenes Einkommen haben oder nur geringfügig beschäftigt sind, können in die private Krankenversicherung wechseln.
  • In der privaten Krankenversicherung muss jeder einen eigenen Versicherungsvertrag abschließen – unabhängig vom Familienstand.
  • Vorteil: Der Versicherungsschutz kann optimal an die persönlichen Bedürfnisse angepasst werden. Unabhängig vom Ehepartner können beispielsweise Heilpraktiker-Leistungen mitversichert werden.
  • Ehepartner von Beamten erhalten 70 Prozent Beihilfe, wenn ihr Einkommen eine bestimmte Grenze nicht überschreitet. So profitieren auch sie von günstigen Beiträgen.
  • Der Weg zurück in die gesetzlich Krankenversicherung ist für Ehepartner nur möglich, wenn sie für mindestens ein Jahr einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen.

So gehen Sie beim Versicherungsabschluss vor

  • Prüfen Sie die Möglichkeiten eines Wechsels in die private Krankenversicherung anhand Ihrer beruflichen Situation.
  • Vergleichen Sie die Tarife und überlegen Sie, welche Leistungen Ihnen wichtig sind.
  • Sollten Sie Fragen zur privaten Krankenversicherung für Ehepartner haben, lassen Sie sich von uns beraten.

Allgemeines zu Ehepartnern in der privaten Krankenversicherung

Unter bestimmten Umständen kann der Ehepartner eines Privatversicherten in die private Krankenversicherung wechseln.

In der privaten Krankenversicherung (PKV) muss der Ehepartner eines Privatversicherten allerdings  in jedem Fall einen eigenen Tarif abschließen. Eine Familienversicherung wie in der gesetzlichen Krankenversicherung gibt es nicht. Daher ist in der PKV auch keine beitragsfreie Mitversicherung des Ehepartners möglich.

Vorteil: Eigener Vertrag

Im Gegensatz zur GKV erfolgt die Beitragsermittlung in der privaten Krankenversicherung unabhängig vom Einkommen. Die Beiträge werden in der PKV individuell anhand des Alters und des Gesundheitszustands des Versicherten berechnet. Daher kann der Versicherungsschutz durchaus günstiger sein als der des Ehepartners.

Die versicherten Leistungen können individuell an die persönlichen Bedürfnisse angepasst werden – unabhängig vom Tarif des Ehepartners.

Wechselmöglichkeiten für…

Erwerbslose Ehepartner

Ist der Ehepartner des Privatversicherten erwerbslos und bezieht kein Einkommen verfügt, kann er in die private Krankenversicherung wechseln. Er muss dann einen eigenen Vertrag abschließen und monatliche Beiträge entrichten.

Alternativ kann sich der erwerbslose Ehepartner freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) versichern.

Geringfügig beschäftigte Ehepartner

Die Situation für geringfügig beschäftigte Ehepartner ist ähnlich wie bei Erwerbslosen. Der Wechsel in die private Krankenversicherung ist möglich.

Angestellte Ehepartner

Ein versicherungspflichtig angestellter Ehepartner ist in der Regel dazu verpflichtet, sich gesetzlich zu versichern.

Nur wenn das monatliche Brutto-Einkommen des angestellten Partners die Versicherungs­pflicht­grenze übersteigt, ist ein Wechsel in die private Krankenversicherung möglich.

2019 liegt die Versicherungspflichtgrenze bei 60.750 Euro im Jahr.

Selbständige Ehepartner

Ist der Ehepartner hauptberuflich selbständig, kann er frei zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung wählen. Eine Versicherungspflicht in der GKV besteht für Selbständige nicht.

Landwirte und Künstler sind eine Ausnahme. Für sie gilt trotz Selbständigkeit eine Versicherungspflicht. Sie können sich jedoch von der Versicherungspflicht befreien lassen und in die private Krankenversicherung wechseln.

Verbeamtete Ehepartner

Beamte haben grundsätzlich einen Anspruch auf Beihilfe von ihrem Dienstherrn. Über die Beihilfe beteiligt sich der Dienstherr zu einem bestimmten Prozentsatz an den Krankheitskosten der Beamten.

Die Höhe der Beihilfe variiert je nach Bundesland und Familienstand. Bei verheirateten Beamten liegt sie jedoch in der Regel bei 70 Prozent. Für die restlichen 30 Prozent bieten die privaten Krankenversicherer eine sogenannte Restkostenversicherung für Beamte an.

Ehepartner von Beamten haben ebenfalls Anspruch auf Beihilfe, sofern sie sich nicht freiwillig gesetzlich versichern. Die Höhe der Beihilfe liegt für Ehepartner bei 70 Prozent. Anspruch auf Beihilfe besteht für Ehepartner jedoch nur, wenn sie bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschreiten.

Der Beihilfeanspruch bleibt im Pensionsalter sowohl für den Beamten selbst als auch für den Ehepartner bestehen.

Der Beihilfeanspruch bleibt auch im Pensionsalter des Privatversicherten und im Rentenalter des Ehepartners bestehen.

Bei diesem Ehepartner wird das Kind mitversichert

Für die Frage bei welchem Ehepartner die Kinder mitversichert werden, sind Einkommen und Versichertenstatus der Eltern entscheidend.

Sind beide Partner gesetzlich versichert sind, wird das Kind beitragsfrei im Rahmen der Familienversicherung mitversichert.

Sind beide Ehepartner privat versichert, muss für das Kind ein eigenständiger Versicherungsvertrag in der privaten Krankenversicherung abgeschlossen werden (Private Krankenvericherung für Kinder).

Ist nur einer der Ehepartner in der privaten Krankenversicherung, entscheidet die Höhe des Einkommens darüber, wo das Kind versichert wird.

  • Verdient der gesetzlich versicherte Partner mehr, können die Eltern selbst entscheiden, ob das Kind privat oder gesetzlich versichert werden soll.
  • Hat der Privatversicherte ein höheres Einkommen, muss das Kind ebenfalls privat versichert werden.

Arbeitgeberzuschuss zum PKV-Beitrag des Ehepartners

Arbeitgeber zahlen privatversicherten Angestellten einen Zuschuss zu den monatlichen Versicherungsbeiträgen. Dieser liegt in der Regel bei 50 Prozent.

Grundsätzlich können auch Ehepartner einen Arbeitgeberzuschuss in der privaten Krankenversicherung erhalten. Das geht allerdings nur, wenn die Voraussetzungen für eine Familienversicherung gegeben sind, wenn der Privatversicherte gesetzlich versichert wäre.

Weitere Voraussetzungen für den Arbeitgeberzuschuss für Ehepartner:

  • Der Ehepartner darf nicht hauptberuflich selbständig tätig sein.
  • Das monatliches Einkommen des Ehepartners muss unter der Einkommensgrenze von 435 Euro liegen.
  • Bei geringfügig Beschäftigten gilt eine maximale Einkommensgrenze von 450 Euro pro Monat.

Der Arbeitgeberzuschuss für den Privatversicherten orientiert sich am maximalen Arbeitgeberanteil in der GKV. 2019 liegt dieser bei höchstens 351,66 Euro.

Liegt der tatsächlich gezahlte Arbeitgeberbeitrag unter dieser Grenze, bekommt der Ehepartner unter den oben genannten Bedingungen die Differenz als Zuschuss. Der Zuschuss beträgt jedoch maximal die Hälfte des Arbeitgeberanteils in der GKV..

Private Krankenversicherungen vergleichen

Um die besten und leistungsstärksten Tarife in der privaten Krankenversicherung für sich und den Ehepartner zu finden, empfiehlt es sich vor Vertragsschluss einen Tarif-Vergleich durchzuführen.

Aufgrund der großen Anzahl von Tarifvarianten verlieren Verbraucher leicht den Überblick. Wir helfen Ihnen gern und vergleichen für sie aktuelle Tarife der private Krankenversicherung – kostenlos und unverbindlich!

Dieser Artikel wurde zuletzt am 24.05.2019 aktualisiert.
Über den Autor
Claudia Täubner
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