Private Krankenversicherung Elternzeit

Viele frischgebackene Eltern wollen auch während der Elternzeit ihrem Job in Teilzeit nachgehen. Durch die Reduzierung des Gehalts droht jedoch der Fall unter die Pflichtversicherungsgrenze. Damit einher geht der Wechsel von der PKV in die GKV. Unter bestimmten Umständen lässt der Wechsel aus der privaten Krankenversicherung in der Elternzeit jedoch vermeiden.

Grundsätzliches zur Elternzeit

Die Elternzeit kann bis zum vollendeten dritten Lebensjahres des Kindes von beiden Elternteilen anteilig oder gleichzeitig genommen werden. Es ist jedoch auch möglich, die Zeit zu splitten und bis zu 24 Monate bis zum achten Geburtstag des Kindes zu nehmen. Dafür ist ein rechtzeitiger Antrag bei der Elterngeldstelle notwendig.

Ein Elternteil kann maximal zwölf Monate lang Elterngeld beziehen. Wenn sich die Eltern die Elternzeit teilen, wird die Bezugszeit um zwei Monate verlängert. Wenn zum Beispiel die Mutter zehn Monate und der Vater zwei Monate nimmt, bekommt dieser zwei zusätzliche Monate lang Elterngeld. Weiterhin ist es möglich, die Bezugszeit auf 28 Monate zu verlängern, wenn monatlich nur die Hälfte des Elterngeldes in Anspruch genommen wird. Gehen beide Eltern gleichzeitig in Elternzeit, kann jeder maximal nur sieben Monate lang Elterngeld beziehen.

In der Elternzeit darf höchstens 30 Stunden pro Woche gearbeitet werden, deshalb gibt es zur finanziellen Unterstützung das Elterngeld von der Elterngeldstelle. Es ersetzt in der Regel 65 Prozent des wegfallenden Gehalts während der Elternzeit, bis zu einem Maximalbetrag von 1.800 Euro. Sollten Eltern vor der Geburt des Kindes noch kein Einkommen erwirtschaftet haben, stehen ihnen 300 Euro monatlich zu. Unter bestimmten Umständen, wie bei einer Mehrlingsgeburt, wird das Elterngeld erhöht.

Private Krankenversicherung Elternzeit: Beiträge

Personen, die in der privaten Krankenversicherung versichert sind und sich Elternzeit nehmen, müssen ihre Beiträge in voller Höhe über diesen Zeitraum weiterzahlen. Zudem fällt der Arbeitgeberzuschuss weg, wenn nicht in Teilzeit gearbeitet wird, was manche Eltern vor eine große finanzielle Hürde stellt. Damit die Elternzeit aber nicht nur mit Bangen um den finanziellen Status verbracht wird, haben viele private Versicherungsunternehmen mittlerweile spezielle Tarife für frischgebackene Eltern. Diese beinhalten eine beitragsfreie Zeit von sechs bis zwölf Monaten. So bleibt der umfassende Schutz, den die private Krankenversicherung gewährt, auch ohne monatliche Beiträge in der Elternzeit bestehen.

Zudem kann geprüft werden, ob der Arbeitgeberzuschuss in der privaten Krankenversicherung des arbeitenden Elternteils bereits voll ausgeschöpft wird. Ist dem nicht so, besteht unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf einen Zuschuss zum PKV-Beitrags des Elternteils in Elternzeit.

Individuelle Lösung finden

Setzen Sie sich schon frühzeitig mit Ihrem Versicherer zusammen, wenn die Familienplanung ansteht und es um die Elternzeit geht. So finden Sie rechtzeitig eine praktische Lösung, damit Sie sich später um den finanziellen Aspekt keine Sorge machen brauchen.

 

Einkommen oberhalb der Pflichtversicherungsgrenze

Sollte das Einkommen während der Elternzeit die Pflichtversicherungsgrenze übersteigen, wird ganz normal der monatliche Beitrag zur PKV weitergezahlt.

Einkommen unterhalb der Pflichtversicherungsgrenze

Während der Elternzeit darf das betroffene Elternteil höchstens 30 Stunden in der Woche einer Arbeit nachgehen. Das ist gesetzlich so festgelegt. Dadurch kann es passieren, dass das Einkommen unter die Pflichtversicherungsgrenze von 59.400 Euro fällt. In diesem Fall müsste von der privaten Krankenversicherung in die gesetzliche Krankenversicherung gewechselt werden.

Es besteht jedoch die Möglichkeit, sich von dieser Versicherungspflicht zu befreien, wenn feststeht, dass das Elternteil nach der Elternzeit wieder Vollzeit in den Job zurückkehrt. Dazu muss ein Befreiungsantrag bei der GKV gestellt werden. Wird der Antrag bestätigt, bleibt das Elternteil in der PKV. Die Befreiung von der Krankenversicherungspflicht beschränkt sich auf die Dauer der Teilzeitanstellung.

Pflichtversicherte in der GKV sind über den Zeitraum der Elternzeit allgemein von den Beiträgen befreit und müssen somit nichts zahlen.

Antrag auf Befreiung von der GKV

Der Antrag zur Befreiung von der Krankenversicherungspflicht muss dort gestellt werden, wo die Eltern zuletzt gesetzlich versichert waren. Waren sie zu keinem Zeitpunkt in ihrem Leben gesetzlich versichert, kann das gesetzliche Versicherungsunternehmen für die Antragsstellung frei gewählt werden.

Wird der Antrag genehmigt, gilt er nur für die Dauer der Teilzeitarbeit während der Elternzeit. Sollte die Anstellung nach der Elternzeit weiter in Teilzeit erfolgen, ist ein neuer Antrag bei der gesetzlichen Krankenkasse nötig.

Weiterhin ist der Nachweis einer anderweitigen bestehenden Absicherung nach § 8 Abs. 2SGB V Voraussetzung für die Befreiung von der gesetzlichen Versicherungspflicht. Am besten eignet sich dafür eine Kopie der bestehenden Police bei der PKV.

Der Antrag muss innerhalb von drei Monaten nach Antritt der Teilzeitbeschäftigung gestellt werden und wirkt rückwirkend, sofern in dem Zeitraum noch keine Arztbesuche stattfanden.
Andernfalls wirkt die Befreiung erst vom nächsten Kalendermonat an.

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Rückkehr in die PKV nach der Elternzeit

Wenn nach der Elternzeit die Eltern lieber Mutter und Vater, anstatt Angestellte in Vollzeit sein wollen, können sie sich auch dann von der gesetzlichen Krankenkasse befreien lassen. Hierfür gibt es jedoch ein paar Voraussetzungen:

  • Die zukünftige Arbeitszeit darf höchstens die Hälfte der durchschnittlichen Arbeitszeit aller Angestellter betragen
  • Die letzten fünf Jahre muss das Einkommen über der Pflichtversicherungsgrenze gelegen haben
  • Die Pflichtversicherungsgrenze müsste erreicht werden, wenn die Teilzeitbeschäftigung als Vollzeitbeschäftigung ausgeführt werden würde
Fünfjahresfrist inklusive Elternzeit

Die Elternzeit wird bei der fünfjährigen Frist mit berücksichtigt. Sollten Sie zum Beispiel vier Jahre lang Vollzeit gearbeitet haben und anschließend ein Jahr Elternzeit nehmen, können Sie sich bei einer darauf folgenden Wiederaufnahme Ihres Jobs in Teilzeit von der Versicherungspflicht befreien lassen.

Anwartschaftsversicherung

Eltern, die während der Teilzeitarbeit in der Elternzeit in die gesetzliche Krankenkasse wechseln möchten, können sich mit einer Anwartschaft bei ihrer privaten Krankenversicherung den Wiedereintritt ohne erneute Gesundheitsprüfung und gegebenenfalls zu den gleichen Konditionen sichern. Außerdem verfallen die gezahlten Beiträge nicht und werden bei Rückkehr in die PVK wieder geltend gemacht. Der Versicherungsnehmer kann später jederzeit von seinem Recht Gebrauch machen und wieder in die PKV eintreten, es ist jedoch kein Muss.

Bei Austritt aus der PKV über die Elternzeit erlischt auch der Vertrag inklusive Versicherungstarif. Sollte der Wunsch bestehen, zu einem späteren Zeitpunkt wieder Mitglied der PKV zu werden, ergeben sich ohne Anwartschaftsversicherung einige Nachteile:

  • die Gesundheitsprüfung muss erneut abgelegt werden
  • Altersrückstellungen gehen mit Erlöschen des Vertrags verloren
  • die Beiträge sind durch das erhöhte Alter und Gesundheitsrisiko teurer
  • der Versicherungsschutz greift erst nach Ablauf einer gewissen Wartezeit

Private Krankenversicherung für Beamte in Elternzeit

Für Beamte in der PKV gelten im Groben die gleichen Regelungen, wie für normale Angestellte. Ein paar Unterschiede und Sonderregelungen gibt es dennoch. Der Anspruch auf Elternzeit gilt auch für Beamte bis zum dritten vollendeten Lebensjahr des Kindes, das Elterngeld muss jedoch bei der zuständigen Personaldienststelle beantragt werden. Eine Teilzeitbeschäftigung ist auch für Beamte mit höchstens 30 Stunden die Woche möglich. Zudem können auch privat krankenversicherte Beamte Zuschüsse für die Pflege- und Krankenversicherung, bei der zuständigen Bezugsstelle, beantragen. Mehr Informationen über Beamte in der privaten Krankenversicherung gibt es unter Private Krankenversicherung Beamte Test.

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