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Private Krankenversicherung in der Elternzeit

Privatversicherte müssen in der Elternzeit die vollen Beiträge zahlen. Allerdings gibt es Möglichkeiten, um zu sparen.
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Das Wichtigste in Kürze

  • Eltern haben Anspruch auf Elternzeit, bis ihr Kind drei Jahre alt wird. Während zwölf, respektive 14 Monaten können sie Elterngeld beziehen.
  • Die private Krankenversicherung (PKV) können sie während dieser Zeit unverändert fortführen. Allerdings fällt der Arbeitgeber-Anteil weg. Es müssen also die vollen Beiträge gezahlt werden.
  • Es gibt aber Möglichkeiten, die Beitragshöhe zu senken.
  • So kann man etwa prüfen, ob der Arbeitgeberzuschuss des arbeitenden Partners in der PKV bereits ausgeschöpft ist. Zudem gibt es Versicherungen, die spezielle Tarife für frischgebackene Eltern anbieten.
  • Bei Teilzeitarbeit während der Elternzeit kann eine Versicherungspflicht zur gesetzlichen Krankenversicherung eintreten. Es ist aber möglich, sich davon befreien zu lassen.
  • Möglich ist es auch, die PKV während der Elternzeit ruhen zu lassen, sodass man später problemlos  zurückkehren kann.

PKV-Beiträge in der Elternzeit

Nehmen sich Privatversicherte Elternzeit, müssen ihre Beiträge in voller Höhe über diesen Zeitraum weiterzahlen. Zudem fällt der Arbeitgeberzuschuss bei der privaten Krankenversicherung (PKV) weg, wenn nicht in Teilzeit gearbeitet wird, was manche Eltern vor eine große finanzielle Hürde stellt. Im schlimmsten Fall verdoppeln sich die Versicherungskosten sogar.

Allerdings erhalten Privatversicherte meistens ein etwas höheres Elterngeld. Denn der Staat zieht bei ihnen bei der Berechnung des Elterngeldes keine Pauschale ab für die Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge. Bei gesetzlich Versicherten beträgt die Pauschale rund 9 Prozent des Einkommens. Damit setzen die Behörden bei Privatversicherten ein etwas höheres Nettoeinkommen an, entsprechend mehr Elterngeld gibt es.

Spezielle PKV-Tarife und Arbeitgeberzuschuss des Partners prüfen

Einige Versicherungsunternehmen bieten mittlerweile zudem spezielle PKV-Tarife für frischgebackene Eltern an. Diese beinhalten eine beitragsfreie Zeit von beispielsweise sechs Monaten. Oft ist dies aber an weitere Bedingungen geknüpft.

Zudem kann geprüft werden, ob der Arbeitgeberzuschuss in der privaten Krankenversicherung des arbeitenden Elternteils bereits voll ausgeschöpft wird. Grundsätzlich haben auch Familienmitglieder das Recht auf einen Arbeitgeberzuschuss.

Was gilt für gesetzlich Versicherte während der Elternzeit?

Sind frischgebackene Väter oder Mütter in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) pflichtversichert, entfallen die Beiträge während der Elternzeit. Diese Beitragsfreiheit bezieht sich aber nur auf das Elterngeld selbst. Andere Regeln gelten, wenn jemand während der Elternzeit andere Einnahmen erzielt. Dann leisten er und der Arbeitgeber GKV-Beiträge, die auf das Gehalt anfallen. Wer in der GKV familienversichert ist, muss weiterhin keine Beiträge zahlen.

Freiwillig gesetzlich Versicherte leisten weiterhin Beiträge

Freiwillig gesetzlich Versicherte müssen hingegen während der Elternzeit weiterhin Beiträge leisten. Doch in diesem Fall kann man unter Umständen von der Familienversicherung profitieren, sofern der Ehepartner gesetzlich versichert ist. Die freiwillige Mitgliedschaft wird dann beitragsfrei weitergeführt. Besteht kein Anspruch auf eine Familienversicherung, zahlt man während der Elternzeit in der Regel einen Mindestbeitrag von monatlich rund 145 Euro (2019), sofern man weniger als 1.038 Euro einnimmt. Möglicherweise wird das Einkommen eines privat versicherten Ehe- oder Lebenspartner anteilig bei der Berechnung der Beiträge berücksichtigt.

Was passiert bei Teilzeitarbeit während der Elternzeit?

Während der Elternzeit darf auch ein Einkommen erzielt werden, beispielsweise aus einem Teilzeitjob. Der betroffene Elternteil darf höchstens 30 Stunden in der Woche einer Arbeit nachgehen. Das ist gesetzlich so festgelegt. Sollte das Einkommen die Pflichtversicherungsgrenze übersteigen, wird ganz normal der monatliche Beitrag zur PKV weitergezahlt.

Es kann aber durchaus passieren, dass das jährliche Einkommen unter die Versicherungspflichtgrenze von 60.750 Euro (Stand 2019) fällt. In diesem Fall müsste von der privaten Krankenversicherung in die gesetzliche Krankenversicherung gewechselt werden.

Es besteht jedoch die Möglichkeit, sich von dieser Versicherungspflicht zu befreien, wenn feststeht, dass der Elternteil nach der Elternzeit wieder Vollzeit in den Job zurückkehrt. Dazu muss ein Befreiungsantrag bei der GKV gestellt werden. Wird der Antrag bestätigt, bleibt der Elternteil in der PKV. Die Befreiung von der Krankenversicherungspflicht beschränkt sich auf die Dauer der Teilzeitanstellung.


Antrag auf Befreiung von der GKV

Der Antrag zur Befreiung von der Krankenversicherungspflicht muss dort gestellt werden, wo die Eltern zuletzt gesetzlich versichert waren. Waren sie zu keinem Zeitpunkt in ihrem Leben gesetzlich versichert, kann das gesetzliche Versicherungsunternehmen für die Antragsstellung frei gewählt werden.

Wird der Antrag genehmigt, gilt er nur für die Dauer der Teilzeitarbeit während der Elternzeit. Sollte die Anstellung nach der Elternzeit weiter in Teilzeit erfolgen, ist ein neuer Antrag bei der gesetzlichen Krankenkasse nötig. Weiterhin ist der Nachweis einer anderweitigen bestehenden Absicherung nach § 8 Abs. 2SGB V Voraussetzung für die Befreiung von der gesetzlichen Versicherungspflicht. Am besten eignet sich dafür eine Kopie der bestehenden Police bei der PKV.

Befreiung von der Versicherungspflicht kann nicht so einfach rückgängig gemacht werden

Der Antrag muss innerhalb von drei Monaten nach Antritt der Teilzeitbeschäftigung gestellt werden und wirkt rückwirkend, sofern in dem Zeitraum noch keine Arztbesuche stattfanden. Andernfalls wirkt die Befreiung erst vom nächsten Kalendermonat an.

Die Befreiung der Versicherungspflicht kann später nicht rückgängig gemacht werden. So lange die Teilzeitbeschäftigung andauert, kann nicht wieder in die GKV gewechselt werden.

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Anwartschaftsversicherung

Eltern, die während der Teilzeitarbeit in der Elternzeit in die gesetzliche Krankenkasse wechseln möchten, können sich mit einer Anwartschaft bei ihrer privaten Krankenversicherung den Wiedereintritt ohne erneute Gesundheitsprüfung und gegebenenfalls zu den gleichen Konditionen sichern. Außerdem verfallen die gezahlten Beiträge nicht und werden bei Rückkehr in die PVK wieder geltend gemacht. Der Versicherungsnehmer kann später jederzeit von seinem Recht Gebrauch machen und wieder in die PKV eintreten, es ist jedoch kein Muss.

Bei Austritt aus der PKV über die Elternzeit erlischt auch der Vertrag inklusive Versicherungstarif. Sollte der Wunsch bestehen, zu einem späteren Zeitpunkt wieder Mitglied der PKV zu werden, ergeben sich ohne Anwartschaftsversicherung einige Nachteile:

  • die Gesundheitsprüfung muss erneut abgelegt werden
  • Altersrückstellungen gehen mit Erlöschen des Vertrags verloren
  • die Beiträge sind durch das erhöhte Alter und Gesundheitsrisiko teurer
  • der Versicherungsschutz greift erst nach Ablauf einer gewissen Wartezeit

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Die PKV nach der Elternzeit

Ist das Einkommen nach der Elternzeit oberhalb der Versicherungspflichtgrenze, so kann der Arbeitnehmer in der privaten Krankenversicherung bleiben. Liegt es aber darunter, muss grundsätzlich in die gesetzliche Krankenversicherung gewechselt werden.

Anders sieht es aus, wenn jemand nach der Elternzeit eine Teilzeitstelle antritt. Die Bedingungen sind dann gleich wie bei anderen Privatversicherten, die in die Teilzeitbeschäftigung wechseln. Folgende Voraussetzungen gibt es:

  • Die Arbeitszeit darf höchstens die Hälfte der durchschnittlichen Arbeitszeit aller Angestellter im Betrieb betragen.
  • Die letzten fünf Jahre muss das Einkommen über der Pflichtversicherungsgrenze gelegen haben.
  • Die Pflichtversicherungsgrenze müsste erreicht werden, wenn die Teilzeitbeschäftigung als Vollzeitbeschäftigung ausgeführt werden würde.

Fünfjahresfrist inklusive Elternzeit

Angestellte in Teilzeit können in er PKV bleiben, wenn das Einkommen fünf Jahre zuvor über der Pflichtversicherungsgrenze lag. Die Elternzeit wird an diese Fünfjahresfrist angerechnet. Sollten Sie zum Beispiel vier Jahre lang Vollzeit gearbeitet haben und anschließend ein Jahr Elternzeit nehmen, können Sie sich bei einer darauf folgenden Wiederaufnahme Ihres Jobs in Teilzeit von der Versicherungspflicht befreien lassen.

Private Krankenversicherung für Beamte in Elternzeit

Für Beamte in der PKV gelten im Groben die gleichen Regelungen, wie für normale Angestellte. Ein paar Unterschiede und Sonderregelungen gibt es dennoch. Der Anspruch auf Elternzeit gilt auch für Beamte bis zum dritten vollendeten Lebensjahr des Kindes, das Elterngeld muss jedoch bei der zuständigen Personaldienststelle beantragt werden. Eine Teilzeitbeschäftigung ist auch für Beamte mit höchstens 30 Stunden die Woche möglich. Zudem können auch privat krankenversicherte Beamte Zuschüsse für die Pflege- und Krankenversicherung bei der zuständigen Bezugsstelle beantragen. Die Regeln unterscheiden sich jedoch je nach Dienstherr.


Grundsätzliches zur Elternzeit

Die Elternzeit kann bis zum vollendeten dritten Lebensjahr des Kindes von beiden Elternteilen anteilig oder gleichzeitig genommen werden. Es ist jedoch auch möglich, die Zeit zu splitten und bis zu 24 Monate bis zum achten Geburtstag des Kindes zu nehmen. Dafür ist ein rechtzeitiger Antrag bei der Elterngeldstelle notwendig.

Ein Elternteil kann maximal zwölf Monate lang Elterngeld vom Staat beziehen. Wenn sich die Eltern die Elternzeit teilen, wird die Bezugszeit um zwei Monate verlängert. Wenn zum Beispiel die Mutter zehn Monate und der Vater zwei Monate nimmt, bekommt dieser zwei zusätzliche Monate lang Elterngeld. Weiterhin ist es möglich, die Bezugszeit auf 28 Monate zu verlängern, wenn monatlich nur die Hälfte des Elterngeldes in Anspruch genommen wird. Gehen beide Eltern gleichzeitig in Elternzeit, kann jeder maximal nur sieben Monate lang Elterngeld beziehen.

Das Elterngeld ersetzt in der Regel 65 Prozent des wegfallenden Gehalts während der Elternzeit, bis zu einem Maximalbetrag von 1.800 Euro. Sollten Eltern vor der Geburt des Kindes noch kein Einkommen erwirtschaftet haben, stehen ihnen 300 Euro monatlich zu. Unter bestimmten Umständen, wie bei einer Mehrlingsgeburt, wird das Elterngeld erhöht. Während der Elternzeit ruht das Arbeitsverhältnis. Es besteht Kündigungsschutz. Möglich ist es aber auch, Teilzeit bis 30 Stunden pro Woche zu arbeiten.


Vergleichshinweise, Tests und Fazit

Wer sich Kinder wünscht oder welche erwartet, muss sich auch mit Versicherungsfragen auseinandersetzen. Oft ist es gar nicht so leicht, sich in diesem Gebiet zurechtzufinden. Hilfe liefert unser kostenlosen Tarifrechner weiter oben auf der Seite oder aktuelle Testergebnisse zu privaten Krankenversicherungen. Oft hilft auch eine persönliche Beratung, um eine passende Lösung zu finden. Unsere Experten sind unter 030 – 120 82 82 8 oder kontakt@transparent-beraten.de für Sie erreichbar.

Möglicherweise finden Sie auch eine private Krankenversicherung mit einem Tarif, der während der Elternzeit eine Beitragsfreistellung vorsieht. Bevor Sie sich aber dafür entscheiden, sollten sie diesen sorgfältig mit anderen Tarifen vergleichen und das Preis-Leistungs-Verhältnis unter die Lupe nehmen. Denn eine Wechsel in der PKV lohnt sich nicht immer. So müssen oft mit einer neuen Gesundheitsprüfung, Wartezeiten und einem Verlust der Altersrückstellungen gerechnet werden.

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