Sehr gut 4.9/5
164 Kundenbewertungen
ein Fachportal von transparent-beraten.de

Freiwillig krankenversichern

Freiwillige Krankenversicherung als Pendant zur Pflichtversicherung
Sichern Sie sich jetzt ab und sparen Sie bis zu 67% mit unserem kostenfreien Tarifvergleich Mein PKV-Tarifvergleich

Das Wichtigste in Kürze

  • In Deutschland gibt es neben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und der privaten Krankenversicherung (PKV) die Möglichkeit, sich freiwillig krankenversichern zu lassen.
  • Voraussetzung für eine Mitgliedschaft in der freiwilligen Krankenversicherung der GKV ist, dass keine Versicherungspflicht besteht.
  • Zu den Anspruchsberechtigten einer freiwilligen Krankenversicherung zählen beispielsweise Selbständige, Ärzte, besserverdienende Arbeitnehmer und Beamte.
  • Beim Übergang oder Wechsel in die freiwillige Krankenversicherung gelten bestimmte gesetzliche Fristen, die man beachten sollte.
  • Die Beiträge orientieren sich bis zur Beitragsbemessungsgrenze am Verdienst des Versicherten. Bei Freiberuflern, Selbstständigen und Rentnern werden zusätzlich auch andere Einkunftsarten berücksichtigt.
  • Rentner, die nicht in der Krankenversicherung der Rentner versichert sind, können sich freiwillig in der GKV versichern lassen.
  • Auch Studenten, die das 14. Fachsemester oder ihr 30. Lebensjahr bereits vollendet haben, können sich freiwillig versichern lassen.

Warum eine freiwillige Krankenversicherung?

In Deutschland ist jeder Bürger zum Abschluss einer Krankenversicherung verpflichtet. Die Mehrzahl der Versicherten in Deutschland ist automatisch Mitglied in der GKV. Staatsbeamte, wie Lehrer und Richter oder Selbständige und besserverdienende Arbeitnehmer, können dagegen auch in der PKV versichert sein. 

Neben der privaten und gesetzlichen Krankenversicherung hat sich eine dritte Form der Absicherungsmöglichkeit herauskristallisiert: die freiwillige Krankenversicherung. Oftmals wird sie von Personen genutzt, die nicht versicherungspflichtig sind und sich privat versichern lassen könnten, aber eine freiwillige gesetzliche Versicherung vorziehen. Dies hat oftmals den Grund, dass die Kosten der PKV mit der Zeit zu hoch werden können oder die umfangreichen Leistungen einer PKV nicht benötigt werden.

Lesen Sie in diesem Ratgeber mehr darüber, wer sich freiwillig versichern lassen kann, welche Fristen zu beachten sind und welche Beiträge auf Sie zukommen.


Wer kann sich freiwillig krankenversichern? 

Die freiwillige Versicherung bei einer GKV wird jeder Person zuteil, die nicht unter die allgemeine Versicherungspflicht fällt oder die Versicherungspflicht in der Krankenkasse beendet hat. Damit muss sich diese Personengruppe fortan um eine eigene Versicherung kümmern. In dem Zusammenhang können Sie entweder freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert bleiben oder entscheiden sich für eine Mitgliedschaft in der privaten Krankenversicherung.

Dabei können sich insbesondere folgende Personengruppen freiwillig krankenversichern:

  • Freiberufler
  • Selbständige
  • Ärzte
  • Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze des Vorjahres
  • Schwerbehinderte
  • Personen, deren Versicherungsschutz in der Familienversicherung erloschen ist.
  • Kinder, die nicht mitversichert sind, weil das Einkommen des Elternteils über der Versicherungspflichtgrenze liegt.
  • Beamte
  • Studenten und Promotionsstudenten
  • Arbeitnehmer, deren Mitgliedschaft durch eine Beschäftigung im Ausland endete, sofern nach einer Rückkehr innerhalb von 2 Monaten eine neue Beschäftigung aufgenommen wurde.
  • Personen, die ab dem 31. Dezember 2018 als Soldat oder Soldatin auf Zeit aus dem Dienst ausgeschieden sind.

Fristen in der freiwilligen Krankenversicherung

Arbeitnehmer mit einem Einkommen über der Versicherungspflichtgrenze in Höhe von 60.750 Euro (Stand: 2019), bleiben auch weiterhin in der GKV versichert, wenn der Mitteilung der Krankenkasse innerhalb von zwei Wochen nicht widersprochen wird. Sie sind dann automatisch freiwillig gesetzlich versichert. Die obligatorische Anschlussversicherung macht dies möglich. Ein Wechsel in die PKV ist dennoch jederzeit möglich.

Im Gegensatz dazu müssen alle anderen Arbeitnehmer, deren Pflichtmitgliedschaft endet, der eigenen Krankenkasse den Wunsch zur Weiterversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung schriftlich mitteilen. Die Frist zur schriftlichen Unterrichtung der Krankenkasse beträgt drei Monate nach Ende der Pflichtmitgliedschaft.

Die Mindestversicherungsdauer für die freiwillige GKV beträgt 2 Monate, was der Kündigungsfrist entspricht. Gekündigt werden kann zum Ende eines Monats. Die freiwillige GKV endet auch bei Arbeitslosigkeit oder bei geringem Einkommen.

Versicherungslücken vermeiden

Achten Sie bei einer Kündigung der alten Versicherung unbedingt darauf, die Fristen zu wahren und die neue Versicherung nahtlos anzuschließen, um Versicherungslücken zu verhindern.

Beginn und Ende der freiwilligen Krankenversicherung

Die freiwillige Krankenversicherung beginnt mit dem Ende der Pflichtversicherung oder Familienversicherung. Ansonsten mit dem Datum des Beitritts. Im Gegensatz dazu endet die freiwillige Krankenversicherung mit dem Zugang einer schriftlichen Kündigung, dem Tod oder dem Abschluss einer Pflichtversicherung. Die Auflösung der freiwilligen Krankenversicherung wird nur mit Nachweis einer anderen anschließenden Versicherung erreicht.


Versicherungsbeiträge in der freiwilligen Krankenversicherung

Für die Berechnung der Versicherungsbeiträge wird grundsätzlich das Einkommen des Versicherten bis zur Beitragsbemessungsgrenze zugrunde gelegt. Diese Regelung betrifft auch freiwillig gesetzlich Versicherte. Darüber hinaus wird in der Regel ein kassenindividueller Zusatzbeitrag berechnet.

Bei freiwillig versicherten Selbstständigen, Freiberuflern und Rentnern wird bei der Berechnung der Versicherungsbeiträge jedoch nicht nur das jeweilige Einkommen berücksichtigt. Vielmehr werden auch andere Einkunftsarten herangezogen. Hierzu zählen:

  • Einkünfte aus Kapitaleinnahmen
  • Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung 

Freiwillige Versicherung für Selbständige

Da Selbständige keinen Arbeitgeber haben, müssen sie den kompletten Beitrag selbst bezahlen – sowohl den Eigenanteil als auch den Arbeitgeberanteil. Bei Selbständigen wird das zugrunde gelegte Einkommen zunächst geschätzt. Der letzte Einkommenssteuerbescheid ist hier entscheidend.

Experten-Tipp:

Selbständige haben Wahl zwischen zwei Beitragssätzen

Entschließen sich Selbständige oder Freiberufler zur freiwilligen Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung, können sie zwischen zwei unterschiedlichen Beitragssätzen wählen: dem allgemeinen Beitragssatz und dem ermäßigten Beitragssatz. Der allgemeine Beitragssatz sieht die Zahlung von Krankengeld ab der siebten Krankheitswoche vor. Dieser beträgt 14,6 Prozent der beitragspflichtigen Einnahmen. Zu dem Beitragssatz kommt der von Krankenkasse zu Krankenkasse unterschiedlich angesetzte Zusatzbeitrag hinzu.

Ausgehend von einem monatlichen Einkommen in Höhe von 2.178,75 Euro beträgt der monatliche Beitrag zur Krankenversicherung 318,10 Euro. Im Gegensatz dazu offenbart der ermäßigte Beitragssatz ein Verzicht auf Krankengeld, sodass lediglich 14 Prozent plus Zusatzbeitrag anfallen.

Fiktives Mindesteinkommen für Geringverdiener

Wie bereits erläutert, wird zur Berechnung der Versicherungsbeiträge das Einkommen des Versicherten als Bemessungsgrundlage herangezogen. Dabei muss man jedoch eine Untergrenze beachten. In dem Zusammenhang müssen selbst Arbeitnehmer, die unterhalb dieser festgelegten Grenze verdienen, Beiträge für ein fiktives Mindesteinkommen entrichten. Dies ist beispielsweise häufig bei Geringverdienern und Studenten der Fall, die die Voraussetzungen für eine studentische Krankenversicherung nicht mehr erfüllen. Auch Personen ohne Einkommen können sich dadurch trotzdem freiwillig krankenversichern.

Höhe des fiktiven Mindesteinkommens

Im Jahr 2019 liegt das fiktive Mindesteinkommen für freiwillig Versicherte in der GKV bei jährlich 1.038 Euro. Ist das reale Einkommen geringer, greift das fiktive Mindesteinkommen. Das ergibt einen monatlichen Beitrag in Höhe von 151,55 Euro plus Zusatzbeitrag. 

Liegt das monatliche Einkommen jedoch über dem Wert des fiktiven Einkommens, müssen Versicherungsbeiträge auf das gesamte Einkommen entrichtet werden. Dabei wird das Einkommen jährlich auf Grundlage der aktuellen Steuererklärung geprüft. Eine rückwirkende Anpassung seitens der Krankenkasse erfolgt erst im Nachhinein nach Vorlage des Steuerbescheids. Stellt sich heraus, dass der Versicherte entweder zu viel oder zu wenig gezahlt hat, werden Beiträge erstattet bzw. Nachforderungen gestellt. Dies ist bis zu zwölf Monate rückwirkend möglich.

2019 sinkt Mindestbeitrag für Selbständige

Selbständige, die nur über ein geringes Einkommen verfügen, werden 2019 deutlich entlastet. Wer 1.142 Euro oder weniger pro Monat verdient, muss ab 2019 nur noch maximal 171 Euro für seine Krankenversicherung bezahlen, wenn er sich freiwillig gesetzlich versichert.

Bei geringem Einkommen Antrag auf Beitragsanpassung stellen

Befindet sich die Verdiensthöhe unter dem fiktiven Mindesteinkommen, sollten Versicherte einen Antrag auf Beitragsanpassung stellen. Begründet das monatliche Einkommen einen niedrigen Versicherungsbeitrag, wird die Krankenkasse der Ermäßigung stattgeben. Gleiches Vorgehen betrifft auch die Selbständigen. Bei Ausfall des erforderlichen Umsatzes können Selbständige einen Antrag auf Änderung der Beitragshöhe stellen. Hierbei lässt sich der entgangene Umsatz mit einem Vorauszahlungsbescheid oder einem Nachweis der Finanzverwaltung bestätigen. Bei der Antragsprüfung berücksichtigt die GKV das Einkommen des Partners aus einer eheähnlichen Gemeinschaft, Ehe oder Lebenspartnerschaft.

Freiwillig krankenversichern: Vorteile & Nachteile

VorteileNachteile
Geringere Beiträge als in der PKV für SelbständigeBei sehr hohem Einkommen sind die Beiträge u. U. höher als in der PKV.
Familienversicherung möglich, Kinder beitragsfrei mitversichernZum Einkommen zählen auch Einnahmen aus Kapitalanlagen oder Vermietung.
Keine Gesundheitsprüfung wie in der PKV, Beitrag unabhängig von VorerkrankungenLeistungsumfang bleibt beschränkt: Die GKV übernimmt nur die notwendigsten medizinischen Leistungen.
Beiträge bleiben stabil, keine Erhöhung im Alter (PKV im Alter)
Wechsel in die PKV immer noch später möglich

Für wen macht eher eine PKV Sinn?

Für einige Personengruppen macht die private Krankenversicherung mehr Sinn als die freiwillige gesetzliche Krankenversicherung. Dazu zählen u. a.:

  • Gutverdienende Angestellte, weil sie in der Regel einen geringeren Krankenversicherungsbeitrag zahlen als in der GKV und von besseren Leistungen profitieren.
  • Beamte, weil sie ihren Anspruch auf Beihilfe nutzen können. Dank höherer Selbstbeteiligung und der Wahl moderater Leistungen profitieren sie oftmals von sehr preiswerten Versicherungsbeiträgen.
  • Studenten, weil sie die günstigen Einsteigertarife der PKV nutzen können. Studenten, die Kinder von Beamten sind, erhalten zudem 80 Prozent Beihilfe und müssen nur 20 Prozent der Kosten übernehmen.

Kostenfreier PKV-Testsieger-Vergleich 2019

Die Testsieger aus Stiftung Warentest, Ökotest und Focus Money im Vergleich.
Sie haben Fragen?
Telefonische Expertenberatung
Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr.
Kontakt aufnehmen

Rentner in der freiwilligen Krankenversicherung

In der Regel sind Rentner und Rentenantragsteller in der Krankenversicherung der Rentner (KVdR) pflichtversichert, wenn eine entsprechende Vorversicherungszeit gegeben ist. Zu diesem Zweck muss für mindestens 90 Prozent der zweiten Hälfte des Erwerbslebens ein Krankenversicherungsschutz bestanden haben. 

Im Rahmen der Kalkulation von Anrechnungszeiten fallen folgende Faktoren ins Gewicht:

  • Die Zeiten der Pflichtmitgliedschaft
  • Die Zeiten der freiwilligen Mitgliedschaft
  • Die Zeiten der Familienversicherung 
  • Für jedes Kind werden pauschal 3 Jahre Vorversicherungszeit angerechnet

Voraussetzungen der freiwilligen Krankenversicherung für Rentner

Erfüllen Rentner die erforderlichen Beitragsjahre für die Krankenversicherung der Rentner nicht, haben sie immer noch die Möglichkeit, sich freiwillig zu versichern. Hierfür muss lediglich eine der zwei folgenden Voraussetzungen erfüllt sein:

  • In den letzten fünf Jahren bestand eine 24 Monate andauernde Mitgliedschaft in einer GKV.
  • Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Pflichtversicherung seit mindestens einem Jahr.

Auch wenn vor Renteneintritt bereits eine freiwillige Mitgliedschaft in der GKV bestand, können Sie selbstverständlich auch weiterhin in der freiwilligen Versicherung der GKV bleiben.

Höhe der Krankenkassenbeiträge für Rentner

Der Beitrag zur freiwilligen Krankenversicherung wird nach dem allgemeinen Beitragssatz errechnet. Diese Herangehensweise erscheint Rentnern oftmals ein Dorn im Auge, da sie keinen Anspruch auf Krankengeld haben.

Berechnungsgrundlage für die zu zahlenden Versicherungsbeiträge bilden unter anderem: 

  • die gesetzliche Rente, 
  • Versorgungsbezüge, 
  • das Arbeitseinkommen 
  • und private Einnahmen wie Kapitalerträge oder Miet-und Pachteinkünfte – bis zu einem Höchstbetrag von 4.237,50 Euro. 

Die Einkünfte aus der gesetzlichen Rente werden zu gleichen Teilen in Höhe von 7,3 Prozent vom Rentner und dem Rentenversicherungsträger geleistet. Auch der Zusatzbeitrag wird ab dem 1. Januar 2019 zur Hälfte von der Rentenversicherung und zur Hälfte vom Rentner übernommen.


Studierende in der freiwilligen Krankenversicherung

Der Abschluss einer freiwilligen Krankenversicherung kann auch von Studenten in Erwägung gezogen werden, wenn:

  • Sie das 14. Fachsemester erreicht haben oder 
  • Sie über 30 Jahre alt sind.

Ab diesem Zeitpunkt sind Studenten nicht mehr über die Krankenversicherung der Studenten abgesichert. Sie haben dann die Wahl zwischen der freiwilligen Krankenversicherung und der privaten Krankenversicherung für Studenten

Studenten an Berufsakademien & Dualstudenten

Studierende an Berufsakademien oder in dualen Studiengängen haben häufig nicht die Möglichkeit, sich in der GKV als Student zu versichern. Sie müssen sich freiwillig krankenversichern, da sie in der Regel vom Abschluss einer studentischen Krankenversicherung ausgeschlossen sind.

Basistarif der PKV für freiwillig Versicherte

Mit Inkrafttreten der großen Gesundheitsreform vom 01.01.2009, wurde der Basistarif ins Leben gerufen. Da sich die Beiträge und Versicherungsleistungen an dem Versorgungskonzept der GKV orientieren, ist dieser Versicherungsschutz häufig vorteilhafter, als die freiwillige Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Krankenkasse. 

Jede PKV ist dazu verpflichtet, den Basistarif in ihr Versicherungsportfolio aufzunehmen und anzubieten. Der Basistarif hält in etwa denselben Versicherungsschutz bereit, wie eine GKV.

Unsere Kunden haben uns bewertet
4.9 von 5 Punkten aus 1 164 Bewertungen für die Beratung durch transparent-beraten.de