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Private Krankenversicherung – Regelungen für das Ausland

Wie genau ist der Versicherungsschutz im Ausland in der privaten Krankenversicherung geregelt?
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Das Wichtigste in Kürze

  • Wer privat krankenversichert ist und ins Ausland reisen möchte, sollte vorab die Versicherungsleistungen prüfen. Denn eine Behandlung oder gar ein Rücktransport kann sehr teuer werden.
  • Im europäischen Ausland ist man 6 Monate versicherungstechnisch abgedeckt. Im nicht-europäischen Ausland 1 Monat. Dieser Zeitraum kann sich verlängern, wenn Sie aus Gesundheitsgründen die Heimreise nicht antreten können.
  • Bei Langzeitaufenthalten kann eine Anwartschaftsversicherung Sinn machen, um Ihre Versicherungsansprüche in Deutschland aufrechtzuerhalten.
  • Die Kosten für einen Krankenrücktransport sind in den meisten Versicherungsleistungen nicht beinhaltet. Der Abschluss einer kostengünstigen Zusatz-Police kommt hier infrage.
  • Wir raten, im Ausland das sogenannte Certificate of Entitlement bei sich zu führen. Dies dient als Nachweis des Versicherungsschutzes in Deutschland

Private Krankenversicherung – Besondere Regelungen für das Ausland

Es gibt verschiedene Anlässe, um für längere Zeit ins Ausland zu reisen. Diese können sein:

  • Urlaub machen
  • Auswandern
  • Geschäftsreise

Wichtig dabei ist auch, sich frühzeitig Gedanken über einen ausreichenden Versicherungsschutz zu machen. Dabei prüft man vor der Abreise, ob der Leistungsschutz der privaten Krankenversicherung (PKV) auch Leistungen einer Auslandskrankenversicherung beinhaltet. Im Gegensatz zu Kassenpatienten sind Privatversicherte auch im Ausland gut abgesichert. Dennoch empfiehlt sich ein genauer Blick in das Kleingedruckte des eigenen Versicherungstarifs (z.B. Ist der Rücktransport in die Heimat notfalls abgesichert? Benötige ich im Ausland einen Nachweis des Versicherungsschutzes?). Dies gilt vor allem, wenn man mehrere Monate im Ausland unterwegs ist.

Der Versicherungsschutz ist häufig zeitlich begrenzt, und auch regional kann es zu umfassenden Einschränkungen kommen. Hier kann der Abschluss einer gesonderten Auslandsreisekrankenversicherung Sinn machen oder man prüft, ob ein Tarifwechsel infrage kommt.


6 Monate Schutz bei Reisen innerhalb Europas inklusive

Im Allgemeinen gilt der Versicherungsschutz der privaten Krankenversicherung für jegliche Behandlungen in folgenden Regionen:

  • Alle Staaten der Europäischen Union
  • Island
  • Liechtenstein
  • Norwegen

Bei nahezu allen neueren Versicherungsverträgen ist ein sechsmonatiger Versicherungsschutz im europäischen Ausland bereits in vollem Umfang der tariflichen Leistungen der PKV vorgesehen. Die entstehenden Kosten werden dabei später zurückerstattet. 

Je nach individuellem Tarif kann dieser Schutz länderspezifisch begrenzt sein. Das bedeutet, er gilt nicht zwingend weltweit. So kann für einen bestimmten Tarif die Kostenerstattung beispielsweise nur in Europa gelten, aber bei Fernreisen in die USA oder nach Asien nicht greifen. Als Versicherter ist man daher gut beraten, vor dem Reiseantritt einen Blick in die Versicherungsbedingungen zu werfen. So lässt sich ein unzureichender Versicherungsschutz noch frühzeitig erkennen und anpassen.

Sollte Ihr bestehender Versicherungstarif keinen entsprechenden Schutz bieten, können Sie eine zusätzliche Auslandsreisekrankenversicherung abschließen. Diese gibt es bereits ab wenige Euro.


Leistungsvergleich der Versicherer

VersichererLeistungen im Ausland
AragWeltweit bis 3 Monate, in Europa unbegrenzt, medizinisch notwendiger/ärztlich angeordneter Rücktransport
DKV100 % für Mehrkosten eines Rücktransportes
GothaerAuslandsreisekrankenversicherung bei Buchung des Zusatzbausteins “MediR”
HallescheBei Buchung des Bausteins “URZ”: Versicherungsschutz in den ersten 8 Wochen, medizinisch notwendiger Rücktransport
Münchener VereinWeltweit bis 6 Monate, Rücktransport
WürttembergischeWeltweit bis 3 Monate

Kostenerstattung im Ausland

In der Regel muss man bei einer ärztlichen Behandlung im Ausland davon ausgehen, dass man als Privatpatient behandelt wird. Dies bedeutet, dass der Versicherte wie in Deutschland seine Rechnung bei der PKV einreicht: Zunächst muss er in Vorkasse gehen und alle ärztlich erforderlichen Untersuchungen und Medikamente selbst bezahlen. Im Anschluss an seine Rückkehr nach Deutschland kann er die Rechnungen zur Kostenerstattung bei seiner Krankenversicherung einreichen. Für die Erstattung ist es maßgeblich, dass die Rechnung vollständig und in verständlicher Sprache abgefasst ist. Versicherte sind deshalb gut beraten, schon bei der Rechnungsstellung darauf zu achten, dass gewisse Formalien eingehalten werden.

Kein Schutz für Langzeitaufenthalte

Während kürzere Aufenthalte im Ausland in der Regel im Tarif abgedeckt sind, gilt bei mehrmonatigen Abwesenheiten eine andere Regelung. Eine tatsächlich zeitlich unbegrenzte Deckung sowie eine Weltgeltung sehen nämlich nur die wenigsten Tarife vor. Ist der Versicherte mehrere Monate aus Deutschland abwesend, stellt sich immer auch die Frage nach dem regelmäßigen Wohnort. Wer also eine Reise über viele Monate plant, muss seinen Versicherungsschutz fast immer anpassen. Bei sehr langen Aufenthalten im Ausland sollte deshalb die eigene Versicherung kontaktiert werden.


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Eine Auslandsversicherung als Alternative

Wer plant, viele Monate in einem anderen Land zu bleiben und vielleicht sogar seinen Wohnsitz vorübergehend verlegen möchte, kann häufig eine Versicherung bei einem Versicherer im betreffenden Land abschließen. Selbstverständlich hängt es stark von den sozialversicherungsrechtlichen Bestimmungen im Reiseland ab, welche Alternative sinnvoll ist und für den Versicherten infrage kommt.

Da nicht in jedem Land eine Versicherungspflicht gilt, muss man sich bei dauerhaften Aufenthalten im Ausland je nach Aufenthaltsland nicht zwingend versichern. Dennoch kann es für Privatversicherte erstrebenswert sein, über den Abschluss einer Auslandskrankenversicherung nachzudenken, um die Kosten für mögliche Behandlungen oder Klinikaufenthalte einzuschränken. Diese sollte auch Kosten für einen eventuell nötigen Rücktransport tragen und entstehende Behandlungskosten zurückerstatten. Eine gute Auslandsreisekrankenversicherung für kürzere Auslandsreisen kostet Alleinstehende in etwa 10 Euro jährlich und Familien etwa 20 Euro.


Eine Anwartschaft für die deutsche PKV

Ist man mehrere Monate im Ausland, kann eine Anwartschaft zur Aufrechterhaltung der Rechte aus der PKV eine kostengünstige Alternative sein, die den versicherungsspezifischen Status Quo nach der Rückkehr wieder voll reaktiviert. Dabei ruhen die Rechte und Pflichten aus dem Versicherungsvertrag während des Auslandsaufenthaltes für beide Seiten. Der große Vorteil dabei: Der Versicherte hat die Gewissheit, bei seiner Rückkehr wieder zu vergleichbaren Bedingungen in der PKV versichert zu werden. Besonders im Hinblick auf den Gesundheitszustand kann eine Anwartschaft von Interesse sein, denn der PKV-Vertrag kann dann ohne erneute Gesundheitsprüfung fortgeführt werden.

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