Fall 5: Reha-Maßnahmen

Finanzielle Unterstützung für Reha-Maßnahmen stehen sowohl Privatpatienten, als auch gesetzlich Krankenversicherten zu. Doch wer muss welche Kosten selbst tragen? Anhand eines Behandlungsbeispieles gehen wir dieser Frage auf den Grund.

Behandlungsbeispiel: Reha-Maßnahmen nach einem Unfall

Herr T. erlitt bei einem Autounfall einen schweren Beinbruch und musste operiert werden. Im Anschluss an den Krankenhausaufenthalt empfehlen die Ärzte eine Reha über 20 Tage. Die sogenannte Anschlussheilbehandlung kann ambulant in einer Rehaklinik durchgeführt werden. Ziel der Rehabilitationsmaßnahme ist die Unterstützung des Heilungsprozesses.

Rehabilitation, kurz Reha

Die Rehabilitation bezeichnet Sozialleistungen, die der Wiedereingliederung von kranken oder körperlich bzw. geistig behinderten Menschen dienen. Ziel ist es, den Betroffenen (wieder) die Teilhabe an beruflichen und gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.

Schließt sich die Rehabilitationsmaßnahme direkt an einen Krankenhausaufenthalt an, nennt man sie Anschlussheilbehandlung.

Kosten von Reha-Maßnahmen zur Wiederherstellung der Beweglichkeit

Welche Kosten im Einzelnen für Reha-Maßnahmen anfallen, ist nicht einheitlich geregelt. Die Stundensätze sind sehr unterschiedlich. Daher variieren die Kosten sowohl je nach Maßnahme, als auch von Anbieter zu Anbieter.

Richtwerte für 45 Minuten Behandlungsdauer

  • Krankengymnastik: 40 bis 60 Euro
  • manuelle Therapie: 50 bis 70 Euro
  • Massagetherapie: 30 bis 50 Euro

Kosten in Bezug auf den Beinbruch von Herrn T.

Die Beweglichkeit des Beines soll möglichst zügig wieder hergestellt werden. Daher sieht der Behandlungsplan von Herrn T. folgendermaßen aus (möglicher fiktiver Behandlungsplan):

An fünf Tagen pro Woche werden jeweils zwei Doppel-Behandlungseinheiten durchgeführt. Die Dauer einer Behandlungseinheit soll 45 Minuten betragen. Damit ergeben sich folgende Einzelkosten:

  • 15 mal Krankengymnastik für je 50 Euro (Gesamtkosten: 750 Euro)
  • 15 mal manuelle Therapie für je 60 Euro (Gesamtkosten: 900 Euro)
  • 10 mal Massagetherapie für je 40 Euro (Gesamtkosten: 400 Euro)

Die Gesamtkosten der vierwöchigen ambulanten Reha belaufen sich damit auf 2.050 Euro.

Reha-Maßnahmen ohne Private Krankenversicherung

Es gibt verschiedene Kostenträger in Deutschland, an die sich Betroffene wenden können, um die Übernahme der anfallenden Reha-Kosten zu beantragen. Dazu zählen neben der Krankenversicherung unter anderem auch die Bundesagentur für Arbeit, die gesetzliche Rentenversicherung und die gesetzliche Unfallversicherung.

Welche Stelle im Einzelfall zuständig ist, hängt unter anderem mit der Zielsetzung der Reha-Maßnahme zusammen.

Ganz allgemein gilt: Die Kostenübernahme muss vor Beginn der Maßnahme beantragt und genehmigt werden. Bei einer Genehmigung übernehmen die gesetzlichen Kostenträger im Normalfall alle Kosten und der GKV-Patient muss lediglich einen Zuzahlung von 10 Euro pro Tag leisten.

Das zahlt Herr T., wenn er gesetzlich krankenversichert ist.

Wenn der Kostenträger (gesetzliche Rentenversicherung oder GKV) die Reha-Maßnahmen genehmigt, kommen auf Herrn T. Kosten in Höhe von 200 Euro zu. Diese Zahl ergibt sich aus dem Umstand, dass gesetzlich Versicherte 10 Euro pro Behandlungstag zuzahlen müssen.

Reha-Maßnahmen mit PKV

Privatpatienten müssen, ebenso wie gesetzlich Versicherte, die Kostenübernahme beantragen. Hier sind die Vertragsbedingungen entscheidend für die Frage, ob die Versicherung einen Teil der Kosten übernimmt. Es ist allerdings auch möglich, dass der Versicherer die Leistuntgsübernahme ablehnt oder alles bezahlt.

Zwei Tarifbeispiele privater Krankenversicheurngen

Die private Krankenversicherung Barmenia trägt im Tarif einsA expert+ beispielsweise die Kosten zu 100 Prozent. Allerdings verlangt die Barmenia in diesem Tarif eine Selbstbeteiligung von mindestens 300 Euro pro Kalenderjahr.

Bei der privaten Krankenversicherung DKV ist eine Selbstbeteiligung nicht zwingend erforderlich. Außerdem übernimmt die DKV im Tarif BestMed Komfort alle Kosten einer Anschlussbehandlung. Allerdings knüpft die Versicherung einige Bedingungen an die Kostenübernahme:

  • Es muss muss sich um eine medizinisch notwendige Weiterbehandlung nach einem Krankenhausaufenthalt handeln.
  • Es dürfen max. 14 Tage zwischen Behandlungsbeginn und Entlassung aus dem Krankenhaus liegen.
  • DKV muss die Kostenübernahme vor Behandlungsbeginn schriftlich bestätigt haben.

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Das zahlt Herr T. bei der privaten Krankenversicherung

Die Kosten, die auf Herrn T. zukommen, hängen stark vom Versicherer und dem Tarif ab. Gehen wir davon aus, dass Herr T. einen hochwertigen PKV-Tarif abgeschlossen hat und beispielsweise über die Barmenia im Tarif einsA expert+ versichert ist. Seine Selbstbeteiligung liegt bei 300 Euro. In diesem Fall muss Herr T. maximal 300 Euro selbst zahlen. Hat er im laufenden Kalenderjahr bereits andere Leistungen seiner Krankenversicherung in Anspruch genommen und den Selbstbehalt schon bezahlt, muss er nichts zuzahlen.

Ist Herr T. bei der DKV versichert, zahlt er nichts, wenn die oben genannten Voraussetzungen erfüllt sind.

Reha-Maßnahmen: PKV oder GKV günstiger?

Im Fall von medizinisch notwendigen Reha-Maßnahmen, wie im vorliegenden Fallbeispiel hängt es stark vom Tarif ab, ob die privaten Krankenversicherer mit den gesetzlichen Krankenkassen mithalten können. Wer einen sehr hochwertigen PKV-Tarif abgeschlossen hat, kommt meist günstiger als gesetzlich Krankenversicherte, die in jedem Fall die Zuzahlung von 10 Euro pro Tag leisten müssen. Allerdings haben besonders leistungsstarke Tarife auch dementsprechend hohe Beiträge.

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