Private Krankenversicherung – Modellkunde Rentner

Für ältere Menschen wird in der Privaten Krankenversicherung durch Altersrückstellungen vorgesorgt. Dabei wird ein Teil des Beitrags verzinslich als Alterungsrückstellung angelegt. Wenn das 60. Lebensjahr vollendet ist, reduziert sich der Beitrag der Versicherten, da der gesetzliche 10-Prozent-Zuschlag wegfällt. Die damit eingesparte Summe wird dafür verwendet, um Beitragserhöhungen ab 65 zu verhindern bzw. zu verringern und ab dem 80. Lebensjahr die Beiträge im besten Fall zu senken. Beim Renteneintritt entfallen zudem die Beiträge zur Krankentagegeldversicherung. Den über 65-jährigen Versicherten kommt außerdem ein Teil der vom Unternehmen erwirtschafteten Überzinsen zugute.

PKV-Beiträge können für Rentner zur Belastung werden

Beiträge zur PKV können trotzdem für Rentner zur Belastung werden, da meist die Rente geringer als der vorherige Verdienst ist. Für ältere Privatversicherte, die Schwierigkeiten haben, den Beitrag aufzubringen gibt es deshalb die gesetzlich definierten Sozialtarife der PKV: den Standardtarif und den Basistarif. Wenn der Rentner als Angestellter tätig war, bekam er vom Arbeitgeber einen Zuschuss zum PKV-Beitrag bezahlt. Als Rentner bekommt er diesen Zuschuss mit dem Ende der aktiven Tätigkeit nicht mehr bezahlt. Die gesetzliche Rentenversicherung zahlt den Anteil des Arbeitgebers, allerdings ist dieser Anteil noch so hoch und abhängig davon, welche Rente der Versicherte bekommt. Der Zuschuss ist an den gültigen Beitragssatz der gesetzlichen Krankenversicherung geknüpft.

Rechenbeispiel Modellkunde Rentner

VORGABEN
Versicherungsbeginn 01.02.2017
Geburtsdatum Versicherungsnehmer 01.03.1950
Geschlecht männlich
Kinder nein
Berufsgruppe Rentner
Krankenhaus Zweibettzimmer und besser

ohne Selbstbeteiligung

ANBIETER Beitrag (gerundet)
Günstigstes Angebot HUK-Coburg 820 €
Teuerstes Angebot DEVK 1.200 €

Mit 600 Euro Selbstbeteiligung

ANBIETER BEITRAG (GERUNDET)
Günstigstes Angebot Nürnberger 680 €
Teuerstes Angebot Barmenia 1.015 €

Der Standardtarif

Der erste Tarif mit einer sozialen Schutzfunktion wurde 1994 eingeführt. Er ist vor allem für langjährig Versicherte gedacht, die einen besonders günstigen Tarif benötigen. Aufgrund dessen dürfen nur bestimmte Personengruppen in den Tarif wechseln. Der Versicherungsschutz in diesem Tarif befindet sich auf dem Niveau der gesetzlichen Krankenversicherung. Zudem sind die Erstattungssätze beim Arzt geringer und die Verwaltungskosten werden vom Versicherer auf einem Mindestmaß gehalten. Dadurch zahlen die meisten Versicherten eine Beitrag, der deutlich geringer ist. Aktuelle Testergebnisse zur privaten Krankenversicherung gibt es hier

Wem steht der Standardtarif offen?

  • Der Versicherte muss vor 2009 in die PKV eingetreten sein und seit mindestens 10 Jahren dort versichert sein.
  • Ab 65 können Versicherte ohne weitere Bedingungen in den Standardtarif wechseln.
  • Versicherten, die mindestens 55 Jahre alt sind, ist es möglich in den Standardtarif zu wechseln, wenn ihr Einkommen nicht die Beitragsbemessungsgrenze der GKV ( 2017: 57.600 Euro) übersteigt.
  • Versicherte, die jünger als 55 Jahre sind, dürfen in den Standardtarif wechseln, wenn sie eine gesetzliche Rente erhalten und die Beitragsbemessungsgrenze der GKV nicht überschreiten. Auch ihre Familienangehörigen können in den Standardtarif wechseln.
  • Versicherte, die beihilfeberechtigt sind und Heilfürsorge-Empfänger können ebenfalls den Standardtarif abschließen.

Der Beitrag im Standardtarif

Der Beitrag zum Standardtarif ist auf den GKV-Höchstbeitrag (2017: 635,10 Euro) begrenzt. Wenn der Versicherte einen Risikozuschlag zahlen muss oder zusätzlich eine Krankentagegeldversicherung abgeschlossen hat, gilt die Grenze einschließlich der Beiträge. Für Ehepaare liegt die Grenze bei 150 Prozent des GKV-Höchstbeitrags, solange das Gesamteinkommen nicht die Beitragsbemessungsgrenze der GKV übersteigt.

Der Basistarif

Seit 2009 gibt es den Basistarif in der privaten Krankenversicherung. Der Tarif wurde aufgrund der Versicherungspflicht für Personen geschaffen, die der PKV zugeordnet wurden, wie z. B. Selbständige und Beamte. Der Basistarif garantiert diesen Personen, dass sie eine Aufnahme in die PKV finden.

Wem steht der Basistarif offen?

  • Privatversicherten, die ihren Vertrag 2009 oder später abgeschlossen haben, können jederzeit bei ihrem aktuellen oder bei einem anderen PKV-Unternehmen in den Basistarif wechseln. Wenn ein neuer Versicherer gewählt wird, werden die Altersrückstellungen vom alten Versicherer mitgenommen.
  • Privatversicherten, die vor 2009 ihren Versicherungsvertrag abgeschlossen haben, wenn sie
  • mindestens 55 Jahre alt sind oder
    eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung beziehen oder
    hilfebedürftig im Sinne des Sozialrechts sind
  • gesetzlich Versicherte innerhalb von 6 Monaten nach Beginn ihrer freiwilligen Mitgliedschaft in der GKV
  • Nichtversicherte, die einen festen Wohnsitz in Deutschland haben, die weder gesetzlich noch privat versichert sind und weder Leistungen nach dem Asylbewerbergesetz und keine Sozialleistungen erhalten

Der Beitrag im Basistarif

Versicherte müssen im Basistarif keine individuellen Risikozuschläge zahlen. Die Mehrkosten werden auf alle Versicherte im Basistarif verteilt. Somit können selbst Schwerkranke Aufnahme in die Private Krankenversicherung finden. Das führt allerdings dazu, dass auch junge und gesunde Versicherte den Höchstbeitrag zahlen müssen. Der Höchstbeitrag entspricht wie im Standardtarif dem Höchstbeitrag in der GKV (2017: 635,10 Euro/Monat). Wenn der Versicherte hilfebedürftig im Sinne des Sozialrechts wird, muss er nur noch die Hälfte der Beiträge zahlen und der Rest des Betrags wird auf die übrigen Versicherten im Sozialtarif umgelegt.