ein Fachportal von transparent-beraten.de

Notlagentarif

Der Notlagentarif in der PKV - So günstig kann es wirklich werden
Sichern Sie sich jetzt ab und sparen Sie bis zu 67% mit unserem kostenfreien Tarifvergleich Mein PKV-Tarifvergleich

Die seit 2009 geltende Versicherungspflicht hat bei vielen finanziell schwach gestellten Versicherungsnehmern zu einer Anhäufung von Beitragsschulden geführt. Mit dem Notlagentarif soll ein besonders günstiger Versicherungsschutz gewährleistet werden, bis der Versicherte seine Schulden vollständig bezahlt hat. Diese Regelungen gelten für die gesetzliche sowie für die private Krankenversicherung.

Beitragsschulden als Ursache für den Notlagentarif

Mit der Einführung der Krankenversicherungspflicht vor einigen Jahren entstand in der Krankenversicherung das Problem, dass bonitätsschwache Versicherte mit der Zahlung ihrer Beiträge finanziell überfordert waren. Selbst eine günstige private Krankenversicherung führte häufig zu Beitragsschulden in erheblicher Höhe. Da ein Verzicht auf die Krankenversicherung nicht mehr möglich ist, häuften sich die Schulden weiter an, sofern der Zahlungssäumige keine Prämie mehr bezahlen konnte. Es entstand eine Spirale aus steigenden Beitragsschulden bei gleichzeitiger Erhaltung des Versicherungsvertrags. Nicht selten haben Versicherte Beitragsrückstände im fünfstelligen Bereich angehäuft. Säumniszuschläge und Beitreibungskosten, die durch die Versicherer erhoben wurden, haben diese Beträge noch in die Höhe getrieben.


Rückstufung in den Basistarif als Folge

Versicherte mit hohen Beitragsschulden werden in der Regel in den Basistarif gestuft. Er bietet rudimentäre Leistungen, die etwa dem Niveau der gesetzlichen Krankenkassen entsprechen. Doch der Preis für den Basistarif orientiert sich am Höchstbeitrag der GKV. Somit hat ein zahlungssäumiger Versicherter trotzdem einen hohen Tarifbeitrag zu zahlen und seine Schulden nehmen weiter zu. Im August 2013 reagierte der Gesetzgeber und schuf den Notlagentarif.

Experten-Tipp:

Notlagentarif aus Basistraif nicht möglich

In den Notlagentarif werden Versicherte runtergestuft, die ihre Beiträge nicht zahlen bzw. nicht zahlen können. Dies gilt allerdings nicht, wenn der Versicherte einen sogenannten Basistarif hat. Versicherte im Basistarif können auch bei Beitragsverzug nicht in den Notlagentarif geschoben werden.

Beitragshöhe des Notlagentarifs

Im Notlagentarif entfallen alle vereinbarten Nachlässe und Zuschläge des ursprünglichen Tarifs. Die bisher angesammelten Altersrückstellungen werden auf den Beitrag des Notlagentarifs angerechnet, es müssen jedoch mindestens 75 Prozent des Grundbeitrags des NLT gezahlt werden.

  • Tarif NLTN für Normalversicherte und Beihilfeberechtigte ohne Beihilfeanspruch: 79,14 EUR
  • Tarif NLTB 20 für Beihilfeberechtigte mit 80 % Beihilfeanspruch: 15,83 EUR
  • Tarif NLTB 30 für Beihilfeberechtigte mit 70 % Beihilfeanspruch: 23,74 EUR
  • Tarif NLTB 50 für Beihilfeberechtigte mit 50% Beihilfeanspruch:  39,57 EUR

(Quelle:  PKV-Wiki)

Der Notlagentarif als letzte Rettung

Ziel des Notlagentarifs ist es, Versicherten mit hohen Außenständen einen rudimentären Versicherungsschutz zu bieten und ihren finanziellen Freiraum zu erweitern. Der Notlagentarif garantiert medizinische Leistungen für eine akute Fälle oder für eine Schmerzversorgung. Auch chronische Krankheiten können behandelt werden. Hinzu kommen stationäre und teilstationäre Betreuungen. Nach der Einführung des Tarifs im August 2013 wurde den zahlungsschwachen Versicherten eine Frist bis zum Jahresende gesetzt, um in den Notlagentarif zu wechseln.


Kostenfreier PKV-Testsieger-Vergleich 2019

Die Testsieger aus Stiftung Warentest, Ökotest und Focus Money im Vergleich.
Sie haben Fragen?
Telefonische Expertenberatung
Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr.
Kontakt aufnehmen

Vor- und Nachteile des Notlagentarifs

VorteileNachteile
Beitragsschuldner bekommen die Chance, wieder in den normalen Versicherungsschutz zurückzukehrenFür den NLT werden anteilig die angesammelten Altersrückstellungen verwendet. Dadurch müssen bei der Rückkehr in den normalen Tarif höhere Beiträge gezahlt werden.
Die Anhäufung weiterer Schulden wird reduziert.Mit dem niedrigeren Beitragssatz gehen auch stark reduzierte Leistungen einher.
Die Umstellung vom regulären Tarif auf NLT ist ohne Säumnisgebühren oder Mahngebühren auch rückwirkend möglich, so kann die bereits entstandene Beitragsschuld reduziert werden.Will man die Anpassung des Tarifs für bereits vergangene Monate vornehmen lassen, so kann dies einige Monate in Anspruch nehmen, da dieser Vorgang mit einem hohen bürokratischen Aufwand verbunden ist.
Es kann passieren, dass Ärzte Patienten, die im Notlagentarif versichert sind, nicht behandeln wollen, da sie dadurch weniger Geld verdienen.

Besonderer Schutz für Kinder und Schwangere

Kinder (PKV für Kinder im Test) und Jugendliche genießen im Notlagentarif einen besonderen Schutz. Für sie werden Heilbehandlungen, die aufgrund einer Krankheit oder als Folge eines Unfalls nötig sind, ebenso übernommen wie Vorsorgeuntersuchungen, Früherkennungen oder Impfungen. Somit erhalten Kinder und Jugendlich eine etwas umfangreichere Versicherungsleistung als Erwachsene. Schwangere dürfen ebenfalls Kontroll- und Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch nehmen. Außerdem gilt eine Unterstützung bei der Entbindung. Dennoch ist diese schutzbedürftige Gruppe der Versicherten mit dem Notlagentarif bei weitem nicht optimal versorgt.


Günstiger Beitrag zur Schuldenreduzierung

Die Kosten für den Notlagentarif belaufen sich auf 100 Euro bis 125 Euro. Damit ist der Notlagentarif erheblich günstiger als der Basistarif. Durch den reduzierten Beitrag soll es möglich sein, die angehäuften Schulden schneller zurückzuzahlen. Da der Versicherte im Vergleich zum Basistarif jeden Monat mehrere 100 Euro an Versicherungsprämie spart, sollte dies nach Ansicht des Gesetzgebers eine geplante Beitragsnachzahlung einschließlich der Säumniszuschläge ermöglichen.


Rückkehr nach Zahlung der Beitragsschulden

Der Notlagentarif sieht eine Rückkehr in den alten Tarif vor, sofern der ausstehende Teil der Prämien einschließlich aller Zuschläge und Beitreibungskosten gezahlt ist. Der Versicherte erhält dann die Gelegenheit, seinen bisherigen Versicherungsschutz wieder aufzunehmen. Bisher liegen wenig gesicherte Erkenntnisse vor, ob dieses Ziel durch den Notlagentarif erreicht wird.


Auch Beamte im Notlagentarif

97.400 Versicherte zählte der Notlagentarif Ende 2013, nur einige Monate, nachdem der neue Tarif eingeführt wurde. Aus dem Rechenschaftsbericht der PKV aus dem Jahr 2013 geht außerdem hervor, dass es auch Beamte im Notlagentarif gibt. 6400 der 97.400 im Notlagentarif Versicherten sind laut des Berichts beihilfeberechtigt. Die Versicherten, die ihre Beiträge nicht zahlten, hatten bis Mitte 2013 Beitragsschulden von insgesamt 745 Millionen Euro angehäuft. Die Versicherer wurden durch diese Ausfälle und die Tatsache, dass sie auch für diese Kunden weiterhin Alterungsrückstellungen bilden mussten, bilanziell stark belastet.

Unsere Kunden haben uns bewertet
4.9 von 5 Punkten aus 1 162 Bewertungen für die transparent-beraten Beratungsleistung