Pille danach aus der Apotheke

Die Pille danach ist eine von zwei Möglichkeiten um nach einer Verhütungspanne eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern. Die Pille danach ist in der Apotheke erhältlich und wird seit 2015 auch ohne Rezept an betroffene Frauen ausgegeben.

Wie viel kostet die Pille danach in der Apotheke?

Der Preis für die Pille danach schwankt je nach Apotheke. Da es für medizinische Produkte keine Preisbindung gibt, können die Apotheken auch die Kosten für die Pille danach in gewissem Rahmen selbst bestimmen.

Es gibt zwei Präparate die sich durch den enthaltenen Wirkstoff unterscheiden. Die Pille danach mit dem Wirkstoff Levonorgestrel (Gestagen) kostet in der Regel rund 20 Euro.
Das Präparat mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat hingegen liegt preislich um die 35 Euro.

Wann zahlt die Krankenversicherung die Pille danach?

Die gesetzliche Krankenversicherung trägt die Kosten der Pille danach nur unter bestimmten Voraussetzungen. Dazu zählt, dass die Frau unter 20 Jahre alt ist. Außerdem werden die Kosten für die Pille danach nur übernommen, wenn das Medikament ärztlich verschrieben wurde. Frauen über 18 Jahre müssen die Rezeptgebühr allerdings selbst bezahlen.

Benötigt man die Pille danach außerhalb der Öffnungszeiten der Frauenarztpraxis und möchte trotdem nicht auf die Kostenübernahme verzichten, kann man sich an den ärztlichen Bereitschaftsdienst wenden.

Dieser ist deutschlandweit unter der Telefonnummer 116117 zu erreichen. Die Nummer funktioniert ohne Vorwahl und ist kostenlos. Eine weitere Möglichkeit besteht darin in die Ambulanz eines Krankenhauses zu fahren (Quelle).

Pille danach aus der Apotheke – Diese Fragen werden gestellt

Die wichtigste Frage die Apotheker vor der Ausgabe der Pille danach stellen sollten, lautet:

Wie lange ist der ungeschützte Geschlechtsverkehr her?

Die Antwort entscheidet darüber, welches Präparat die betroffene Frau erhält. Die Pille danach mit dem Wirkstoff Levonorgestrel wirkt nur bis zu 72 Stunden nach dem ungeschützten Verkehr. Danach muss die Pille danach mit dem Wirkstoff Uliprestal eingenommen werden. Bei diesem Wirkstoff handelt es sich um ein sehr viel stärkeres Hormon, welches bis zu fünf Tage später eingenommen werden kann.

Weitere Fragen, die Apotheker bei der Ausgabe des Medikamentes stellen sollen, betreffen unter anderem die Einnahme von Medikamenten und den Zeitpunkt der letzten Regelblutung.

Handelt es sich um eine sehr junge Frau bzw. um ein Mädchen, dass sehr jung wirkt. Fragen die Apotheker in der Regel auch nach dem Alter, denn auch wenn es sich um keine rechtsverbindliche Vorgehensweise handelt, lautet die Empfehlung, die Pille danach nur mit einer Einverständniserklärung eines Erziehungsberechtigten an Mädchen unter 14 Jahren herauszugeben.

Nebenwirkungen der Pille danach

Die häufigsten Nebenwirkungen sind Übelkeit und Bauchschmerzen. Diese Informationen sind wichtig für die Frauen, da die Wirksamkeit des Medikamentes unter Umständen nicht mehr gegeben ist, wenn sich die Frau nach der Einnahme übergeben muss.

Darüber hinaus können auch Schwindelgefühle sowie Kopf- und Unterleibsschmerzen auftreten.

Bei der Einnahme des Präparates mit dem Wirkstoff Uliprestal kann es außerdem zu kurzzeitigen psychischen Problemen kommen, die sich in Form von Angst, Hyperaktivität oder auch depressiven Verstimmungen äußern können.

Langzeitfolgen sind bisher allerdings nicht bekannt. Da die Pille danach in der Regel nur einmal eingenommen wird, ist der Wirkstoff nur ein paar Tagen im Körper.

Funktionsweise der Pille danach

In Deutschland gibt es zwei „Danach-Pillen“. die sich über den Wirkstoff unterscheiden. Die Wirkungsweise ist jedoch ähnlich. Durch die Einnahme des Medikamentes wird der Eisprung der Frau verschoben. Dadurch wird der Zeitraum verlängert, in dem die Spermien überleben müssen um die Eizelle zu befruchten. Da die Spermien jedoch nur eine gewisse Lebensdauer haben, sterben sie meist vorher ab, sodass eine Befruchtung verhindert wird.

Pille danach ist keine Abtreibungspille

Durch das Verständnis der Wirkungsweise wird deutlich, dass eine Pille danach keinen Einfluss auf eine bestehende Schwangerschaft hat und somit nicht mit der sogenannten Abtreibungspille zu verwechseln ist. Die Abtreibungspille ist nicht in Apotheken erhältlich und die Einnahme darf nur unter ärztlicher Kontrolle erfolgen (Quelle).

Pille danach online bestellen

Die Pille danach kann nicht über Online-Apotheken bestellt werden. Denn nach den gesetzlichen Vorgaben darf die Pille danach nicht auf dem Versandweg abgegeben werden. Da die Pille danach möglichst kurz nach der Verhütungspanne eingenommen werden sollte, ist eine Online-Bestellung ohnehin wenig sinnvoll. Außerdem kann in einer Vorort-Apotheke je nach Bedarf eine ausführliche  Beratung durch den Apotheker erfolgen.

2015: Pille danach ist ohne Rezept erhältlich

Seit März 2015 ist die Pille danach deutschlandweit rezeptfrei in Apotheken erhältlich. Die Freigabe wurde zum Teil kontrovers diskutiert, da Ärzteverbände befürchteten, dass die Beratung auf der Strecke bleiben würde.

Der Vorteil der Befreiung von der Rezeptpflicht liegt klar in der Zeitersparnis. Je schneller das Präparat nach dem ungeschützten Verkehr eingenommen wird, desto höher ist die Wirksamkeit. Da Apotheken auch einen Notdienst bieten, können betroffene Frauen nun zügig handeln und müssen nicht warten, bis sie einen Termin bei ihrem Frauenarzt bekommen. Außerdem kann bei einer zügigen Reaktion eher auf das weniger starke Präparat zurückgegriffen werden, welches mit entsprechend geringeren Nebenwirkungen verbunden ist.

Pille danach aus der Apotheke

Seit die Pille rezeptfrei in der Apotheke erhältlich ist, können Frauen schneller auf einen Verhütungsunfall reagieren. Der Notdienst der Apotheken gewährleistet, dass die Pille danach nahezu rund um die Uhr erhältlich ist und die betroffenen Frauen nicht auf einen Arzttermin warten müssen. Untersuchungen haben allerdings auch gezeigt, dass die Beratung in den Apotheken durchaus noch Schwächen aufweist.