Private Krankenversicherung Alternative Heilmethoden

Wer Mitglied in der privaten Krankenversicherung ist, kann von vielen zusätzlichen Leistungen profitieren, die es nicht in der gesetzlichen Krankenversicherung gibt. Alternative Heilmethoden sind eine solche Leistung. Sie werden beispielsweise von Heilpraktikern, aber auch Schulmedizinern als ergänzende medizinische Leistung zur Schulmedizin angeboten. Die Nachfrage nach alternativen Heilmethoden wird immer größer und als privat Versicherter kann man, je nach vertraglicher Vereinbarung, oft alle Arten dieser medizinischen Behandlung Anspruch nehmen.

Leistungsumfang ist abhängig von der Vertragsgestaltung

Auch als gesetzliche Versicherter hat man in der Regel die Möglichkeit Alternativmedizin in das Leistungsspektrum seiner Krankenversicherung aufzunehmen. Dies kann zum Beispiel über eine private Zusatzversicherung geschehen. Bei Privatversicherten werden alternative Heilmethoden oftmals durch die Versicherung abgedeckt. Dabei hängt es von der individuellen Vertragsgestaltung ab, ob das gesamte Spektrum der Alternativmedizin abgedeckt wird oder ob nur einzelne Behandlungen von der Krankenversicherung übernommen werden.

Typische Formen der Alternativmedizin

Gerade für Kinder (PKV Kinder Test) setzen viele Versicherte auf die „sanftere“ Variante der alternativen Heilmethoden. Einige typische Formen der alternativen Medizin sind beispielsweise:

  • Akkupunktur
  • Autogenes Training
  • Osteopathie
  • Kräutermedizin
  • Homöopathie
  • Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)
  • Feldenkrais
  • Schüßler-Salze
  • Ayurveda

Kontemplärmedizin als Ergänzung zur Schulmedizin

Alternativmedizin wird auch Kontemplärmedizin genannt, denn das Wort kontemplär bedeutet im Lateinischen „Ergänzung“. Diese Bezeichnung ist durchaus passend, denn in den meisten Fällen werden diese Behandlungsweisen nicht als Alternative sondern als Ergänzung zur Schulmedizin verwendet. Wenn alternative Heilmethoden zusätzlich zur Schulmedizin genutzt wird, spricht man von integrativer Medizin (weitere Informationen und eine kritische Auseinandersetzung zum Thema finden Sie hier).

Prinzip von Heilpraktikern

Ein Heilpraktiker arbeitet nach dem Grundsatz „Heile Ähnliches mit Ähnlichem“. Dies bedeutet, dass Krankheiten mit geringen Dosen geheilt werden, die in höheren Dosen das Krankheitsbild auslösen würde. Die homöopathischen Arzneimittel unterschieden sich in ihren Grundsubstanzen und durch ihre Verdünnungsgrade. Die Darreichungsformen unterschieden sich ebenfalls, beispielsweise kann ein homöopathisches Medikament als Globuli (Zuckerkügelchen) oder als Salbe verabreicht werden.

Anwendungsbeispiele für Pflanzenheilkunde (Phytotherapie)

In der Pharmazie werden die Ausgangsstoffe, also die Tinktur, die Asukochung, der Extrakt, das ätherische Öl etc. als Drogen bezeichnet. Eingesetzt werden die natürlichen Heilmittel vor allem in folgenden Bereichen:

  • Schlafstörungen
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Harnwegsinfektionen
  • Hauterkrankungen
  • Depressionen und Angstzustände

Wichtige Heilpflanzen sind in diesem Zusammenhang:

  • Kamille
  • Johanniskraut
  • Ringelblume
  • Flohsamen
  • Baldrian
  • Artischocke
  • Enzian

Arzt oder Heilpraktiker – wo liegt der Unterschied?

Der Trend zum Naturheilverfahren ist ungebrochen, trotzdem wissen viele Patienten nicht, ob sie bezüglich ihrer Erkrankung besser einen Arzt oder einen Heilpraktiker konsultieren sollen. Denn vielen ist nicht genau der Unterschied zwischen den beiden Berufsgruppen bewusst. In Bezug auf Heilberufe unterscheidet man in Deutschland zwischen dem approbierten Arzt und dem zugelassenen Heilpraktiker. Die Ausbildungen dieser zwei Berufsausbildungen unterscheiden sich erheblich voneinander. Während der Arzt ein sechsjähriges Medizinstudium absolvieren und eine gewisse Zeit als Assistenzarzt tätig sein muss, muss der Heilpraktiker kein solches Studium absolvieren. Für ihn gilt die Pflicht einer medizinischen Grundausbildung, die auch durchaus in einem Fernstudium absolviert werden kann. Bei der Prüfung für den Heilpraktiker geht es vorrangig um die Gefahrenabwendung.

Komplementärmedizin nur ergänzend anwenden

Bei schweren Krankheiten wie beispielsweise Krebserkrankungen oder Herzbeschwerden sollte zuerst ein Schulmediziner konsultiert werden. In solchen Fällen kann eine Behandlung durch alternative Heilmethoden auf keinen Fall die Schulmedizin ersetzen. Außerdem sollten Patienten bei der Wahl des therapierenden Heilpraktikers vorsichtig sein, denn in diesem Berufsfeld gibt es viele Scharlatane, die den Patienten durch eine falsche Medikation immens gefährden können.

Aktive Beteiligung durch den Patienten

Bei einer Behandlung durch komplementärmedizinische Verfahren ist ein wichtiger Bestandteil die aktive Einbeziehung des Patienten in die Behandlung. Der Patient fühlt sich durch diesen Einbezug oft nicht so ausgeliefert, wie während einer schulmedizinischen Behandlung. Allerdings erfordert dies vom Patienten, dass er sich eingehend mit seinem eigenen Körper beschäftigt.

Tipp: Absprache mit PKV vor Behandlungsbeginn

Da nicht alle PKV-Tarife in Bezug auf alternative Heilmethoden denselben Leistungsumfang bieten, sollte der Patient vor dem Behandlungsbeginn mit seiner Krankenversicherung in Kontakt treten und abklären, welche Methoden von der Versicherung übernommen werden und welche gegebenenfalls selbst übernommen werden müssen. Wenn es für eine Krankheit keine allgemein anerkannte Therapie gibt, kann es sein, dass die Krankenversicherung Formen der alternativen Medizin bezahlt, die sonst eigentlich vom Leistungsumfang des Tarifs ausgeschlossen sind. Welche PKV-Tarife im Test am besten abschneiden, kann man hier nachlesen.