Private Krankenversicherung im Alter – zu teuer?

Eines der häufigsten Vorurteile gegen die private Krankenversicherung ist die Höhe der Beiträge im Alter. Häufig wird kolportiert, dass die Beiträge so massiv steigen, dass ein Rentner sie nicht mehr zahlen kann. Damit dies nicht passiert, hat der Versicherte verschiedene Möglichkeiten.

Alter und Gesundheit beeinflussen die Beiträge

Die private Krankenversicherung kalkuliert ihre Versicherungsprämien aufgrund des Alters und des Gesundheitszustands eines Versicherten. Das Eintrittsalter hat deshalb einen maßgeblichen Einfluss auf die Höhe der Beiträge (Private Krankenversicherung Kosten). Ist der Versicherte mit Risikofaktoren oder Vorerkrankungen belastet, muss er außerdem mit einem Risikozuschlag rechnen. Mit höheren Beiträgen will sich der Versicherer frühzeitig vor enormen Kostenerstattungen im Alter schützen. Letztlich verlagert der Versicherer einen Teil des Risikos auf den Versicherten. Dieser muss also im Alter einen Teil seiner Behandlungskosten in Form von höheren Beiträgen selbst tragen.


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Jede Beitragsanhebung berechtigt zum Wechsel

Sobald der Versicherer im Alter eine Beitragsanhebung geltend macht, steht dem Versicherten ein Wechselrecht nach Paragraph 204 des Versicherungsvertragsgesetzes zu. Der Versicherer muss den Versicherten auf dieses Recht hinweisen. Bei Versicherten über 60 Jahren muss außerdem ein Angebot für einen Wechsel in einen gleichwertigen Tarif mit günstigeren Beiträgen angeboten werden. Dieser Tarif kann auch höhere Leistungen enthalten. Dann ist es dem Versicherer auch gestattet dafür eine Gesundheitsprüfung zu verlangen.  Alternativ kann der Versicherte den Ausschluss dieser Leistungen vom Versicherungsschutz fordern.

Monatliche Kosten einer PKV für Rentner
– 3 Rechenbeispiele nach Umfang der enthaltenen Leistungen –

Vorgaben

  • Geburtsjahr: 1947
  • Beruf: Rentner/in
  • Versicherungsbeginn: 01.02.2017
Höhe des Monatsbeitrags nach Leistungsumfang (Werte gerundet)
Grundschutz 570 €
Komfortschutz 721 €

Erläuterungen zu Leistungsumfang und Leistungsunterschieden der Tarifen

Der Grundschutz ist in seinem Umfang, dem der gesetzlichen Leistungen sehr ähnlich. Er enthält im Gegensatz zum Komfort- und Premiumschutz bestimmte Leistungen gar nicht.

Dazu gehören: Kosten für Heilpraktiker, Psychotherapie und andere alternative Heilmethoden.
Darüber hinaus gibt es keinen Anspruch auf eine Unterbringung im Einbett- bzw. Zweibettzimmer und auch die Chefarztbehandlung fällt beim Grundschutz weg.
Außerdem gibt es Einschränkungen bei der Kostenerstattung. So werden bei einer Vielzahl von Leistungen lediglich die Kosten in Höhe von etwa 50-80 % erstattet.

Beim Premiumschutz erstattet die PKV nahezu alle Leistungen zu 80 bis 100 %.Ausnahme sind die Kosten für Zahnersatz (Prothesen, Brücken, Kronen), sowie Inlays, Implantate und Kieferorthopädie.

Ein Wechsel des Versicherers ist selten sinnvoll

Macht der Versicherer eine Beitragsanhebung im Alter geltend, ist der Wechsel zu einem anderen Versicherer meist nicht mehr angebracht. Aufgrund des hohen Einstiegsalters dürften die Beiträge bei anderen Gesellschaften nicht erheblich geringer sein. Außerdem besteht auch bei anderen Versicherungen das Risiko einer Beitragsanhebung. Schließlich geht ein großer Teil der gebildeten Altersrückstellungen bei diesem Wechsel verloren (Private Krankenversicherung Wechsel). Deshalb sollte man nach Möglichkeit bei dem bisherigen Versicherer unter Vertrag bleiben.

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So beeinflusst man die Beiträge

Neben dem Wechselrecht nach Paragraph 204 des Versicherungsvertragsgesetzes hat der Versicherte weitere Möglichkeiten, seine Beiträge zu reduzieren. So kann er seine Selbstbeteiligung erhöhen. Zwar hat er dann einen größeren Anteil an den Behandlungskosten selbst zu zahlen, doch gleichzeitig sinken die monatlichen Beiträge. Ebenso kann ein Wechsel in einen anderen Tarif mit geringeren Leistungen interessant sein. Welche Alternative im Einzelfall sinnvoll ist, sollte durch einen unabhängigen Versicherungsmakler geklärt werden.

Zuschüsse des Rentenversicherungsträgers senken die Zahlung

Ältere Arbeitnehmer erhalten einen Zuschuss ihres Arbeitgebers zu ihrer PKV. Rentner genießen diesen Zuschuss nicht. Allerdings zahlt der Rentenversicherungsträger einen Zuschuss in der Höhe, die für die gesetzliche Krankenkasse getragen wird. Somit hat der PKV-Versicherte seine Beiträge nicht aus eigener Tasche zu zahlen. Die Beiträge zur Pflegeversicherung muss er dagegen in vollem Umfang selbst tragen. Privat versicherte Rentner sind an dieser Stelle aber nicht schlechter gestellt als gesetzlich Versicherte.

Ein viel diskutiertes Thema mit Brisanz

Das Risiko steigender Beiträge wird in der PKV seit Jahren regelmäßig diskutiert. Insbesondere der Vergleich mit der gesetzlichen Krankenversicherung scheint darauf hinzudeuten, dass ältere Versicherte in der PKV schlecht beraten sind. Wer seine Möglichkeiten aber gründlich prüft und alle Alternativen ausschöpft, sollte mit einer PKV auch im Alter gut und bezahlbar abgesichert sein.

Ein typischer Irrtum in Bezug auf die PKV

„Die PKV ist nicht generationengerecht.“

Durch die Bildung von Alterungsrückstellungen stellt die PKV eine nachhaltige Finanzierung der Gesundheitsversorgung sicher. Die Beiträge werden so kalkuliert, dass bereits in jungen Jahren eine Vorsorge für das Alter gebildet wird. Ein Teil der Prämien, die in den ersten Versicherungsjahren gezahlt werden, werden die erwähnten Alterungsrückstellungen aufgebaut. Diese finanzieren die höheren Leistungen, die im Alter meist nötig werden. Damit sorgen de Versicherungsnehmer für sich selbst vor.