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Private Krankenversicherung im Alter

Im Alter kann die private Krankenversicherung schnell teuer werden - nutzen Sie folgende Tipps
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Das Wichtigste in Kürze

  • Da die Beiträge in der privaten Krankenversicherung (PKV) anhand von Alters, Gesundheitszustand und Leistungsumfang kalkuliert werden, steigen die Beiträge mit zunehmenden Alter an.
  • Der 10-Prozent-Zuschlag und die Alterungsrückstellungen sollen vor zu hohen Beiträgen im Alter schützen.
  • Mit Beginn der Rente greifen verschiedene Maßnahmen und sorgen so für eine Beitragsentlastung im Rentenalter.
  • Rentner, die eine gesetzliche Rente erhalten können zudem einen Kostenzuschuss zu den Beiträgen der PKV beantragen.
  • Ein Tarifwechsel beim aktuellen Versicherer kann zu deutlichen finanziellen Erleichterungen führen.

Beitragsentlastungen der privaten Krankenversicherung im Alter

ZeitpunktÄnderung
Alter: 65 JahreDie Mittel aus den Alterungsrückstellungen führen zu einer Stabilisierung der Beiträge.
Alter: 60 Jahre Der gesetzlich festgelegte 10-Prozent-Zuschlag entfällt.
RentenbeginnBeitrag für ein evtl. versichertes Krankentagegeld entfällt.
Rentenbeginn Bezieher einer gesetzlichen Rente, erhalten auf Antrag einen Zuschuss in Höhe von 7,3 Prozent ihres Rentenanspruchs.
RentenbeginnVersicherungsbeiträge reduzieren sich, wenn ein Beitragsentlastungstarif abgeschlossen wurde, der mit Rentenbeginn greift.

Alter und Gesundheit beeinflussen die Beiträge

Die private Krankenversicherung kalkuliert ihre Versicherungsprämien aufgrund des Alters und des Gesundheitszustands eines Versicherten. Das Eintrittsalter hat deshalb einen maßgeblichen Einfluss auf die Höhe der Beiträge (Kosten der privaten Krankenversicherung). Ist der Versicherte mit Risikofaktoren oder Vorerkrankungen belastet, muss er außerdem mit einem Risikozuschlag rechnen. Mit höheren Beiträgen will sich der Versicherer frühzeitig vor enormen Kostenerstattungen im Alter schützen. Letztlich verlagert der Versicherer einen Teil des Risikos auf den Versicherten. Dieser muss also im Alter einen Teil seiner Behandlungskosten in Form von höheren Beiträgen selbst tragen.


Alterungsrückstellungen gegen hohe Beiträge im Alter

Um frühzeitig gegen zu hohe Beiträge im Alter vorzusorgen, bilden die Anbieter von privaten Krankenversicherungen sog. Alterungsrückstellungen. Dafür werden die individuellen Kosten der privaten Krankenversicherung so kalkuliert, dass die Versicherten

  • in jungen Jahren etwas mehr bezahlen als notwendig wäre, um die durchschnittlich zu erwartenden Ausgaben je Versicherungsnehmer zu decken.
  • Im Alter zahlen sie dafür weniger.

Diese Altersrückstellungen sind in jedem Fall sinnvoll und sollten daher Teil einer jeden privaten Krankenversicherung sein. Fordern Sie einen Tarifvergleich an und achten Sie auf diesen Leistungsbaustein.

Der gesetzliche 10-Prozent-Zuschlag

Um zusätzlich eine Beitragsentlastung für die private Krankenversicherung im Alter zu garantieren, führte der Gesetzgeber den 10-Prozent-Zuschlag ein. Der Zuschlag muss i. d. R. zwischen dem 22. und 60. Lebensjahr gezahlt werden und ist für alle Neuversicherten ab 1. Januar 2000 verbindlich. Wer bereits vorher privat versichert war, konnte der Anwendung der 10-Prozent-Zuschlags widersprechen. Anderenfalls erfolgte eine schrittweise Einführung.

Beitragsentlastungstarif

Für den Beitragsentlastungstarif zahlt der Versicherte einen zusätzlichen Beitrag, der verzinslich angelegt wird. Das so angesparte Guthaben wird später für eine garantierte Senkung der Beiträge verwendet. Die Beitragsentlastungstarife unterscheiden sich je nach Anbieter.

Allgemein gilt jedoch:

  • Die garantierte Beitragssenkung erfolgt i. d. R. mit Rentenbeginn. Der Zeitpunkt kann jedoch auch vorverlegt oder nach hinten verschoben werden.
  • Je nach Anbieter liegt die Ermäßigung zwischen 60 und 100 Prozent der Versicherungsbeiträge.
  • Die Höhe des Zusatzbeitrags kann nachträglich angepasst werden.
  • Die Kosten für den Beitragsentlastungtarif müssen für die gesamte Laufzeit der Versicherung gezahlt werden. Also auch, wenn die Beitragsentlastung aktiv ist.
  • Der Beitrag kann vom Arbeitgeber bezuschusst werden.
  • Je früher ein solcher Tarif abgeschlossen wird, desto günstiger sind die Beiträge.

Fordern Sie einen kostenfreien Tarifvergleich an und profitieren Sie von den günstigsten Tarifen und den Testsiegern im Bereich PKV. Lassen Sie sich anschließend ausführlich zu den Altersrückstellungen beraten, um auch im Alter einen günstigen Krankenversicherungsbeitrag zu haben.


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So können Versicherte ihre Beiträge im Alter beeinflussen

Neben dem Wechselrecht gibt es weitere Möglichkeiten, Versicherungsbeiträge zu reduzieren.

Möglichkeiten der Beitragreduzierung

  • Selbstbeteiligung erhöhen
  • Leistungsumfang reduzieren
  • Wechsel in gleichwertigen, aber günstigeren Tarif
  • Wechsel in den Basis- bzw. Standardtarif
  • Beitragsrückerstattung

Selbstbeteiligung erhöhen

Durch die Erhöhung der Selbstbeteiligung lassen sich zum Teil erhebliche Beitragsreduzierungen erreichen. Allerdings sollten Versicherte beachten, dass sie dann einen größeren Anteil an den Behandlungskosten selbst zahlen müssen. Hinzu kommt, dass eine spätere Reduzierung des Selbstbehalts schwierig werden kann, wenn der Versicherer beispielsweise eine erneute Gesundheitsprüfung fordert.

Leistungen reduzieren

Die Versicherungsbeiträge könne auch reduziert werden, indem man auf bestimmte Leistungen verzichtet. Dafür bieten sich beispielsweise Leistungen Unterbringung im Einzelzimmer und Chefarztbehandlung an. Inwiefern solche freiwilligen Leistungsausschlüsse in Ihrem konkreten Tarif möglich sind, können Sie mit Ihrem Versicherungsmakler oder direkt mit ihrem Anbieter besprechen.

Wechsel in gleichwertigen, aber günstigeren Tarif

Laut § 204 des Versicherungsvertragsgesetzes haben Versicherte das Recht innerhalb der Versicherungsunternehmens in einen günstigeren Tarif mit gleichartigen Leistungen zu wechseln – wenn ein solcher Tarif zur Verfügung steht. Der Versicherer ist verpflichtet den Kunden dahingehend zu beraten. Er darf bei einem solchen internen Wechsel auch keine neue Gesundheitsprüfung verlagen oder Wartezeiten festlegen.

Wechsel in den Basis- bzw. Standardtarif

Der Wechsel in den den Basis- bzw. Standardtarif ist für Versicherte jederzeit möglich. Basis- und Standardtarif bieten ein ähnliches Leistungsniveau, welches dem der gesetzlichen Krankenversicherung entspricht. Sie unterscheiden sich allerdings in der Zugangsberechtigung und den Kosten.

Standardtarif

Der Standardtarif steht ausschließlich langjährig Versicherten zur Verfügung, die bereits vor 2009 in der privaten Krankenversicherung Mitglied waren. Wenn sie jedoch nach 2009 den Anbieter gewechselt haben, können sie nicht mehr in den Standardtarif wechseln. Weitere Zugangsvoraussetzungen finden Sie auf unserer Seite Leistungen der privaten Krankenversicherung. Die Kosten des Standardtarifs liegen 2019 bei 662,48 Euro (dem Höchstsatz der GKV). Zusätzlich werden die gesammlten Alterungsrückstellungen angerechnet und sorgen für eine weitere Beitragsentlastung.

Basistarif

Wer erst nach dem 31.12.2018 eine private Krankenversicherung abgeschlossen hat, kann jederzeit in den Basistarif wechseln. Die Kosten des Basistarifs sind ebenfalls gedeckelt und liegen 2019 bei 703,32 Euro. Sie werden jährlich an den aktuell geltenden Höchstbeitrag der gesetzlichen Krankenversicherung angepasst. Hier kommt allerdings noch der durchschnittlich Zusatzbeitrag der GKV hinzu.

Beitragsrückerstattung

Handelt es sich um einen Tarif mit Beitragsrückerstattung, erhalten Sie einen Teil Ihrer Versicherungsbeiträge zurück, wenn Sie keine Leistungen in Anspruch nehmen. Werden mehrere Jahre hintereinander keine Leistungen in Anspruch genommen, steigt die Höhe der Beitragsrückerstattung. So können bis zu sechs Monatsbeiträge zurückerstattet werden, was einer Einsparung von 50 Prozent der Kosten bedeutet.

Allerdings ist diese Variante der Kostenreduzierung i. d. R. eher für junge Versicherte realisierbar.


Wichtig: Jede Beitragsanhebung berechtigt zum Wechsel

Sobald der Versicherer im Alter eine Beitragsanhebung geltend macht, steht dem Versicherten ein Wechselrecht nach Paragraph 204 des Versicherungsvertragsgesetzes zu. Der Versicherer muss den Versicherten auf dieses Recht hinweisen. Bei Versicherten über 60 Jahren muss außerdem ein Angebot für einen Wechsel in einen gleichwertigen Tarif mit günstigeren Beiträgen angeboten werden. Dieser Tarif kann auch höhere Leistungen enthalten. Dann ist es dem Versicherer auch gestattet dafür eine Gesundheitsprüfung zu verlangen.  Alternativ kann der Versicherte den Ausschluss dieser Leistungen vom Versicherungsschutz fordern.

Ein Wechsel des Versicherers ist selten sinnvoll

Macht der Versicherer eine Beitragsanhebung im Alter geltend, ist der Wechsel zu einem anderen Versicherer meist nicht mehr angebracht. Aufgrund des hohen Einstiegsalters dürften die Beiträge bei anderen Gesellschaften nicht erheblich geringer sein. Außerdem besteht auch bei anderen Versicherungen das Risiko einer Beitragsanhebung. Schließlich geht ein großer Teil der gebildeten Altersrückstellungen bei diesem Wechsel verloren (Private Krankenversicherung Wechsel). Deshalb sollte man nach Möglichkeit bei dem bisherigen Versicherer unter Vertrag bleiben.


Rechenbeispiel: Kosten einer PKV für Rentner

Vorgaben

  • Geburtsjahr: 1949
  • Beruf: Rentner/in
  • Versicherungsbeginn: 01.02.2019
LeistungsumfangMonatliche Kosten (Schätzwerte)
Grundschutz570 Euro
Komfortschutz721 Euro

Erläuterungen zu Leistungsumfang und Leistungsunterschieden der Tarifen

Der Grundschutz ist in seinem Umfang, dem der gesetzlichen Leistungen sehr ähnlich. Er enthält im Gegensatz zum Komfort- und Premiumschutz bestimmte Leistungen nicht.

So werden beispielsweise häufig keine Kosten für Heilpraktiker, Psychotherapie und andere alternative Heilmethoden übernommen. Es gibt auch keinen Anspruch auf die Unterbringung im Einbett- oder Zweibettzimmer und auch die Chefarztbehandlung fällt beim Grundschutz weg. Außerdem gibt es Einschränkungen bei der Kostenerstattung. So werden bei einer Vielzahl von Leistungen lediglich etwa 50-80 Prozent der Kosten erstattet.

Beim Premiumschutz erstattet die PKV nahezu alle Leistungen zu 80 bis 100 %. Davon ausgenommen sind die Kosten für Zahnersatz (Prothesen, Brücken, Kronen), sowie Inlays, Implantate und Kieferorthopädie.



Ein viel diskutiertes Thema mit Brisanz

Das Risiko steigender Beiträge wird in der PKV seit Jahren regelmäßig diskutiert. Insbesondere der Vergleich mit der gesetzlichen Krankenversicherung scheint darauf hinzudeuten, dass ältere Versicherte mit PKV schlecht beraten sind. Wer seine Möglichkeiten aber gründlich prüft und alle Alternativen ausschöpft, kann mit einer privaten Krankenversicherung auch im Alter gut und bezahlbar abgesichert sein.

Ein typischer Irrtum in Bezug auf die PKV

„Die PKV ist nicht generationengerecht.“

Durch die Bildung von Alterungsrückstellungen stellt die PKV eine nachhaltige Finanzierung der Gesundheitsversorgung sicher. Die Beiträge werden so kalkuliert, dass bereits in jungen Jahren eine Vorsorge für das Alter gebildet wird. Mit einem Teil der Prämien, die in den ersten Versicherungsjahren gezahlt werden, werden die erwähnten Alterungsrückstellungen aufgebaut. Diese finanzieren die höheren Leistungen, die im Alter meist nötig werden. Damit sorgen die Versicherungsnehmer einer Generation für sich selbst vor und belasten nicht die jüngeren Generationen.

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