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Private Krankenversicherung im Alter

Im Alter kann die private Krankenversicherung schnell teuer werden - nutzen Sie folgende Tipps
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Das Wichtigste in Kürze

  • Da die Beiträge in der privaten Krankenversicherung (PKV) anhand von Alter, Gesundheitszustand und Leistungsumfang kalkuliert werden, steigen die Beiträge für Neuabschlüsse mit zunehmenden Alter an.
  • Mit Beginn der Rente greifen verschiedene Maßnahmen von Gesetzgeber und Versicherern und sorgen so für eine Beitragsentlastung im Rentenalter.
  • Bei guter Kombination von Beitragsentlastungstarif, 10-Prozent-Zuschlag und Alterungsrückstellungen sinken die Beiträge von langjährig Versicherten im Alter sogar.
  • Rentner, die eine gesetzliche Rente erhalten, können zudem einen Kostenzuschuss zu den Beiträgen der PKV beantragen.
  • Wer noch die Beiträge im Alter reduzieren möchte, kann dies u. a. durch einen Wechsel innerhalb der Tariflandschaft des aktuellen Versicherers oder die Vereinbarung einer Selbstbeteiligung erreichen.

Alter und Gesundheit beeinflussen die Beiträge

Die private Krankenversicherung (PKV) kalkuliert ihre Versicherungsprämien aufgrund des Alters und des Gesundheitszustands eines Versicherten. Das Eintrittsalter hat deshalb einen maßgeblichen Einfluss auf die Höhe der Beiträge (Kosten der privaten Krankenversicherung). Ist der Versicherte mit Risikofaktoren oder Vorerkrankungen belastet, muss er außerdem mit einem Risikozuschlag rechnen.

Mit dieser Beitragskalkulation will sich der Versicherer frühzeitig vor enormen Kostenerstattungen im Alter schützen. Letztlich verlagert der Versicherer damit das Kostenrisiko teilweise auf den Versicherten.


Kosten der privaten Krankenversicherung im Alter

Die Kosten einer privaten Krankenversicherung sind im Alter vor allem dann hoch, wenn ein Neuvertrag abgeschlossen wird. Das heißt, gesetzlich Versicherte, die erst mit 50 Jahren in die PKV wechseln und bereits Vorerkrankungen haben, müssen mit vergleichsweise hohen Beiträgen rechnen. Wer jedoch bereits seit vielen Jahren privat versichert ist, muss sich – mit einem guten Vertrag – keine Sorgen wegen hoher Versicherungskosten im Alter machen. Mit einem guten Beitragsentlastungstarif und den angesparten Alterungsrückstellungen können die Beiträge im Alter sogar sinken.

Rechenbeispiel: Kosten einer PKV für Rentner

Beispielkunde

  • Geburtsjahr: 1949
  • Beruf: Rentner/in
  • Versicherungsbeginn: 2019
LeistungsumfangMonatliche Kosten (Schätzwerte)
Grundschutz570 Euro
Komfortschutz721 Euro

Erläuterungen zu Leistungsumfang und Leistungsunterschieden der Tarifen

Der Grundschutz ist in seinem Umfang, dem der gesetzlichen Leistungen sehr ähnlich. Er enthält im Gegensatz zum Komfort- und Premiumschutz bestimmte Leistungen nicht.


Vorsorgemaßnahmen der PKV-Anbieter zur Entlastung der Versicherten im Alter

Die privaten Krankenversicherer haben freiwillig und aufgrund gesetzlicher Vorgaben verschiedene Stellschrauben eingeführt, die dafür sorgen sollen, dass die PKV im Alter nicht zu teuer wird. Ab einem Alter von 60 Jahren fallen verschiedene Zusatzkosten weg und langfristige Vorsorgemaßnahmen wie die Beitragsentlastung beginnt zu greifen, sodass die Beiträge im Alter bei geschickter Planung sogar sinken können. Dies gilt allerdings vor allem für Bestandskunden.

Anbieterwechsel im Alter wenig sinnvoll

Ab einem bestimmten Alter ist Versicherten von einem Anbieterwechsel abzuraten. Denn eine erneute Gesundheitsprüfung und Verluste im Bereich Beitragsentlastung und Alterungsrückstellungen führen in der Regel zu schlechteren Konditionen, wenn der Versicherungsnehmer älter ist.

Beitragsentlastungen der privaten Krankenversicherung im Alter

ZeitpunktÄnderung
Alter: 60Der gesetzlich festgelegte 10-Prozent-Zuschlag entfällt.
Alter: 65Die Mittel aus den Alterungsrückstellungen führen zu einer Stabilisierung der Beiträge.
RentenbeginnBeitrag für ein versichertes Krankentagegeld entfällt.
Rentenbeginn Bezieher einer gesetzlichen Rente, erhalten auf Antrag einen Kostenzuschuss in Höhe von 7,3 Prozent ihres Rentenanspruchs.
RentenbeginnVersicherungsbeiträge reduzieren sich, wenn ein Beitragsentlastungstarif abgeschlossen wurde, der mit Rentenbeginn greift.

Alterungsrückstellungen gegen hohe Beiträge im Alter

Um frühzeitig gegen zu hohe Beiträge im Alter vorzusorgen, bilden die Anbieter von privaten Krankenversicherungen sog. Alterungsrückstellungen. Dafür werden die individuellen Kosten der privaten Krankenversicherung so kalkuliert, dass die Versicherten in jungen Jahren etwas mehr bezahlen als notwendig wäre, um die durchschnittlich zu erwartenden Ausgaben je Versicherungsnehmer zu decken. Im Alter zahlen sie dafür weniger.

Diese Altersrückstellungen sind in jedem Fall sinnvoll und sollten daher Teil einer jeden privaten Krankenversicherung sein. Fordern Sie einen Tarifvergleich an und achten Sie auf diesen Leistungsbaustein.

Der gesetzliche 10-Prozent-Zuschlag

Um zusätzlich eine Beitragsentlastung für die private Krankenversicherung im Alter zu garantieren, führte der Gesetzgeber den 10-Prozent-Zuschlag ein. Der Zuschlag muss i. d. R. zwischen dem 22. und 60. Lebensjahr gezahlt werden und ist für alle Neuversicherten seit 1. Januar 2000 verbindlich. Wer bereits vorher privat versichert war, konnte der Anwendung des 10-Prozent-Zuschlags widersprechen. Anderenfalls erfolgte eine schrittweise Einführung.

Beitragsentlastungstarif

Für den Beitragsentlastungstarif zahlt der Versicherte einen zusätzlichen Beitrag, der verzinslich angelegt wird. Das so angesparte Guthaben wird später für eine garantierte Senkung der Beiträge verwendet. Die Beitragsentlastungstarife unterscheiden sich je nach Anbieter.

Allgemein gilt jedoch:

  • Die garantierte Beitragssenkung erfolgt i. d. R. mit Rentenbeginn. Der Zeitpunkt kann aber auch vorverlegt oder nach hinten verschoben werden.
  • Je nach Anbieter liegt die Ermäßigung zwischen 60 und 100 Prozent der Versicherungsbeiträge.
  • Die Höhe des Zusatzbeitrags kann nachträglich angepasst werden.
  • Die Kosten für den Beitragsentlastungtarif müssen für die gesamte Laufzeit der Versicherung gezahlt werden. Also auch, wenn die Beitragsentlastung aktiv ist.
  • Der Beitrag kann vom Arbeitgeber bezuschusst werden.
  • Je früher ein solcher Tarif abgeschlossen wird, desto günstiger sind die Beiträge.

Fordern Sie einen kostenfreien Tarifvergleich an und profitieren Sie von den günstigsten Tarifen und den Testsiegern im Bereich PKV. Lassen Sie sich anschließend ausführlich zu den Altersrückstellungen beraten, um auch im Alter einen günstigen Krankenversicherungsbeitrag zu haben.


So können Versicherte ihre Beiträge im Alter beeinflussen

Neben dem Wechselrecht gibt es weitere Möglichkeiten, Versicherungsbeiträge zu reduzieren.

Möglichkeiten der Beitragreduzierung

  • Selbstbeteiligung erhöhen
  • Leistungsumfang reduzieren
  • Wechsel in gleichwertigen, aber günstigeren Tarif
  • Wechsel in den Basis- bzw. Standardtarif
  • Beitragsrückerstattung

Selbstbeteiligung erhöhen

Durch die Erhöhung der Selbstbeteiligung lassen sich zum Teil erhebliche Beitragsreduzierungen erreichen. Allerdings sollten Versicherte beachten, dass sie dann einen größeren Anteil an den Behandlungskosten selbst zahlen müssen. Hinzu kommt, dass eine spätere Reduzierung des Selbstbehalts schwierig werden kann, wenn der Versicherer beispielsweise eine erneute Gesundheitsprüfung fordert.

Leistungen reduzieren

Die Versicherungsbeiträge können auch reduziert werden, indem man auf bestimmte Leistungen verzichtet. Dafür bieten sich beispielsweise Leistungen wie die Unterbringung im Einzelzimmer und Chefarztbehandlung an. Inwiefern solche freiwilligen Leistungsausschlüsse in Ihrem konkreten Tarif möglich sind, können Sie mit Ihrem Versicherungsmakler oder direkt mit ihrem Anbieter besprechen.

Wechsel in gleichwertigen, aber günstigeren Tarif

Laut § 204 des Versicherungsvertragsgesetzes haben Versicherte das Recht innerhalb der Versicherungsunternehmens in einen günstigeren Tarif mit gleichartigen Leistungen zu wechseln – wenn ein solcher Tarif zur Verfügung steht. Der Versicherer ist verpflichtet den Kunden dahingehend zu beraten. Er darf bei einem solchen internen Wechsel auch keine neue Gesundheitsprüfung verlangen oder neue Wartezeiten festlegen.

Wechsel in den Basis- bzw. Standardtarif

Der Wechsel in den Basis- bzw. Standardtarif ist für Versicherte jederzeit möglich. Basis- und Standardtarif bieten ein ähnliches Leistungsniveau, welches dem der gesetzlichen Krankenversicherung entspricht. Sie unterscheiden sich allerdings in den Zugangsvoraussetzungen und den Kosten.

Standardtarif

Der Standardtarif steht ausschließlich langjährig Versicherten zur Verfügung, die bereits vor 2009 in der privaten Krankenversicherung Mitglied waren. Wenn sie jedoch nach 2009 den Anbieter gewechselt haben, können sie nicht mehr in den Standardtarif wechseln. Weitere Zugangsvoraussetzungen finden Sie auf unserer Seite Leistungen der privaten Krankenversicherung. Die Kosten des Standardtarifs liegen 2019 bei 662,48 Euro (dem Höchstsatz der GKV). Zusätzlich werden die gesammlten Alterungsrückstellungen angerechnet und sorgen für eine weitere Beitragsentlastung.

Basistarif

Wer erst nach dem 31.12.2018 eine private Krankenversicherung abgeschlossen hat, kann jederzeit in den Basistarif wechseln. Die Kosten des Basistarifs sind ebenfalls gedeckelt und liegen 2019 bei 703,32 Euro. Sie werden jährlich an den aktuell geltenden Höchstbeitrag der gesetzlichen Krankenversicherung angepasst. Hier kommt allerdings noch der durchschnittlich Zusatzbeitrag der GKV hinzu.

Beitragsrückerstattung

Handelt es sich um einen Tarif mit Beitragsrückerstattung, erhalten Sie einen Teil Ihrer Versicherungsbeiträge zurück, wenn Sie keine Leistungen in Anspruch nehmen. Werden mehrere Jahre hintereinander keine Leistungen in Anspruch genommen, steigt die Höhe der Beitragsrückerstattung. So können bis zu sechs Monatsbeiträge zurückerstattet werden, was einer Einsparung von 50 Prozent der Kosten bedeutet.

Allerdings ist diese Variante der Kostenreduzierung i. d. R. eher für junge Versicherte realisierbar.


Wichtig: Jede Beitragsanhebung berechtigt zum Wechsel

Sobald der Anbieter der privaten Krankenversicherung im Alter eine Beitragsanhebung geltend macht, steht dem Versicherten ein Wechselrecht nach § 204 des Versicherungsvertragsgesetzes zu. Der Versicherer muss den Versicherten auf dieses Recht hinweisen. Bei Versicherten über 60 Jahren muss außerdem ein Angebot für einen Wechsel in einen gleichwertigen Tarif mit günstigeren Beiträgen angeboten werden. Dieser Tarif kann auch höhere Leistungen enthalten. Dann ist es dem Versicherer auch gestattet dafür eine Gesundheitsprüfung zu verlangen.  Alternativ kann der Versicherte den Ausschluss dieser Leistungen vom Versicherungsschutz fordern.

Ein Wechsel des Versicherers ist selten sinnvoll

Macht der Versicherer eine Beitragsanhebung im Alter geltend, ist der Wechsel zu einem anderen Versicherer meist nicht mehr angebracht. Aufgrund des hohen Einstiegsalters dürften die Beiträge bei anderen Gesellschaften nicht erheblich geringer sein. Außerdem besteht auch bei anderen Versicherungen das Risiko einer Beitragsanhebung. Schließlich geht ein großer Teil der gebildeten Altersrückstellungen bei diesem Wechsel verloren (Private Krankenversicherung Wechsel). Deshalb sollte man nach Möglichkeit bei dem bisherigen Versicherer unter Vertrag bleiben.


PKV für Beamte – Darauf sollten Sie im Alter achten

Die Höhe der Beihilfe für Beamte richtet vor allem nach der Lebenssituation. Ändert sich diese, etwa durch die Pensionierung, ändert sich meist auch der Beihilfesatz.

Wichtig: Die Änderung des Beihilfesatzes muss innerhalb von sechs Monaten erfolgen. Anschließend wird der Versicherungsschutz angepasst. Dies erfolgt in der Regel ohne erneute Gesundheitsprüfung.

Pensionierte Beamte erhalten 70 Prozent Beihilfe. Da der Beihilfesatz für Beamte während der Dienstzeit meist bei 50 Prozent liegt, sinken die Kosten der PKV mit der Pensionierung. Allerdings kann es sein, dass der Versicherer aufgrund des höheren Alters gleichzeitig die Beiträge anhebt. Auch (pensionierte) Beamte haben dann das Recht in einen günstigeren Tarif zu wechseln.


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Ein typischer Irrtum in Bezug auf die PKV

„Die PKV ist nicht generationengerecht.“

Durch die Bildung von Alterungsrückstellungen stellt die PKV eine nachhaltige Finanzierung der Gesundheitsversorgung sicher. Die Beiträge werden so kalkuliert, dass bereits in jungen Jahren eine Vorsorge für das Alter gebildet wird. Mit einem Teil der Prämien, die in den ersten Versicherungsjahren gezahlt werden, werden die erwähnten Alterungsrückstellungen aufgebaut. Diese finanzieren die höheren Leistungen, die im Alter meist nötig werden. Damit sorgen die Versicherungsnehmer einer Generation für sich selbst vor und belasten nicht die jüngeren Generationen.

Fazit: Die PKV hat im Alter ihre Tücken

Das Risiko steigender Beiträge wird in der PKV seit Jahren regelmäßig diskutiert. Insbesondere der Vergleich mit der gesetzlichen Krankenversicherung scheint darauf hinzudeuten, dass ältere Versicherte mit einer PKV schlecht beraten sind. Wer seine Möglichkeiten aber gründlich prüft und alle Alternativen ausschöpft, kann mit einer privaten Krankenversicherung auch im Alter sehr gut und vor allem bezahlbar abgesichert sein.

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