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Private Krankenversicherung in der Steuer

Die private Krankenversicherung ist steuerlich absetzbar - wie funktioniert's und worauf muss man achten?
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PKV-Versicherte können ihre Beiträge in der jährlichen Steuererklärung angeben und damit ihre Steuerlast senken. Die Beiträge zur privaten Krankenversicherung sind ohne das Krankentagegeld zu rund 80 % steuerlich abzugsfähig, die Pflegepflichtversicherung sogar zu 100 %.

Wie genau wird abgesetzt

Die Beiträge in der PKV gelten als Vorsorgeaufwendungen und sind somit als Sonderausgaben vollständig absetzbar. Hierzu zählen auch die Beiträge für andere Familienmitglieder. Welcher Teil genau abgesetzt werden kann, wird Ihnen jährlich explizit von Ihrer Krankenversicherung mitgeteilt. Das ergibt in der Regel eine gute Steuer-Ersparnis – vor allem für größere Familien.

Sie müssen also nicht selbst kalkulieren, was genau abgesetzt werden kann, sondern warten hierfür einfach auf das jährliche Schreiben Ihrer Krankenversicherung.

Ein Gesetz zur Entlastung der Bürger

Seit Januar 2010 gilt in Deutschland das sogenannte Bürgerentlastungsgesetz. Es sieht vor, dass Beiträge zur privaten Krankenversicherung bei der Steuererklärung als Vorsorgeaufwendungen angegeben werden dürfen und steuermindernd geltend gemacht werden können. Bis zu diesem Zeitpunkt konnten die Versicherungsbeiträge der Krankenkasse zwar angesetzt werden, sie wurden aber in einem geringeren Umfang berücksichtigt. Das Gesetz gilt selbstverständlich auch für gesetzlich Versicherte. Das heißt, sowohl gesetzlich als auch privat Versicherte können ihre Beiträge als Sonderausgaben angeben.

Gesetzgeber sieht Begrenzung der Beiträge vor

Mit dem Bürgerentlastungsgesetz wurde auch der maximal absetzbare Beitrag für die Steuererklärung festgelegt. Arbeitnehmer (PKV für Angestellte im Test) dürfen ebenso wie Beihilfeberechtigte eine Summe von 1.900 Euro an Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen ansetzen, Selbstständige (PKV für Selbstständige im Test) setzen bis 2.800 Euro an.

Über das Bürgerentlastungsgesetz läuft die steuerliche Absetzbarkeit über den Punkt: Sonderausgaben für Vorsorgeaufwendungen. Alle genannten Vorsorgeaufwendungen fallen unter die genannte Höchstgrenze. Aber: Sobald die Sonderausgaben für die Krankenversicherung die Höchstbeiträge überschreiten, gilt der gesamte steuerliche Beitrag (siehe EstG § 10 (4)).

Höchstgrenzen entweder für alle Vorsorgeaufwendungen oder nur für die Krankenversicherung

Neben der Kranken- und Pflegeversicherung sind weitere Vorsorgeleistungen abzugsfähig. Darunter fallen beispielsweise Kosten für:

  • Berufsunfähigkeitsversicherung
  • Erwerbsunfähigkeitsversicherung
  • Arbeitslosenversicherung
  • Unfallversicherung
  • Haftpflichtversicherung
  • Risikolebensversicherung

Die steuerlichen Höchstgrenzen gelten dann entweder insgesamt für all diese Vorsorgeaufwendungen (inklusive Krankenversicherung) oder für die Kranken- und Pflegeversicherung allein, wenn der Betrag die Höchstgrenze übersteigt. Dann kann die Kranken- und Pflegeversicherung jedoch komplett, das heißt unbegrenzt, abgesetzt werden.

PKV-Beiträge vorab zahlen

Die steuerliche Absetzbarkeit der PKV-Beiträge kann gekoppelt werden, indem Sie maximal drei Jahresbeiträge vorab einzahlen und diese dann steuerlich geltend machen. Zuvor funktionierte dies nur mit zweieinhalb Jahresbeiträgen.

Versicherer weisen korrekten Steuerwert aus

Zum Anfang jeden Jahres verschicken die PKV-Gesellschaften einen Nachweis an die Versicherten, der die Höhe der abzugsfähigen Beiträge belegt. Wer außerdem der Übermittlung der Steuerdaten an die Finanzbehörde zugestimmt hat, muss damit rechnen, dass das zuständige Finanzamt eine Meldung über die absetzbaren Beiträge erhält. Somit sind Versicherte auf der sicheren Seite, wenn sie die Beiträge angeben, die der Versicherer ausweist. Anderenfalls können sie davon ausgehen, dass die Finanzbehörde eine Kürzung mit der Freigabe der Steuererklärung vornimmt.

Rückerstattungen reduzieren absetzbaren Beitrag

Versicherte schließen ihren Tarif häufig auch danach ab, ob Beitragsrückerstattungen gewährt werden. Diese Rückerstattungen vermindern die gezahlten Beiträge für die PKV unmittelbar. Aus diesem Grund müssen die Rückerstattungen beim abzugfähigen Betrag in der Steuererklärung angegeben werden. Erhält der Versicherte also eine Rückerstattung seiner überzahlten Beiträge, reduziert sich dadurch der absetzbare Betrag in der Steuererklärung des Folgejahres. Aus steuerlichen Gründen kann es sich somit rentieren, keine Rückerstattung in Anspruch zu nehmen.

Steuervorteil nicht ausschlaggebend für PKV-Wahl

Grundsätzlich ist die Absetzbarkeit von Versicherungsbeiträgen für privat und gesetzlich Versicherte begrüßenswert. Allerdings sollte man die Entscheidung für oder gegen den Wechsel in die PKV oder bei der Wahl des Tarifs nicht von dem steuerlichen Aspekt abhängig machen. Er gilt für die PKV und die GKV in gleicher Höhe und macht außerdem meist keine nennenswerte Größenordnung aus. Deshalb darf der Steueraspekt bei der Wahl der PKV nicht entscheidend sein.

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