Private Krankenversicherung steuerlich absetzbar

Private Krankenversicherung steuerlich absetzbarPKV-Versicherte können ihre Beiträge in der jährlichen Steuererklärung angeben und damit ihre Steuerlast senken. Was sich im ersten Moment sehr vielversprechend anhört, ist bei näherem Hinsehen an einige Auflagen gebunden. Zwar können die PKV-Beiträge, als Vorsorgeaufwand die Steuerzahlungen reduzieren, doch da der abzugsfähige Betrag einer Begrenzung unterliegt, ist der steuerliche Effekt überschaubar. Dennoch sollte man die Krankenkassenbeiträge keinesfalls in der Steuererklärung vergessen.

Ein Gesetz zur Entlastung der Bürger

Seit Januar 2010 gilt in Deutschland das sogenannte Bürgerentlastungsgesetz. Es sieht vor, dass Beiträge zur privaten Krankenversicherung bei der Steuererklärung als Vorsorgeaufwendungen angegeben werden dürfen und steuermindernd geltend gemacht werden können. Bis zu diesem Zeitpunkt konnten die Versicherungsbeiträge der Krankenkasse zwar angesetzt werden, sie wurden aber in einem geringeren Umfang berücksichtigt. Das Gesetz gilt selbstverständlich auch für gesetzlich Versicherte. Das heißt, sowohl gesetzlich als auch privat Versicherte können ihre Beiträge als Sonderausgaben angeben.

Gesetzgeber sieht Begrenzung der Beiträge vor

Mit dem Bürgerentlastungsgesetz wurde auch der maximal abzusetzende Beitrag für die Steuererklärung festgelegt. Arbeitnehmer (PKV für Angestellte im Test) dürfen ebenso wie Beihilfeberechtigte eine Summe von 1.900 Euro an Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen ansetzen, Selbstständige (PKV für Selbstständige im Test) setzen bis 2.800 Euro an. Auf den ersten Blick scheint diese Summe sehr attraktiv zu sein. Allerdings greift der Höchstbeitrag nicht nur für die Kranken- und Pflegeversicherung, da weitere Vorsorgeleistungen ebenfalls zu berücksichtigen sind.

 

Private Krankenversicherung SteuernWeitere Versicherungen sind zu beachten

Neben der Kranken- und Pflegeversicherung sind weitere Vorsorgeleistungen abzugsfähig. Darunter fallen beispielsweise Kosten für eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Außerdem kommen die PKV-Beiträge nur für Regelleistungen zum Ansatz. Entscheidet sich der Versicherte für Wahlleistungen wie eine bessere Versorgung im Krankenhaus, dürfen diese Mehrkosten nicht steuerlich geltend gemacht werden. Insgesamt reduziert sich dadurch der Anteil der PKV-Beiträge, die tatsächlich zu einer Senkung des steuerlichen Einkommens beitragen, erheblich.

Welche Versicherung man steuerlich geltend machen kann

Versicherer weisen korrekten Steuerwert aus

Zum Anfang jeden Jahres verschicken die PKV-Gesellschaften einen Nachweis an die Versicherten, der die Höhe der abzugsfähigen Beiträge belegt. Wer außerdem der Übermittlung der Steuerdaten an die Finanzbehörde zugestimmt hat, muss damit rechnen, dass das zuständige Finanzamt eine Meldung über die absetzbaren Beiträge erhält. Somit sind Versicherte auf der sicheren Seite, wenn sie die Beiträge angeben, die der Versicherer ausweist. Anderenfalls können sie davon ausgehen, dass die Finanzbehörde eine Kürzung mit der Freigabe der Steuererklärung vornimmt.

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Rückerstattungen reduzieren absetzbaren Beitrag

Versicherte schließen ihren Tarif häufig auch danach ab, ob Beitragsrückerstattungen gewährt werden. Diese Rückerstattungen vermindern die gezahlten Beiträge für die PKV unmittelbar. Aus diesem Grund müssen die Rückerstattungen beim abzugfähigen Betrag in der Steuererklärung angegeben werden. Erhält der Versicherte also eine Rückerstattung seiner überzahlten Beiträge, reduziert sich dadurch der absetzbare Betrag in der Steuererklärung des Folgejahres. Aus steuerlichen Gründen kann es sich somit rentieren, keine Rückerstattung in Anspruch zu nehmen.

Steuervorteil nicht ausschlaggebend für PKV-Wahl

Grundsätzlich ist die Absetzbarkeit von Versicherungsbeiträgen für privat und gesetzlich Versicherte begrüßenswert. Allerdings sollte man die Entscheidung für oder gegen den Wechsel in die PKV oder bei der Wahl des Tarifs nicht von dem steuerlichen Aspekt abhängig machen. Er gilt für die PKV und die GKV in gleicher Höhe und macht außerdem meist keine nennenswerte Größenordnung aus. Deshalb darf der Steueraspekt bei der Wahl der PKV nicht entscheidend sein.