Voraussetzungen für den Eintritt in die PKV

Die privaten Krankenversicherer sind neben den gesetzlichen Kassen wichtige Träger des deutschen Krankenversicherungssystems. Allerdings ist der Zutritt zur privaten Krankenversicherung (PKV) streng geregelt. Nur Arbeitnehmer, die aufgrund ihres Einkommens nicht mehr unter die gesetzliche Krankenversicherungspflicht fallen, Selbständige und Beamte dürfen sich privat versichern. Hinzu kommen Studenten unter bestimmten Umständen. Doch welche Voraussetzungen sind genau zu erfüllen, wenn man sich privat versichern will?

Arbeitnehmer müssen strenge Vorgaben erfüllen

Wer in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis steht, ist grundsätzlich in der gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert. Das gilt für alle Arbeitnehmer, deren Einkommen pro Jahr unterhalb der gesetzlichen Versicherungspflichtgrenze liegt. Die Versicherungspflichtgrenze (auch Jahresarbeitsentgeltgrenze genannt) wird jedes Jahr im Herbst von der Bundesregierung neu festgelegt. Das jährliche Einkommen muss diese Grenze einmalig überschreiten. Ist das der Fall, kann der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer den Wechsel in die private Krankenversicherung vorschlagen. Weitere Vorgaben sind von einem Arbeitnehmer grundsätzlich nicht zu erfüllen.

PKV bietet keine Familienversicherung

Allerdings ist es empfehlenswert, den Wechsel in die PKV nur vorzunehmen, wenn man gesund ist und keine Familienangehörigen versichern muss, die kein eigenes Einkommen erhalten. Für diese Angehörigen greift nämlich in der PKV keine kostenfreie Familienversicherung, wie man sie von den gesetzlichen Kassen kennt. Aus diesem Grund gilt die private Krankenversicherung als ungeeignet für Arbeitnehmer mit kleinen Kindern oder mit einem Ehepartner ohne eigenes Einkommen.

Die Versicherungspflichtgrenze als Richtlinie

Die Bundesregierung hat das Recht, die Versicherungspflichtgrenze jedes Jahr im Herbst neu zu verhandeln. Von diesem Recht macht sie regelmäßig Gebrauch. Als Anhaltspunkt gilt, dass die Versicherungspflichtgrenze in Zeiten einer guten und stabilen Konjunktur angehoben wird. Damit haben weniger Versicherte die Chance, in die PKV zu wechseln (PKV Wechsel). Die Stellung der gesetzlichen Krankenversicherung wird dadurch untermauert, denn mit einer steigenden Versicherungspflichtgrenze steigt die Zahl der Arbeitnehmer mit einem hohen Einkommen, die gesetzlich versichert bleiben. Wenn die amtierende Regierung also die gesetzliche Krankenversicherung unterstützen will und ihre Kassen füllen will, hebt sie die Versicherungspflichtgrenze an und hält dadurch mehr Arbeitnehmer mit einem gehobenen Einkommen in der GKV.

Versicherungspflichtgrenze ist an Einkommen gekoppelt

Möglich ist dieses Vorgehen, weil die Festlegung der Versicherungspflichtgrenze an das Niveau der Einkommen gekoppelt ist. Sofern die Einkommen in einer wirtschaftlich stabilen Lage steigen, erhöht sich auch die Versicherungspflichtgrenze. Im Jahr 2017 beträgt die Versicherungspflichtgrenze 57.600 Euro im Jahr oder 4.800 Euro im Monat. Wer diese Summe im Jahr zum ersten Mal überschreitet und voraussichtlich auch in Zukunft ein vergleichbares Einkommen bezieht, kann den Wechsel in die PKV in Erwägung ziehen.

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Andere Regeln für Selbständige

Auch Gewerbetreibende und Freiberufler können sich privat krankenversichern. Anders als Arbeitnehmer müssen sie keine Versicherungspflichtgrenze beachten. Sie haben somit auch Zugang zur PKV, wenn sie lediglich ein vergleichsweise geringes Einkommen erhalten. Häufig wird die private Krankenversicherung für Selbständige mit überschaubaren Einkünften oder für Existenzgründer sehr empfohlen, weil man die PKV-Beiträge durch die Wahl des richtigen Tarifs gut selbst bestimmen und beeinflussen kann. Wer also nur wenig Geld für einen vernünftigen Versicherungsschutz ausgeben kann, wählt seinen PKV-Tarif entsprechend und wird mit einer geringen Versicherungsprämie belohnt, sofern keine Vorerkrankungen bestehen, die einen Risikozuschlag nach sich ziehen könnten.

Selbständige profitieren von der Familienversicherung der GKV

Für Selbständige gilt, dass es in der PKV für Familienangehörige keine kostenfreie Familienversicherung gibt. Deshalb lassen sich Selbständige mit Familie häufig freiwillig in der GKV versichern. Zur Beitragsbemessung wird dann ihr Einkommen herangezogen, der gesetzliche Beitragssatz wird auf dieses Einkommen angewandt. Für Selbständige mit Kindern oder mit Ehepartner ist die GKV auch bei einem hohen Einkommen oft die günstigere Lösung als die PKV mit einem eigenen Beitrag für jedes Familienmitglied.

Auch Beamte können sich privat versichern

Für Beamte (Private Krankenversicherung für Beamte) gilt ebenso wie für Selbständige keine Versicherungspflichtgrenze. Sie dürfen sich also unabhängig von ihren Bezügen privat versichern. In der Regel ist die PKV für Beamte sogar eine sehr preiswerte Variante der Krankenversicherung. Ein Beamter erhält von seinem Dienstherrn eine Beihilfe zu seinen Krankheits- und Behandlungskosten. Das heißt, der Bund oder das Land übernimmt einen großen Anteil der Kosten. Allerdings sind in diesen Kosten hochwertige Maßnahmen bei Zahnersatz oder die Chefarztbehandlung im Krankenhaus oder auch die Unterbringung im Ein-Bett-Zimmer nicht vorgesehen. Bei der Kostenübernahme durch den Dienstherrn handelt es sich also letztlich um eine zweckmäßige Versicherung, die aber nur die medizinische Notwendigkeit abdeckt.

Beihilfetarife als optimale Versicherungslösung für Beamte

Wer mehr Leistungen will, muss dazu einen Beihilfetarif bei einem privaten Krankenversicherer abschließen. Da diese Beihilfetarife nur einen Teil der Kosten im Krankheitsfall abdecken, sind sie recht preiswert. Üblicherweise lautet die Empfehlung für Beamte deshalb, sich nicht gesetzlich zu versichern, sondern einen privaten Beihilfetarif abzuschließen. Das gilt übrigens auch für den Ehepartner und die Kinder, die ebenfalls beihilfeberechtigt sind. Im Einzelfall kann die gesetzliche Krankenversicherung für Beamte trotzdem die preiswertere Lösung sein, wenn beispielsweise mehrere Kinder mit einem eigenen Beihilfetarif zu versichern sind.

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