Private Krankenversicherung Wechsel

Wie genau die Wechselmöglichkeiten aussehen, hängt von der Art des Wechsels ab. Hier gibt es drei Varianten. Den Wechsel von der gesetzlichen Krankenkasse zur PKV, den Übertritt von der privaten Krankenversicherung zur GKV und natürlich der Wechsel innerhalb der privaten Krankenversicherung. Hier kann es sich um einen einfachen Tarifwechsel handeln oder von einem PKV-Anbieter zu einem anderen. Je nachdem welcher Wechsel vollzogen werden soll, unterscheiden sich die Fristen, Anforderungen und Möglichkeiten.

Wechsel innerhalb der PKV

Bei einer Übertritt innerhalb der PKV sind oft Beitragserhöhungen der Hauptgrund. In diesem Fall ist ein sofortiger Wechsel möglich – ohne sonst geltende Kündigungsfristen einhalten zu müssen. Hierbei gibt es jedoch einige Punkte zu beachten.

Bevor man in eine gänzlich andere private Krankenversicherung wechselt, sollte man sich darüber im Klaren sein, dass man sich nun in einem anderen Eintrittsalter befindet als bei Abschluss des bestehenden PKV-Vertrages. Je älter man bei der Antragsstellung ist, desto höher werden auch die Beiträge ausfallen (PKV für Ältere im Test). Im Allgemeinen muss man bei einem Wechsel zu einer anderen privaten Krankenversicherung und einem Tarif mit den gleichen Leistungen, damit rechnen, dass die Beiträge um 4 bis 15 Prozent höher sein werden.

Mit erneuter Gesundheitsprüfung rechnen

Bei einem Anbieterwechsel innerhalb der privaten Versicherungslandschaft wird eine neue Gesundheitsprüfung anstehen. Sind zwischen dem ersten Eintritt in die PKV und dem jetzigen Wechsel neue Krankheiten aufgetreten, kann es sein, dass die neue Versicherung einen Beitragszuschlag verlangt oder die Aufnahme komplett verweigert. Dafür kann auch schon ein leichter Heuschnupfen reichen.

Altersrückstellungen seit 2009 gesichert

Bevor man die Krankenversicherung wechselt, ist auch auf die bereits gebildeten Altersrückstellungen zu achten, die die Krankenkassenbeiträge im Alter stabil oder im besten Fall sogar sinken lassen sollen. In vielen Fällen lohnt sich ein Wechsel zu einem günstigeren Tarif des gleichen Anbieters mehr, als ein Übertritt zu einem anderen Anbieter. Denn bei einem Anbieterwechsel wird man auf jeden Fall einen Teil seiner Altersrückstellungen einbüßen, was bei einem bereits mehrere Jahre bestehendem Vertrag eine Menge Geld bedeuten kann.

Info: Im Jahr 2009 gab es zum Thema Altersrückstellungen eine Gesetzesänderung, die besagt, dass man seine Altersrückstellungen mitnehmen kann. Wie genau sich das gestaltet und wie hoch die finaziellen Einbußen im Einzelnen sind, ist jedoch von Fall zu Fall anders.
Wer sicher gehen möchte, sollte vor einem Anbieterwechsel unbedingt einen unabhängigen Versicherungsmakler kontaktieren.

Grundsätzlich sollte man bei einer Änderung innerhalb der PKV darauf achten nicht in einen Billigtarif zu wechseln, denn hier ist die Wahrscheinlichkeit für erneute Preiserhöhungen sehr hoch und die Leistungen sind meist schlecht.

ARD Ratgeber wann und wie man wechseln sollte

Wechsel von der GKV zur PKV

Dieser ist für Angestellte ab einem Gehalt von 57.600 Euro möglich. Dies ist die sogenannte Versicherungspflichtgrenze. Selbständige, Beamte (PKV für Beamte im Test) und Freiberufler können jederzeit in die PKV wechseln. Hier ist jedoch besondere Vorsicht geboten (siehe Wechsel von der PKV zur GKV).

Empfehlenswert für junge Menschen ohne Partner

Wer jung und gesund ist, keine Kinder hat und über ein gutes und relativ hohes Einkommen verfügt, kann mit einem Wechsel von der GKV in die PKV eine Menge Geld sparen. Trotzdem sollte ein Versicherungswechsel stets gut durchdacht werden. Denn Lebenssituationen können sich schnell ändern. So kann es zu Verdienstausfällen kommen oder man möchte plötzlich doch Kinder bekommen. Für Alleinverdiener mit Kindern kann sich der vorherige Preisvorteil schnell ins Gegenteil verkehren.

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Familie nicht kostenlos mitversichert

Wechselwillige sollten sich darüber im Klaren sein, dass auch bei sinkendem Einkommen, weiterhin die gleiche Prämie gezahlt werden muss, denn diese richtet sich nicht nach dem Verdienst, sondern nach Alter, Gesundheitszustand und dem gewählten Tarif.
Im Gegensatz zu gen gesetzlichen Kassen werden in der PKV für jedes Familienmitglied (PKV für Familien im Test) eigene Beiträge fällig. (In der GKV können Kinder und Ehepartner kostenlos mitversichert werden.

Gesundheitsprüfung kann zur Ablehnung führen

Bei Antragsstellung wird sich die PKV einen Überblick über den Gesundheitszustand des zu Versichernden machen. Dafür muss man sich einer umfassenden Gesundheitsprüfung unterziehen. Bei bestimmten Erkrankungen oder noch nicht ausgeheilten Unfallverletzungen, die innerhalb der letzten drei bis fünf Jahre entstanden sind, muss mit einem Beitragszuschlag gerechnet werden. Im schlimmsten Fall kann so etwas auch direkt zu einer Ablehnung führen.

Trotzdem sollte man sich nicht von Billigtarifen verführen lassen, denn diese bieten meist nur schlechte Leistungen und baldige Beitragserhöhungen sind so gut wie sicher. Mit einem Billigtarif bekommt man sicher keinen vernünftigen Versicherungsschutz.

Weitere Informationen zum Thema bei Stiftung Warentest

Private Krankenversicherung Wechsel

Wechsel von der PKV zurück in die GKV

Dieser Versicherungwechsel ist der komplizierteste, da er an bestimmte Voraussetzungen geknüpft ist.
Angestellte können nur zurück wechseln, wenn ihr Gehalt für mindestens ein Jahr unter der geltenden Versicherungspflichtgrenze liegt.
Für Selbständige und Freiberufler ist es noch schwieriger. Sie können in der Regel nur wechseln, wenn sie ein Angestelltenverhältnis eingehen und ein Gehalt beziehen, das unter der Versicherungspflichtgrenze liegt. Oftmals wird daher für sie auch von einer Entscheidung fürs Leben gesprochen.

Vorsicht: Menschen, die älter sind als 55 Jahre können in der Regel gar nicht mehr wechseln.

Ein Tipp von Versicherungsmakler und PKV-Experten Alexander Vorgerd

Befreiung von der Versicherungspflicht kann aufgehoben werden

Wer einen Antrag auf Befreiung von der Versicherungspflicht stellt, geht häufig davon aus, dass diese Befreiung dann dauerhaft gilt. Doch das stimmt so nicht. Durch die Entscheidung des Bundessozialgerichts aus dem Jahr 2011 wirkt die Befreiung eine beantragte Befreiung nur bis zum Ende der Beschäftigung gilt. Nimmt ein Arbeitnehmer anschließend eine andere Beschäftigung auf, deren Bruttoarbeitsentgelt unter der geltenden Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt, tritt die Krankenversicherungspflicht wieder ein.

Kündigungsfristen bei einem Wechsel

Bei einer ordentlichen Kündigung einer privaten Krankenversicherung kann man zum Ablauf des Kalenderjahres oder des Versicherungsjahres mit einer Frist von drei Monaten kündigen. Allerdings sind bei verschiedenen Versicherern oft unterschiedlich lange Mindestvertragslaufzeiten einzuhalten. Diese Laufzeiten liegen in der Regel zwischen ein und drei Jahren.

Außerordentliche Kündigung

Neben der ordentlichen Kündigung hat der Versicherte in bestimmten Fällen die Möglichkeit, den Vertrag außerordentlich zu kündigen. Hier unterscheiden sich die Voraussetzungen:

  • Wenn der Versicherte weniger verdient, als durch die Versicherungspflichtgrenze vorgeschrieben, hat er das Recht auf eine außerordentliche Kündigung. Die Vertragsauflösung muss in diesem Fall rückwirkend mindestens drei Monate nach Eintritt der gesetzlichen Pflichtversicherung erfolgen.
  • Bei einem Eintritt in die gesetzliche Familienversicherung ist es ebenfalls möglich, vom Sonderkündigungsrecht Gebrauch zu machen.
  • Wenn die Versicherungsgesellschaft die Beiträge erhöht, oder Änderungen der Leistungen vornimmt, kann der Versicherte innerhalb von zwei Monaten vom Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen. Damit die Kündigung wirksam wird, muss innerhalb dieser zwei Monate eine neue Versicherung nachgewiesen werden.
  • Hat der Versicherte einen Anspruch auf Heilfürsorge darf er ebenfalls außerordentlich kündigen.

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