Private Krankenversicherung

Die private Krankenversicherung (PKV) in Deutschland umfasst 43 Mitgliedsunternehmen, bei denen rund 8,9 Millionen Menschen versichert sind. Viele Menschen wählen den privaten Versicherungsschutz, da dieser viele Vorteile gegenüber der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bietet. Doch nicht jeder kann sich privat versichern lassen, deshalb sollten sich Interessenten vor dem Abschluss eingehend mit den einzelnen Bedingungen der PKV befassen. Zudem bieten nicht alle Versicherungen dasselbe Preis-Leistungs-Verhältnis, weshalb es sich lohnt Kosten, Leistungen und Tarifmerkmale vor dem Abschluss zu vergleichen.

Wer kann Mitglied in der Privaten Krankenversicherung werden?

Alle Arbeitnehmer, deren Bruttoeinkommen über der Jahresentgeltgrenze (JAEG) liegt, können sich privat versichern lassen. Im Jahr 2018 beträgt diese Jahresentgeltgrenze 59.400 Euro jährlich, bzw. 4.950 Euro monatlich. (Im Vorjahr lag die Jahresarbeitsentgeltgrenze noch bei jährlich 57.600 Euro bzw. monatlich 4.800 Euro. Hintergrund für diese Anpassung sind die positiven Entwicklungen bei Löhnen und Gehältern des Jahres 2016.) Wer als Arbeitnehmer innerhalb eines Kalenderjahres über der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt, darf Mitglied in der Privaten Krankenversicherung werden. Ausgenommen von dieser Regelung sind Beamte, Studenten und Selbständige. Sie können sich unabhängig von dieser Grenze privat versichern lassen. Für Berufsanfänger, deren Einkommen oberhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt, gilt, dass sie sich freiwillig privat oder gesetzlich versichern können.

Versicherung von Kindern in der PKV

Wenn beide Ehepartner privat versichert sind, muss auch das Kind privat und gegen einen eigenen Beitrag versichert werden. Wenn nur einer der beiden Ehepartner privat versichert ist, so kann das Kind beitragsfrei in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert werden, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:

Einkommen des Elternteils Beitragsfreie Mitversicherung von Kindern
Der Privatversicherte verdient über der JAEG und mehr als der GKV-versicherte Elternteil Das Kind kann beitragspflichtig in der GKV oder beitragspflichtig in der PKV versichert werden.
Der privatversicherte Elternteil verdient maximal bis zur JAEG von 59.400 Euro. Das Kind kann beitragsfrei in der GKV mitversichert werden.
Der GKV-Versicherte verdient über der JAEG von 59.400 Euro und mehr als der privatversicherte Elternteil.
Der privatversicherte Elternteil verdient maximal 59.400 Euro (2018) im Jahr und war schon vor 2003 privat versichert. Der gesetzlich Versicherte verfügt über ein geringeres Einkommen.

Bei unverheirateten Eltern

Sind die Eltern nicht verheiratet, gilt folgende Regelung: Wenn beide Elternteile privat versichert sind, so muss auch das Kind beitragspflichtig in der PKV versichert werden. Wenn die Mutter in der GKV und der Vater in der PKV versichert ist, so kann das Kind beitragsfrei über die Mutter versichert werden. Wenn die Mutter in der PKV und der Vater gesetzlich versichert ist, so kann das Kind ebenfalls beitragsfrei in der GKV mitversichert werden oder über die Mutter Mitglied in der PKV werden.

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PKV für Neugeborene

Neugeborene können ab dem Tag ihrer Geburt privat versichert werden. Voraussetzung ist, dass wenigstens ein Elternteil seit mindestens drei Monaten Mitglied in der PKV ist. Außerdem muss die Anmeldung spätestens bis zwei Monate nach der Geburt (rückwirkend zum ersten des Geburtsmonats) erfolgen.

PKV für Beamte: Lohnenswert durch Beihilfe

Für Beamte und Beamtenanwärter ist es nahe liegend, sich in der PKV versichern zu lassen. Denn sie sind von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung befreit und der Dienstherr beteiligt sich durch die Beihilfe an den Beitragskosten. Und das gilt nicht nur für den Beamten, sondern auch für dessen nicht berufstätige Familienangehörige. Die Gesundheitskosten werden anteilig zu 50 bis 80 Prozent übernommen.

>> Die Berufsgruppen im Überblick

PKV für Angestellte

Die private Krankenversicherung ist für Angestellte sowohl ergänzend als auch anstelle der gesetzlichen Absicherung möglich. Dieses gilt zugleich für Auszubildende sowie für Personen, die sich in arbeitnehmerähnlichen Arbeitsverhältnissen befinden.

Wer von der gesetzlichen Absicherung in die private Krankenversicherung wechseln möchte (in eine Vollversicherung), muss mit seinem Gehalt über der gültigen Jahresarbeitsentgeltgrenze liegen (s. a. obiger Abschnitt auf dieser Seite). Dieser Grenzwert wird vom Gesetzgeber jährlich geprüft und ggf. angepasst. Als Bewertungsmaßstab gelten hier die Entwicklungen der Löhne und Gehälter des Vorjahres.

Arbeitnehmer, die bei einer gesetzlichen Kasse versichert sind und erstmals die Jahresarbeitsentgeltgrenze überschritten haben, müssen sich innerhalb von einer Frist von zwei Wochen für oder gegen den Wechseln in die PKV entscheiden. Bei einer erstmaligen Überschreitung der Grenze erhält der Arbeitnehmer einen Brief von der gesetzlichen Versicherung, dass keine Versicherungspflicht mehr besteht. Ab Zustellung dieses Briefes hat der Versicherte nun Zeit, einen Private-Krankenversicherung-Vergleich durchzuführen und bei Bedarf in die private Krankenversicherung zu wechseln.

JAEG ist nicht gleich Beitragsbemessungsgrenze

Die Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG), die darüber entscheidet, ob ein Arbeitnehmer in die PKV wechseln darf, wird regelmäßig mit der Beitragsbemessungsgrenze verwechselt. Die Beitragsbemessungsgrenze gibt allerdings die maximal zu leistenden Beiträge zur Krankenversicherung an und deckelt damit die Beiträge für den Versicherten.
Auch die Beitragsbemessungsgrenze wird jährlich vom Gesetzgeber überprüft und gegebenenfalls angepasst. Hier sind ebenfalls die Löhne und Gehälter des Vorjahres die Bewertungsgrundlage.

PKV für Grenzgänger

Grundsätzlich gilt für Grenzgänger: Legt man Wert auf Leistungen, die in beiden Ländern abgerechnet werden können (also sowohl am Wohn- als auch am Arbeitsort), ist eine private Krankenversicherung dringend empfehlenswert. Die deutsche gesetzliche Absicherung übernimmt nämlich häufig nur einen Teil der Behandlungskosten, die im Ausland vorgenommen werden – oder mitunter sogar überhaupt nichts.

Wer sich als Grenzgänger privat versichern möchte, sollte den Umfang des Versicherungsschutzes genau im Blick behalten. Dieses gilt besonders für jüngere Versicherungsnehmer, denn womöglich bleibt man ein Leben lang in der privaten Absicherung. Für einen 30 Jahre alten Arbeitnehmer ist es also durchaus wichtig, sich mit den Themen Heil- und Hilfsmitteln sowie mit Kuraufenthalten zu beschäftigen. Diese Bereiche können im fortgeschrittenen Alter entscheidend werden.

Grenzgänger sollten sich unbedingt von einem Versicherungsfachmann beraten lassen, denn ob und in welcher Form sich eine private Krankenversicherung lohnt, hängt von vielen Faktoren ab. Um welche Details es dabei geht, erklärt ein ausgebildeter Versicherungsexperte am besten, der zudem einen optimalen Marktüberblick hat. Als Laie hat man nur schlechte Aussichten, ohne Hilfe eine passende Absicherung zu finden, die zugleich auch noch günstig ist.

Welche Vorteile bietet die private Krankenversicherung?

Mitglieder der privaten Krankenversicherung profitieren durch eine Vielzahl von Vorteilen, abhängig davon, welche Leistungen bei Vertragsabschluss gewählt wurden (Private Krankenversicherung Leistungen). Ein großer Vorteil der PKV gegenüber der gesetzlichen Krankenversicherung ist die Leistungsgarantie. Während bei der GKV in den letzten Jahren immer wieder Leistungen ohne das Einverständnis der Versicherten gestrichen wurden, bleiben die im PKV-Tarif gewählten Leistungen garantiert bestehen (gilt nicht für Basis- und Standardtarife). Zudem ist eine private Krankenversicherung individueller als eine gesetzliche. Denn die Leistungen in der privaten Krankenversicherung können genau an den Bedarf des Versicherten angepasst werden. Zu den besonderen, optional wählbaren Leistungen der PKV zählen unter anderem

  • alternative Heilmethoden
  • Zahnersatz
  • Chefarztbehandlungen
  • Einbettzimmer im Krankenhaus

Im Allgemeinen genießen privat versicherte Patienten einen besseren Status bei den Ärzten. Termine werden oft schneller vergeben und es können teilweise Behandlungen vorgenommen werden, die von der GKV nicht übernommen werden. Für Gutverdiener kann sich die PKV zudem auch finanziell lohnen. Denn im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung orientiert sich der Beitragssatz der PKV nicht am Einkommen des Versicherten.

Ein Überblick zur privaten Krankenversicherung – in 60 Sekunden erklärt

Die Vor- und Nachteile der PKV im Überblick

Pro PKV Contra PKV
Tarife teilweise günstiger als in der GKV Rechnungen müssen zunächst vom Versicherten bezahlt werden
Vorsorge für das Alter durch Alterungsrückstellungen Gesundheitsprüfung bei Antragstellung
individuell gestaltbare Leistungen Beiträge steigen im Alter an
bevorzugte Behandlung bei Ärzten Höhere Beiträge bei Vorerkrankungen
bessere Leistungen Keine Familienversicherung (jeder Versicherte zahlt einen eigenen Beitrag)
Leistungsgarantie (Leistungen bleiben erhalten)
Möglichkeit, durch Selbstbehalt den Beitrag zu senken

Was kostet die Private Krankenversicherung?

Die Beitragshöhe eines PKV-Tarifs wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst. Natürlich hat die Tarifart, also welche Leistungen vom Versicherten beansprucht werden, einen Einfluss auf die Höhe des Beitrags, ebenso aber auch individuelle Faktoren des Kunden. So wirken sich beispielsweise Eintrittsalter, Gesundheitszustand und der Beruf des Versicherten auf die Kosten des Tarifs aus. Besonders günstig sind die Tarife der Privaten Krankenversicherung also vor allem für junge und gesunde Menschen. Um einen Überblick über die Beitragshöhe der PKV-Tarife zu bekommen, lohnt es sich, die verschiedenen Anbieter und Tarife miteinander zu vergleichen. Zum PKV Vergleich

PKV lohnt sich für Besserverdiener

Auch angestellte Gutverdiener können von der PKV profitieren. Denn anders als bei der gesetzlichen Krankenversicherung ist die Beitragshöhe der Privaten Krankenversicherung nicht abhängig vom Einkommen. Besser Verdienende können somit häufig finanziell von der Privaten Krankenversicherung profitieren, da sie in der gesetzlichen Krankenversicherung meist höhere Beiträge zahlen müssten.

Selbstbehalt-Tarife

Wie zum Beispiel bei der Kfz-Versicherung kann man auch bei der privaten Krankenversicherung eine Selbstbeteiligung vereinbaren. Dabei übernimmt der Versicherte einen bestimmten Anteil an den Arztrechnungen, zahlt zum Ausgleich allerdings auch deutlich niedrigere Monatsbeiträge an seine Versicherung. Diese Variante lohnt sich besonders für Personen, die nur selten zum Arzt gehen.

So ermitteln Sie, ob ein Tarif mit Selbstbehalt für Sie sinnvoll ist:

  • Ermitteln Sie, wie hoch die Selbstbeteiligung sein muss, damit der monatliche Beitrag nennenswert sinkt.
  • Überlegen Sie, ob sich Ihre Arztbesuche im Alter womöglich häufen.
  • Ermitteln Sie, ob eine komplette Selbstbeteiligung für Sie sinnvoll ist oder eine Beschränkung auf bestimmte Leistungsbereiche. Dieses können zum Beispiel stationäre Behandlungen oder zahnmedizinische Behandlungen sein.
  • Prüfen Sie, wie hoch eine Obergrenze für den Selbstbehalt ausfallen soll. Ohne eine Obergrenze kommen bei einer kostspieligen medizinischen Leistung (zum Beispiel einer stationär durchgeführten Operation) erheblichen Kosten auf den Versicherungsnehmer zu.
  • Ermitteln Sie, ob eine mögliche Ersparnis ggf. in erster Linie Ihrem Arbeitgeber zugute kommt. Denn der Arbeitgeber ist zwar an den monatlichen Versicherungsbeiträgen zu 50 Prozent beteiligt, nicht aber an einem eventuellen Eigenanteil einer Arztrechnung.

Beachten Sie, dass ein einmal vereinbarter Selbstbehalt nur schwer angepasst werden kann. Wenn der Versicherungsnehmer im fortgeschrittenen Alter häufiger zum Arzt geht, wird eine mögliche Beitragsersparnis durch regelmäßige Selbstbeteiligungen an der Arztrechnung zunichte gemacht.

Bei Bedarf unterstützt Sie Ihr unabhängiger PKV-Versicherungsmakler bei der Prüfung sowie bei der Suche nach dem günstigsten und zugleich leistungsstärksten Tarif. Die Beratung ist durchweg kostenlos und unverbindlich.

Selbstbehalt oft nur für Freiberufler lohnenswert

Beachten Sie: Tarife mit Selbstbehalt lohnen sich besonders für Freiberufler und Unternehmer, häufig aber nicht für Angestellte, die in der PKV versichert sind. Denn die Einsparungen fallen oft nur sehr gering aus bzw. fallen vollständig weg, da bei einem Selbstbehalt auch der Arbeitgeberanteil entsprechend sinkt.

Altersrückstellungen in der privaten Krankenversicherung

Die privaten Krankenversicherungen sind vom Gesetzgeber dazu verpflichtet, Altersrückstellungen zu bilden, damit die Beiträge später nicht unverhältnismäßig stark ansteigen. Für Verbraucher ist dieses ein enormer Vorteil. Ansonsten könnte es durchaus passieren, dass ein vormals günstiger Tarif im Rentenalter unbezahlbar wird. Denn die stetig steigenden Gesundheitskosten, die mit fortschreitendem Alter entstehen (häufigere Arztbesuche und mitunter auch Aufenthalte im Krankenhaus), müssen zwangsläufig von den Versicherern abgedeckt werden. Ohne Altersrückstellungen würden diese steigenden Kosten auf die Versicherungsnehmer umgelegt – was monatliche Raten nach sich ziehen würde, die kaum zu bezahlen sind.

Altersrückstellungen sorgen also dafür, dass die Versicherungsleistungen im Alter bezahlbar bleiben. Und zwar ohne Kürzung der Leistungen.

Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass die Versicherer einen bestimmten Prozentsatz auf die Versicherungsraten aufschlagen müssen, damit die Rückstellungen ausreichen. Bei Neuverträgen liegt die Quote nach einem Beschluss aus dem Januar 2000 bei 10 Prozent der monatlichen Beiträge. Die so zurückgelegten Beiträge müssen von den Unternehmen angelegt und dürfen ausschließlich dazu verwendet werden, anstehende Beitragserhöhungen ab dem 65. Lebensjahr auszugleichen.

Aber was passiert mit diesen Rückstellungen, wenn der Versicherungsnehmer den Tarif oder gar den Anbieter wechselt? Und was geschieht, wenn der Versicherungsnehmer zurück in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln möchte?

Tarifwechsel beim selben Anbieter

Wer bei seinem aktuellen Anbieter in einen anderen Tarif wechseln möchte, kann dieses ohne Probleme und ohne zusätzliche Kosten tun. Diese Möglichkeit, also beim selben Anbieter kostenlos in einen anderen PKV-Tarif zu wechseln, ist vom Gesetzgeber vorgeschrieben! Die Versicherer sind verpflichtet, dieses zu ermöglichen. Eine neuerliche Gesundheitsprüfung darf dabei nicht vorgenommen werden. Die bereits angesammelten Rückstellungen sowie eventuelle Rechte aus dem ursprünglichen Vertrag müssen zudem voll und ganz übernommen werden.

Beim Wechsel in einen leistungsstärkeren Tarif darf das Unternehmen allerdings eine Wartezeit festlegen und zudem einen so genannten Risikozuschlag verlangen, wenn dieses für notwendig erachtet wird.

Wechsel zu einem anderen Anbieter

Der Wechsel zu einer anderen Krankenversicherung verläuft weniger reibungslos, denn die Altersrückstellungen bleiben nur bei einem Tarifwechsel innerhalb eines Unternehmens vollständig erhalten. Immerhin können Versicherungsnehmer seit dem 1. Januar 2009 die Leistungen des Basis-Tarifs mit zu einem anderen Anbieter nehmen. Die angesparten Altersrückstellungen sind damit also nicht vollständig verloren.

Bestandskunden, die ihren Vertrag vor dem 1. Januar 2009 abgeschlossen haben, müssen beachten, dass die Mitnahme nur ein halbes Jahr nach diesem Datum möglich war. Wer diesen Zeitraum ungenutzt gelassen hat, kann noch nicht einmal die Rückstellungen des Basis-Tarifs mitnehmen!

Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung

Wer von der privaten Krankenversicherung (PKV) zurück in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) wechseln möchte, muss angesparte Altersrückstellungen in jedem Fall aufgeben. Denn für die GKV ist ein vergleichbares System nicht vorgesehen. Die gesetzlichen Krankenkassen sind nach dem Prinzip der Umlagefinanzierung organisiert. Das bedeutet, dass die aktuellen Ausgaben mit den aktuellen Einnahmen bestritten werden. Ein “Sicherheitsnetz” für eventuelle Kostenanstiege wie bei der PKV gibt es nicht.

Eine Hintertür gibt es für “Rückkehrer” allerdings dennoch: Wer bei einer privaten Krankenversicherung einen Zusatztarif wählt, zum Beispiel zahnmedizinische Behandlungen oder Krankenhausaufenthalte, kann die Rückstellungen hier anrechnen lassen.

Prinzip der Vorkasse bei ambulanten Leistungen

Wer als privat Versicherter einen Arzt aufsucht, geht mit den Rechnungen in Vorkasse. Das bedeutet, dass die Rechnungen von dem Versicherten zuerst selbst bezahlt werden müssen. Sobald die Rechnungen bei der Krankenversicherung eingereicht wurden, erhält der Versicherte die Rückerstattung der Zahlungen. Anders verhält es sich bei einem Krankenhausaufenthalt: In diesem Fall werden die Kosten direkt mit der privaten Krankenversicherung verrechnet, wenn eine höhere Rechnung im ambulanten Bereich aussteht.

So rechnen Ärzte ab

In Deutschland praktizierende Ärzte sind bei der Behandlung von Privatpatienten an die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) bzw. an die Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) gebunden.

Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ)

In Deutschland dürfen zugelassene Ärzte ihre medizinischen Leistungen nicht selbst kalkulieren. Approbierte Ärzte sind an die so genannte Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) gebunden, wenn es um Leistungen außerhalb der vertragsärztlichen Versorgung geht (gemeint sind Leistungen, die nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen werden – in diesem Fall: sämtliche Leistungen von Privatpatienten). Damit gilt die GOÄ in erster Linie für die Behandlung von Privatpatienten.

In der GOÄ ist festgelegt, welche Leistungen in welcher Höhe abgerechnet werden dürfen. Im Vergleich zum System der gesetzlichen Krankenversicherung sind die Einschränkungen allerdings geringer. Bei der Abrechnung haben Ärzte also größere Freiheiten – was für die Patienten sowohl von Vorteil als auch von Nachteil sein kann. Hier kommt es auf den Einzelfall an.

Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ)

Vergleichbar mit der GOÄ regelt die Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) die Vergütung der medizinischen Leistung für Privatpatienten. Geregelt sind zudem die Anteile an den Kosten, die die Versicherten selbst übernehmen müssen.

Auch hier gilt: Der Zahnarzt darf lediglich Leistungen berechnen, die aus zahnmedizinischer Sicht erforderlich sind. Alle Leistungen, die darüber hinausgehen, müssen entweder gesondert über die Versicherung abgerechnet (über z. B. Tarife, die die betreffenden Leistungen beinhalten) oder vom Patienten übernommen werden.

Gesundheitsprüfung in der PKV

Damit die Versicherung das Risiko des zu Versichernden einschätzen kann, werdem dem Antragsteller Gesundheitsfragen gestellt, die insbesondere auf mögliche Vorerkrankungen abzielen. Die Gesundheitsfragen sind in der Regel Bestandteil des Versicherungsantrages. Die Gesundheitsprüfung kann dazu führen, dass Antragsteller nicht in die PKV aufgenommen werden, denn eine PKV hat im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung, die Möglichkeit, Antragsteller abzulehnen. Ausnahme bildet der Basistarif. Hier hat die PKV kein Recht, Versicherte abzulehnen. Wenn der Versicherungsnehmer in der Gesundheitsprüfung falsche Angaben gemacht hat, kann der Versicherer die Leistung verweigern oder vom Vertrag zurücktreten. Dies ist in Paragraph 19 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) geregelt.

Private Krankenversicherungen im Test

Im letzten PKV-Test der Stiftung Warentest wurden 107 Tarife unter die Lupe genommen. Dabei schnitten jene Tarife besonders gut ab, die sehr gute Leistungsstärke bewiesen. Dabei wurden Tarife für unterschiedliche Berufsgruppen untersucht. Insgesamt wurden 24 Tarifangebote für Beamte, 38 Angebote für Angestellte und 45 Tarife für Selbständige untersucht. Dabei wurde von den Experten fünfmal die Note “sehr gut” und 29-mal eine gute Bewertung vergeben.

Die besten Anbieter nach Berufsgruppe

Anbieter Tarifname Bewertung
BEAMTE
Concordia BV20 + BV30 Sehr gut
SELBSTÄNDIGE
Provinzial Hannover VKSu, KHPnu, KHUnu Sehr gut
ANGESTELLTE
Provinzial Hannover VKA+u, KHPnu, KHUnu Sehr gut

>> Zu weiteren Testberichten

Die Beschwerdequoten der Privaten Krankenversicherer

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) erstellt in regelmäßigen Abständen Statistiken über die Beschwerdequoten der Privaten Krankenversicherer. Diese dienen als Indikator für die Kundenzufriedenheit der Krankenversicherung. Die Beschwerdequote setzt sich aus der Anzahl der eingereichten Beschwerden im Verhältnis zur Anzahl der Mitglieder zusammen.

PKV ohne Beschwerden (2014) PKV mit den höchsten Beschwerdequoten (2014)
ALTE OLDENBURGER AXA
Freie Arzt- und Medizinkasse Hallesche
Mecklenburgische Krankenversicherungs-AG Inter
Pax Familienfürsorge LKH
Provinzial Krankenversicherung Münchener Verein

Die 10 größten PKV-Anbieter in Deutschland

  • Debeka
  • DKV
  • AXA
  • Allianz
  • Signal Iduna
  • Versicherungskammer Bayern
  • HUK-Coburg
  • Continentale Krankenversicherung
  • Central Krankenversicherung
  • Barmenia

Private Krankenversicherung Wechsel

Wechsel von der GKV in die PKV

Beamte, Selbständige, Studenten oder Angestellte mit einem jährlichen Gehalt von über 59.400 Euro (2018) können von der gesetzlichen Krankenversicherung in die PKV wechseln und von den umfassenderen Leistungen profitieren. Gutverdiener können auch finanziell aus einem Wechsel in die private Krankenversicherung Vorteile ziehen. Allerdings sollte beachtet werden, dass es in der PKV keine Familienversicherung gibt, Ehepartner und Kinder somit zu einem eigenen Beitrag versichert werden müssen.

Wechsel von der PKV in die GKV

Der Wechsel von der PKV in die gesetzliche Krankenversicherung ist meist nicht problemlos durchzuführen. Für Angestellte gilt, dass sie nur zurück in die GKV wechseln können, wenn ihr Gehalt für mindestens ein Jahr unter der Jahresarbeitsentgeltgrenze von derzeit 59.400 Euro liegt. Bei Selbständigen gestaltet sich der Wechsel noch schwieriger, denn sie müssen erst ein Angestelltenverhältnis eingehen, bei dem sie unterhalb der Versicherungspflichtgrenze verdienen. Versicherte über 55 Jahren können meist gar nicht mehr zurück in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln, außer sie waren innerhalb der letzten fünf Jahre mindestens einen Tag Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung. Als Alternative können sie jedoch in den Basis- oder Standardtarif der PKV wechseln, der ähnliche Konditionen bietet wie die Tarife in der GKV.

>> Mehr Informationen zum Private Krankenversicherung Wechsel

Wechsel innerhalb der PKV

Ein Wechsel innerhalb der PKV macht vor allem dann Sinn, wenn die Beiträge erhöht wurden. Der Versicherte hat nach einer Beitragserhöhung die Möglichkeit, sofort in einen neuen Tarif zu wechseln oder einen neuen Anbieter zu wählen. Will man zu einem anderen Anbieter wechseln, sollte man bedenken, dass die Alterungsrückstellungen, die bisher angesammelt wurden, teilweise verloren gehen. Hat der Vertrag schon vor dem Jahr 2009 bestanden, gehen die gesamten Rückstellungen verloren. Zudem steht bei einem Wechsel zu einem neuen Versicherer eine erneute Gesundheitsprüfung an. Zugleich steigen die Beiträge mit zunehmendem Alter an.

Unisex-Tarife seit 2012

Neu abgeschlossene Tarife dürfen seit Dezember 2012 nur noch als Unisex-Tarife angeboten und abgeschlossen werden. Damit hat das Geschlecht keinen Einfluss mehr auf die Beitragshöhe. Vormals mussten Frauen in einigen Sparten höhere Beiträge zahlen als Männer, da Frauen statistisch eine höhere Lebenserwartung haben und häufiger den Arzt aufsuchen.

Das können Sie bei einer Beitragserhöhung Ihrer PKV tun

In der Regel haben private Krankenversicherungen einen triftigen Grund, die Beiträge anzuheben – auch, wenn dieses für Verbraucher mitunter nur schlecht nachzuvollziehen ist. Der Hintergrund der Erhöhungen: Die Kosten im Gesundheitswesen steigen regelmäßig, wie auch die Kosten in anderen Lebensbereichen. Die Arztrechnungen werden also ebenso stetig höher wie die Preise für Heil- und Hilfsmittel. Der durchschnittliche Versicherte verursacht also immer höhere Kosten, die von den Versicherern getragen werden müssen.

Ein zweiter Grund sind die stetig steigenden Lebenserwartungen der Versicherer. Die Bevölkerung wird immer älter und sucht im fortgeschrittenen Alter zugleich immer häufiger den Arzt auf. Auch dieses ist ein Grund dafür, dass der durchschnittliche Versicherungsnehmer des Jahres 2018 deutlich höhere Kosten verursacht als zum Beispiel der durchschnittliche Versicherungsnehmer aus dem Jahr 1980.

Man kann festhalten: Eine Erhöhung der Beiträge ist grundsätzlich in Ordnung. Unter Fachleuten gilt eine jährliche Anhebung von etwa 3,5 Prozent als vertretbar, um den regelmäßig steigenden Kosten etwas entgegenzusetzen. Liegt die Erhöhung allerdings deutlich über jenen 3,5 Prozent, lohnt es sich, genauer hinzuschauen.

Der Gesetzgeber schaut genau hin

Die privaten Krankenversicherer dürfen die Beiträge nicht willkürlich anpassen, sondern müssen Anhebungen begründen. Dieses ist vom Gesetzgeber vorgeschrieben (Versicherungsvertragsgesetz, § 203 Prämien- und Bedingungsanpassung).

Ob es eine Anpassung gibt und wie hoch diese ausfällt, erfahren Versicherungsnehmer in der Regel per Post. Die Unternehmen verschicken einmal pro Jahr Briefe an ihre Kunden mit dieser Information. Wird hier über eine Erhöhung informiert, die deutlich über den genannten 3,5 Prozent liegt, lohnt es sich, die Erhöhung überprüfen zu lassen. Für einen Laien ist dieses ohne die Hilfe eines Fachmannes allerdings kaum möglich, denn die Materie ist recht kompliziert. Eine außergerichtliche Einigung ohne anwaltliche Hilfe hat kaum Aussicht auf Erfolg. Am besten wendet man sich an einen Fachanwalt für Versicherungsrecht, der nach einer erfolglosen außergerichtlichen Einigung einen Prozess anstrebt. In diesem muss der Versicherer belegen, dass die Erhöhung begründet ist. Dieses erfolgt in der Regel durch die Hinzunahme eines unabhängigen Sachverständigen. Meldet dieser Zweifel an der Erhöhung an, hat der Versicherungsnehmer gute Chancen auf einen Erfolg – und damit auf niedrigere Beiträge und zugleich eine eventuelle Rückerstattung von bereits zu unrecht gezahlten Prämien.

Kündigung möglich

Wenn Sie sich aufgrund einer Beitragserhöhung von Ihrem Versicherer trennen möchten, haben Sie ein Sonderkündigungsrecht. Dieses gilt zwei Monate ab der Zustellung der Information über die Beitragsanpassung. Beachten Sie allerdings: Bei einer Kündigung verlieren Sie entweder teilweise oder gar vollständig die angesparten Altersrückstellungen! Lesen Sie dazu auch den entsprechenden Absatz weiter oben auf dieser Seite. Zudem müssen Sie beim neuen Versicherungsunternehmen erneut Gesundheitsfragen beantworten, die unter Umständen zu Risikozuschlägen und Leistungsausschlüssen führen. Ein Wechsel sollte deswegen gut überlegt sein.

Bei Bedarf unterstützt Sie ein unabhängiger Versicherungsmakler, der mit Ihnen die Situation analysiert und eine Empfehlung ausspricht. In einigen Fällen ist womöglich ein Tarifwechsel innerhalb des Unternehmens sinnvoll. Denn hierbei bleiben die Altersrückstellungen sowie weitere Ansprüche des vorigen Vertrags bestehen.

Was bei der Kündigung der PKV zu beachten ist

Der Versicherungsnehmer hat die Möglichkeit, seine PKV zum Ende des Versicherungsjahres mit einer Frist von drei Monaten zu kündigen. Wann das Versicherungsjahr endet, kann im Detail in den Vertragsunterlagen nachgelesen werden. Wenn bei Antragstellung eine Mindestversicherungsdauer festgelegt wurde, so kann nicht vor dem Ablauf dieser Dauer gekündigt werden, es sei denn, das Sonderkündigungsrecht tritt ein. Dies ist der Fall wenn es zu einer Beitragserhöhung kommt. (Beachten Sie auch den obigen Abschnitt zum Thema.) Die Kündigungsfrist beträgt in diesem Fall 2 Monate ab dem Erhalten der Mitteilung zur Beitragserhöhung. Der Vertrag endet dann mit Eintritt der Beitragserhöhung. Wer versicherungspflichtig in der gesetzlichen Krankenversicherung wird, kann die private Krankenversicherung zum Ende der Versicherungspflicht kündigen. Dies ist auch noch rückwirkend bis drei Monate nach Eintritt der Versicherungspflicht möglich.

Versicherungsnachweis

Da in Deutschland Versicherungspflicht herrscht, muss der alten Versicherung der Nachweis des lückenlosen Versicherungsschutzes erbracht werden. Der Nachweis muss der vorherigen Versicherung bis zum Ende der Versicherungsdauer vorgelegt werden.

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