Private Krankenversicherung

Die private Krankenversicherung in Deutschland umfasst 43 Mitgliedsunternehmen, bei denen rund 8,9 Millionen Menschen versichert sind. Viele Menschen wählen den privaten Versicherungsschutz, da dieser viele Vorteile gegenüber der GKV bietet. Doch nicht jeder kann sich privat versichern lassen, deshalb sollten sich Interessenten vor dem Abschluss eingehend mit den einzelnen Bedingungen der PKV befassen. Zudem bieten nicht alle Versicherungen dasselbe Preis-Leistungs-Verhältnis, weshalb es sich lohnt Kosten, Leistungen und Tarifmerkmale vor dem Abschluss zu vergleichen.

Wer kann Mitglied in der Privaten Krankenversicherung werden?

Alle Arbeitnehmer, deren Bruttoeinkommen über der Jahresentgeltgrenze (JAEG) liegt, können sich privat versichern lassen. Im Jahr 2017 beträgt diese Jahresentgeltgrenze 57.600 Euro jährlich, bzw. 4.800 Euro monatlich. Wer als Arbeitnehmer innerhalb eines Kalenderjahres mehr verdient, darf Mitglied in der Privaten Krankenversicherung werden. Ausgenommen von dieser Regelung sind Beamte, Studenten und Selbständige. Sie können sich unabhängig von dieser Grenze privat versichern lassen. Für Berufsanfänger, deren Einkommen oberhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt, gilt, dass sie sich freiwillig privat oder gesetzlich versichern können.

Versicherung von Kindern in der PKV

Wenn beide Ehepartner privat versichert sind, so muss auch das Kind privat und gegen einen eigenen Beitrag versichert werden. Wenn nur einer der beiden Ehepartner privat versichert ist, so kann das Kind beitragsfrei in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert werden, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:

Einkommen des Elternteils Beitragsfreie Mitversicherung von Kindern
Der Privatversicherte verdient über der JAEG und mehr als der GKV-versicherte Elternteil Das Kind kann beitragspflichtig in der GKV oder beitragspflichtig in der PKV versichert werden.
Der privatversicherte Elternteil verdient maximal bis zur JAEG von 57.600 Euro. Das Kind kann beitragsfrei in der GKV mitversichert werden.
Der GKV-Versicherte verdient über der JAEG von 57.600 Euro und mehr als der privatversicherte Elternteil.
Der privatversicherte Elternteil verdient maximal 57.600 Euro (2017) im Jahr und war schon vor 2003 privat versichert. Der gesetzlich Versicherte verfügt über ein geringeres Einkommen.

Bei unverheirateten Eltern

Sind die Eltern nicht verheiratet, gilt folgende Regelung: Wenn beide Elternteile privat versichert sind, so muss auch das Kind beitragspflichtig in der PKV versichert werden. Wenn die Mutter in der GKV und der Vater in der PKV versichert ist, so kann das Kind beitragsfrei über die Mutter versichert werden. Wenn die Mutter in der PKV und der Vater gesetzlich versichert ist, so kann das Kind ebenfalls beitragsfrei in der GKV mitversichert werden oder über die Mutter Mitglied in der PKV werden.

Jetzt kostenfreien und unverbindlichen Vergleich von aktuellen Tarifen der privaten Krankenversicherung aus 2017 bekommen. Die Preise und Leistungen variieren enorm, deshalb ist dieser besonders sinnvoll.

PKV für Neugeborene

Neugeborene können ab dem Tag ihrer Geburt privat versichert werden. Voraussetzung ist, dass wenigstens ein Elternteil seit mindestens drei Monaten Mitglied in der PKV ist. Außerdem muss die Anmeldung spätestens bis zwei Monate nach der Geburt (rückwirkend zum ersten des Geburtsmonats) erfolgen.

PKV für Beamte: Lohnenswert durch Beihilfe

Für Beamte bzw. Beamtenanwärter ist es besonders naheliegend, sich in der PKV versichern zu lassen. Denn sie sind von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung befreit und der Dienstherr beteiligt sich durch die Beihilfe an den Beitragskosten. Und das gilt nicht nur für den Beamten, sondern auch für dessen nicht berufstätige Familienangehörige. Die Gesundheitskosten werden anteilig zu 50 bis 80 Prozent übernommen.

>> Die Berufsgruppen im Überblick

Welche Vorteile bietet die Private Krankenversicherung?

Mitglieder der privaten Krankenversicherung profitieren durch eine Vielzahl von Vorteilen, abhängig davon, welche Leistungen bei Vertragsabschluss gewählt wurden (Private Krankenversicherung Leistungen). Ein großer Vorteil der PKV gegenüber der gesetzlichen Krankenversicherung ist die Leistungsgarantie. Während bei der GKV in den letzten Jahren immer wieder Leistungen ohne das Einverständnis der Versicherten gestrichen wurden, bleiben die im PKV-Tarif gewählten Leistungen garantiert bestehen (gilt nicht für Basis- und Standardtarife). Zudem ist eine private Krankenversicherung individueller als eine gesetzliche. Denn die Leistungen in der privaten Krankenversicherung können genau an den Bedarf des Versicherten angepasst werden. Zu den besonderen, optional wählbaren Leistungen der PKV zählen unter anderem

  • alternative Heilmethoden
  • Zahnersatz
  • Chefarztbehandlungen
  • Einbettzimmer im Krankenhaus

Im Allgemeinen genießen privat versicherte Patienten einen besseren Status bei den Ärzten, Termine werden oft schneller vergeben und es können teilweise Behandlungen vorgenommen werden, die von der GKV nicht übernommen werden. Für Gutverdiener kann sich die PKV zudem auch finanziell lohnen. Denn im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung, orientiert sich der Beitragssatz der PKV nicht am Einkommen des Versicherten.

Ein kurzer Überblick zur privaten Krankenversicherung – in 60 Sekunden erklärt

Die Vor- und Nachteile der PKV im Überblick

Pro PKV Contra PKV
Tarife teilweise günstiger als in der GKV Rechnungen müssen zunächst vom Versicherten bezahlt werden
Vorsorge für das Alter durch Alterungsrückstellungen Gesundheitsprüfung bei Antragstellung
individuell gestaltbare Leistungen Beiträge steigen im Alter an
bevorzugte Behandlung bei Ärzten Höhere Beiträge bei Vorerkrankungen
bessere Leistungen Keine Familienversicherung (jeder Versicherte zahlt einen eigenen Beitrag)
Leistungsgarantie (Leistungen bleiben erhalten)
Möglichkeit, durch Selbstbehalt den Beitrag zu senken

Was kostet die Private Krankenversicherung?

Die Beitragshöhe eines PKV-Tarifs wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst. Natürlich hat die Tarifart, also welche Leistungen vom Versicherten beansprucht werden, einen Einfluss auf die Höhe des Beitrags, ebenso aber auch individuelle Faktoren des Kunden. So wirken sich beispielsweise auch Eintrittsalter, Gesundheitszustand und der Beruf des Versicherten auf die Kosten des Tarifs aus. Besonders günstig sind die Tarife der Privaten Krankenversicherung also vor allem für junge und gesunde Menschen. Um einen Überblick über die Beitragshöhe der PKV-Tarife zu bekommen, lohnt es sich, die verschiedenen Anbieter und Tarife miteinander zu vergleichen. Zum PKV Vergleich

PKV lohnt sich für Besserverdiener

Auch Gutverdiener können von der PKV profitieren. Denn, anders als bei der gesetzlichen Krankenversicherung, ist die Beitragshöhe der Privaten Krankenversicherung nicht abhängig vom Einkommen. Besser Verdienende können somit häufig finanziell von der Privaten Krankenversicherung profitieren, da sie in der gesetzlichen Krankenversicherung meist höhere Beiträge zahlen müssten.

Prinzip der Vorkasse bei ambulanten Leistungen

Wer als privat Versicherter einen Arzt aufsucht, geht mit den Rechnungen in Vorkasse. Das bedeutet, dass die Rechnungen von dem Versicherten zuerst selbst bezahlt werden müssen. Sobald die Rechnungen bei der Krankenversicherung eingereicht wurden, erhält der Versicherte die Rückerstattung der Zahlungen. Anders verhält es sich bei einem Krankenhausaufenthalt: In diesem Fall werden die Kosten direkt mit der privaten Krankenversicherung verrechnet. Wenn eine höhere Rechnung im ambulanten Bereich aussteht

Gesundheitsprüfung in der PKV

Damit die Versicherung das Risiko des zu Versichernden einschätzen kann, werdem dem Antragsteller Gesundheitsfragen gestellt, die insbesondere auf mögliche Vorerkrankungen abzielen. Die Gesundheitsfragen sind in der Regel Bestandteil des Versicherungsantrags. Die Gesundheitsprüfung kann dazu führen, dass Antragsteller nicht in die PKV aufgenommen werden, denn eine PKV hat im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung, die Möglichkeit, Antragsteller abzulehnen. Ausnahme bildet der Basistarif, hier hat die PKV kein Recht, Versicherte abzulehnen. Wenn der Versicherungsnehmer in der Gesundheitsprüfung falsche Angaben gemacht hat, kann der Versicherer die Leistung verweigern oder vom Vertrag zurücktreten. Dies ist in Paragraph 19 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) geregelt.

Private Krankenversicherungen im Test

Im letzten PKV-Test der Stiftung Warentest wurden 107 Tarife unter die Lupe genommen. Dabei schnitten jene Tarife besonders gut ab, die sehr gute Leistungsstärke bewiesen. Dabei wurden Tarife für unterschiedliche Berufsgruppen untersucht. Insgesamt wurden 24 Tarifangebote für Beamte, 38 Angebote für Angestellte und 45 Tarife für Selbständige untersucht. Dabei wurde von den Experten fünfmal die Note “sehr gut” und 29-mal eine gute Bewertung vergeben.

Die besten Anbieter nach Berufsgruppe

Anbieter Tarifname Bewertung
BEAMTE
Concordia BV20 + BV30 Sehr gut
SELBSTÄNDIGE
Provinzial Hannover VKSu, KHPnu, KHUnu Sehr gut
ANGESTELLTE
Provinzial Hannover VKA+u, KHPnu, KHUnu Sehr gut

>> Zu weiteren Testberichten

Die Beschwerdequoten der Privaten Krankenversicherer

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) erstellt in regelmäßigen Abständen Statistiken über die Beschwerdequoten der Privaten Krankenversicherer. Diese dienen als Indikator für die Kundenzufriedenheit der Krankenversicherung. Die Beschwerdequote setzt sich aus der Anzahl der eingereichten Beschwerden im Verhältnis zur Anzahl der Mitglieder zusammen.

PKV ohne Beschwerden (2014) PKV mit den höchsten Beschwerdequoten (2014)
ALTE OLDENBURGER AXA
Freie Arzt- und Medizinkasse Hallesche
Mecklenburgische Krankenversicherungs-AG Inter
Pax Familienfürsorge LKH
Provinzial Krankenversicherung Münchener Verein

Die 10 größten PKV-Anbieter in Deutschland

  • Debeka
  • DKV
  • AXA
  • Allianz
  • Signal Iduna
  • Versicherungskammer Bayern
  • HUK-Coburg
  • Continentale Krankenversicherung
  • Central Krankenversicherung
  • Barmenia

Private Krankenversicherung Wechsel

Wechsel von der GKV in die PKV

Beamte, Selbständige, Studenten oder Angestellte mit einem jährlichen Gehalt über 57.600 Euro können von der gesetzlichen Krankenversicherung in die PKV wechseln und von den umfassenderen Leistungen profitieren. Gutverdiener können auch finanziell aus einem Wechsel in die private Krankenversicherung Vorteile ziehen. Allerdings sollte beachtet werden, dass es in der PKV keine Familienversicherung gibt, Ehepartner und Kinder somit zu einem eigenen Beitrag versichert werden müssen.

Wechsel von der PKV in die GKV

Der Wechsel von der PKV in die gesetzliche Krankenversicherung ist meist nicht problemlos durchzuführen. Für Angestellte gilt, dass sie nur zurück in die GKV wechseln können, wenn ihr Gehalt für mindestens ein Jahr unter der Jahresentgeltgrenze von derzeit 57.600 Euro liegt. Bei Selbständigen gestaltet sich der Wechsel noch schwieriger, denn sie müssen erst ein Angestelltenverhältnis eingehen, bei dem sie unterhalb der Versicherungspflichtgrenze verdienen. Versicherte über 55 Jahren können meist gar nicht mehr zurück in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln, außer sie waren innerhalb der letzten fünf Jahre mindestens einen Tag Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung. Als Alternative können sie jedoch in den Basis- oder Standardtarif der PKV wechseln, der ähnliche Konditionen bietet wie die Tarife in der GKV.

>> Mehr Informationen zum Private Krankenversicherung Wechsel

Wechsel innerhalb der PKV

Ein Wechsel innerhalb der PKV macht vor allem dann Sinn, wenn die Beiträge erhöht wurden. Der Versicherte hat nach einer Beitragserhöhung die Möglichkeit sofort in einen neuen Tarif zu wechseln oder einen neuen Anbieter zu wählen. Will man zu einem anderen Anbieter wechseln, sollte man bedenken, dass die Alterungsrückstellungen, die bisher angesammelt wurden, teilweise verloren gehen. Hat der Vertrag schon vor dem Jahr 2009 bestanden, gehen die gesamten Rückstellungen verloren. Zudem steht bei einem Wechsel zu einem neuen Versicherer eine erneute Gesundheitsprüfung an, zudem steigen die Beiträge mit zunehmendem Alter an.

Was bei der Kündigung der PKV zu beachten ist

Der Versicherungsnehmer hat die Möglichkeit seine PKV zum Ende des Versicherungsjahres mit einer Frist von drei Monaten zu kündigen. Wann das Versicherungsjahr endet, kann im Detail in den Vertragsunterlagen nachgelesen werden. Wenn bei Antragstellung eine Mindestversicherungdauer festegelegt wurde, so kann nicht vor dem Ablauf dieser Dauer gekündigt werden, es sei denn, das Sonderkündigungsrecht tritt ein. Dies ist der Fall wenn es zu einer Beitragserhöhung kommt. Die Kündigungsfrist beträgt in diesem Fall 2 Monate ab dem Erhalten der Mitteilung zur Beitragserhöhung. Der Vertrag endet dann mit Eintritt der Beitragserhöhung. Wer versicherungspflichtig in der gesetzlichen Krankenversicherung wird, kann die private Krankenversicherung zum Ende der Versicherungspflicht kündigen. Dies ist auch noch rückwirkend bis drei Monate nach Eintritt der Versicherungspflicht möglich.

Versicherungsnachweis

Da in Deutschland Versicherungspflicht herrscht, muss der alten Versicherung der Nachweis des lückenlosen Versicherungsschutzes erbracht werden. Der Nachweis muss der vorherigen Versicherung bis zum Ende der Versicherungsdauer vorgelegt werden.

Kostenlose Beratung von Experten

Als erfahrenen und unanbhängigen Versicherungsvermittler im Bereich Private Krankenversicherung können Sie uns täglich von 9 bis 18 Uhr unter 030 – 120 82 82 8 erreichen oder per E-Mail an kontakt@transparent-beraten.de

Ein Service von transparent-beraten.de

Weitere Fachportale der transparent-beraten.de Makler: Alles zum Thema Berufsunfähigkeitsversicherung | Alles zum Thema Rechtsschutzversicherung | Testberichte aller Versicherungen