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9,5 Millionen Deutsche trinken gesundheitlich bedenklich viel Alkohol

Plakat Kampagne des PKV-Verbandes zur Alkohol Prävention

Jedes Jahr sterben in Deutschland rund 74.000 Menschen aufgrund der direkten oder indirekten Folgen des Alkoholmissbrauchs. Betrunken im Straßenverkehr oder Tod durch Leberzirrhose sind nur zwei häufige Gründe. Über zehn Liter reinen Alkohol trinkt statistisch gesehen jeder Deutsche über das Jahr verteilt. Manche Jugendliche bekommen diese Literanzahl leider bedeutend schneller hin. So gelten bis heute in etwa 1,3 Millionen Menschen als alkoholabhängig, von denen sich jedoch nur ca. 10 Prozent eine Therapie unterziehen und das oft erst viel zu spät, nämlich erst 10 bis 15 Jahre nach Beginn ihrer Abhängigkeit. Seit 2009 finanziert die private Krankenversicherung die Kampagne „Alkohol? Kenn dein Limit.“ und versucht so auf das Problem aufmerksam zu machen.

(Plakat-Kampagne PKV- Verband: http://www.pkv.de/themen/praevention/alkohol-kdl/)


Alkohol an den Feiertagen

Besonders die Feiertage werden von vielen Jugendlichen gerne als Ausrede dafür benutzt, mal richtig schön „über den Durst“ zu trinken. Eine Umfrage des INSA-Instituts für den Verband der Privaten Krankenversicherung ergab, dass über die Weihnachtsfeiertage 2014 fast jeder fünfte (18 Prozent) vor hatte, mehr als sonst und sogar „über den Durst“ zu trinken. Auffallend bei dieser Umfrage war, dass deutlich mehr Männer (22 Prozent) dem Alkohol zugeneigt waren als die Frauen (13 Prozent). Besonders Besorgnis erregend war allerdings die Zahl der Jugendlichen, die Angaben sich über die Weihnachtsfeiertage betrinken zu wollen. Dies war bei 30 Prozent der 18 bis 24 jährigen, also bei fast jedem dritten Jugendlichen der Fall.

Der Direktor des PKV-Verbandes, Dr. Volker Leienbach, erklärte dazu: „Übermäßiger Alkoholkonsum darf gar nicht erst zur Gewohnheit werden. Deshalb finanziert die Private Krankenversicherung auch im neuen Jahr gezielt die deutschlandweite Jugend-Kampagne „Alkohol? Kenn dein Limit.“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.“


Alkohol? Kenn dein Limit

Besonders bei Jugendlichen soll die Präventionskampagne zu maßvollem Alkoholgenuss aufrufen und vor allem auch Früchte tragen. Acht Millionen Euro werden jährlich in die Kampagne gesteckt, was sie zur größten deutschen Kampagne zur Alkoholprävention macht. Diese wird seit 2012 sogar geschlechterspezifisch gestaltet, da sich in Umfragen gezeigt hat, dass Jungen und Mädchen unterschiedlich mit Alkohol umgehen.

Plakat Kampagne des PKV-Verbandes zur Alkohol Prävention
(Plakat-Kampagne PKV-Verband: http://www.pkv.de/themen/praevention/alkohol-kdl/)
Plakat Kampagne des PKV-Verbandes zur Alkohol Prävention
(Plakat-Kampagne PKV-Verband: http://www.pkv.de/themen/praevention/alkohol-kdl/)

Kampagnenspot der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Umgesetzt wird die Kampagne jedes Jahr von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Neben den Plakaten, die nicht nur auf der Straße, sondern auch auf Internetseiten zu finden sind, wurden auch kurze Werbespots gedreht, die sowohl im Fernsehen, im Kino und natürlich auch im Internet zu finden sind.

Wie wichtig die Aufklärung über die Gefahren des zu hohen Alkoholkonsums ist zeigt auch folgende Grafik. Traurig dass diese Zahlen überhaupt existieren, doch teilweise erfreulich, dass die Anzahl der 12-17 jährigen Jugendlichen, die sich mindestens einmal im Monat in einen Rausch trinken von 2010 auf 2012, von 18 auf 17 Prozent gesunken ist. Leicht gestiegen ist hingegen die Anzahl der 18-25-jährigen, die sich mindestens einmal im Monat berauschen. Diese Zahl stieg innerhalb der zwei Jahre von 42 auf 44 Prozent.


Gleiches Bild in neuer Studie

Auch die neuere Studie von 2013, die Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland, spiegelt ein gleiches unschönes Bild wieder und zeigt das Rauschtrinken in Deutschland zunehmend weit verbreitet ist. Am häufigsten sind die Rauschtrinker in einem Alter zwischen 19 bis 29 Jahren anzutreffen. 54,9 Prozent der Männer und 36 Prozent der Frauen dieser Altersklasse neigen zum Risikokonsum. Erst ab einem Alter von 65 Jahren nehmen die Häufigkeiten des Trinkens ab. Demzufolge sind auch Verletzungen bei Rauschtrinkern um ein vieles häufiger als bei nüchternen Menschen. Bei Arzt- und Krankenhausbesuchen kommt es infolgedessen bei Rauschtrinkern häufiger dazu zum Alkoholkonsum beraten zu werden, als bei Menschen ohne solch starken Trinkverhalten.


Städte und Gemeinden arbeiten zusammen

Um alkoholbedingte Schäden zu senken, sieht sich die Bundesregierung in der Pflicht, vor allem mit Verhältnis- und Verhaltensprävention gegen den übermäßigen Konsum von Alkohol vorzugehen. Neben gesetzlichen Beschränkungen, wie die Herausgabe harten Alkohols nur an über 18 Jährige, gehören auch Aufklärungskampagnen, die über die Gefahren des riskanten Alkoholkonsums aufklären sollen, zu den Präventionen. Darunter zählt auch die bundesweite „Alkohol? Kenn dein Limit“ Kampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, um mehr gesellschaftliches Verständnis für einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol zu schaffen. Damit die Suchtprävention vor Ort die Menschen erreichen kann, sind vor allem Städte und Gemeinden gefragt. Diese stehen jedoch noch immer vor den Problemen des Alkoholkonsums in der Öffentlichkeit, insbesondere auf öffentlichen Plätzen und im Personenverkehr.

Aus diesem Grund lud die Drogenbeauftragte der Bundesregierung im Jahr 2011 zu einer Tagung zur kommunalen Alkoholprävention ein (Quelle). Ziel war es, dass sich Städte und Gemeinden untereinander austauschten, um Maßnahmen gelungener kommunaler Präventionsarbeit einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen. So wurde zum Beispiel auch die Wirkung von Alkoholverboten auf öffentlichen Plätzen und im Nahverkehr, sowie die aktuelle Situation und Rechtslage von Testkäufen zur Kontrolle der Einhaltung des Jugendschutzgesetzes besprochen. Unter anderem kam dabei heraus, dass sich 83 Prozent der Fahrgäste der Münchner Verkehrsgesellschaft ein Verbot von alkoholischen Getränken im Nahverkehr wünschen, und sich dadurch auch das Sicherheitsgefühl verbessern würde.

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