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Schwangerschaft: Risiken einer überforderten Schilddrüse unterschätzt

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Risiko Schilddrüse in Schwangerschaft unterschätzt

Während der Schwangerschaft können Frauen an einer Fehlfunktion ihrer Schilddrüse erkranken. Deutsche Endokrinologen warnten anlässlich der Jahrestagung im März vor den Gefahren für die Gesundheit von Mutter und Kind. Für Betroffene verringern sich die Chancen auf eine Aufnahme in die private Krankenversicherung erheblich.


Bekannte Risikofaktoren für Schilddrüsenerkrankung bei Schwangeren

Kommt es unter weniger günstigen Umständen zu einer Schwangerschaft, kann das die Chancen auf eine spätere private Krankenversicherung (PKV) erheblich verschlechtern. Werdende Mütter können, wenn sie einen oder mehrere Risikofaktoren tragen, noch vor der Geburt des Kindes Probleme mit der Schilddrüse bekommen.

Die Wahrscheinlichkeit, Fehlfunktionen der Schilddrüse zu entwickeln, steigt während der Schwangerschaft bei Typ-1-Diabetikerinnen, älteren Frauen und Schwangeren mit starkem Übergewicht. Kommt es zu einer Überforderung der Schilddrüse während der Schwangerschaft, ist die Gesundheit von Mutter und Ungeborenem in Gefahr.


Jodmangel: Ernstes Gesundheitsrisiko für Mutter und Ungeborenes

Vor dem Risiko für schwangere Frauen, die dem Risikoprofil entsprechen, warnte diesen Monat die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE). Anlässlich des 60. deutschen Kongresses für Endokrinologie informierte die fachärztliche Organisation die Öffentlichkeit über Risiken und Behandlungsmöglichkeiten.

Weil der Körper zur Produktion wichtiger Hormone ausreichend mit Jod versorgt werden muss, empfehlen die Fachärzte der DGE allen Schwangeren, zusätzlich Jodtabletten zu sich zu nehmen. Sobald die Schilddrüse während der Schwangerschaft nicht richtig funktioniert, können Mutter und Ungeborenes einen Jodmangel erleiden. Bevor der Körper des Kindes selbst die benötigten Hormone herstellen kann, ist es auf die Versorgung über die Verbindung zur Mutter angewiesen. Auf diesem Weg überträgt sich der geringe Jodspiegel im Blut der Mutter auf den Fötus.


DGE: Die gesundheitliche Bedeutung der Schilddrüse wird unterschätzt


Zum allgemeinen Bewusstsein über dieses gesundheitliche Risiko äußerte sich der DGE-Mediensprecher, Prof. Dr. med. Matthias M. Weber, so: „Die Bedeutung der Schilddrüse für die Gesundheit von Mutter und Kind wird leider unterschätzt…Das Thema Schilddrüse fehlt weitgehend im Mutterpass.“ Und: „Ein risikobasiertes Screening findet in Deutschland leider nicht statt, und die Einnahme der Jod-Tabletten bleibt noch immer der Eigeninitiative der Schwangeren überlassen.“ (Schwangerschaft kann die Schilddrüse überfordern – Hormonexperten raten zum gezielten Funktionscheck)

Die Klinikdirektorin und Fachmedizinerin für Endokrinologie, Professor Dr. Dr. med. Dagmar Führer, erklärt an gleicher Stelle, dass viele Frauen zum ersten Mal in der Schwangerschaft von einer gestörten Schilddrüsenfunktion betroffen seien. So könne es zu Früh- oder Fehlgeburten führen, wenn die beeinträchtigte Schilddrüse nicht mehr den um 50 Prozent erhöhten Hormonbedarf der Betroffenen decken kann.


Erschwerter Zugang zur PKV

Frauen mit Schilddrüsenerkrankung müssen je nach Schwere ihrer Krankheit entweder mit Risikozuschlägen und damit steigenden Kosten für ihre private Krankenversicherung rechnen. Oder aber ihnen wird die Annahme durch den Versicherer direkt verwehrt. Die Kombination aus Schwangerschaft und Fehlfunktion der Schilddrüse bringt somit eine besondere, weil doppelte, Hürde für die Chance auf private Krankenversicherung mit sich. Glück haben alle Betroffenen, wenn sie bereits privat krankenversichert waren, bevor sie erkrankten.

Grundsätzlich unterscheiden sich die Risikoaufschläge der PKV-Prämien von Anbieter zu Anbieter (Private Krankenversicherung). Bei Erkrankungen der Schilddrüse kommt es zudem noch darauf an, um welche Form der Fehlfunktion es sich handelt. Davon hängt die Risikokalkulation des Versicherers ab.


PKV für Kinder ohne Gesundheitsprüfung

Sobald sie auf der Welt sind, können neugeborene Kinder unter bestimmten Voraussetzungen ohne Gesundheitsprüfung in die PKV aufgenommen werden, wenn ein Elternteil seit mindestens drei Monaten bei dem gewählten Anbieter versichert ist. Für einen Aufnahmeantrag haben die Eltern höchstens zwei Monate nach der Geburt des Kindes Zeit. Bei Erfolg profitiert die Familie dann jedoch von einem uneingeschränkten Versicherungsschutz für da Neugeborene, da in diesem Fall keine Leistungsausschlüsse oder Risikozuschläge in Kauf genommen werden müssen.

Somit können auch Kinder mit gesundheitlichen Einschränkung, die auf Komplikationen in der Schwangerschaft zurückzuführen sind, privat krankenversichert werden.

Risikozuschläge oder Ablehnung?

Bei einer Reihe von Erkrankungen und Diagnosen verlangen Anbieter von privaten Krankenversicherungen zusätzliche Beitragszahlungen. Je nach Schwere des Einzelfalls wird Betroffenen die Aufnahme in die PKV vollständig versagt.

Das erklärt sich aus einer einfachen Tatsache: Jeder Versicherer, der seine Arbeit ernst nimmt, stellt genaue Berechnung darüber an, welche Risiken in Form von zukünftigen Kosten existieren. Dabei geht es nicht nur um direkt absehbare Folgen. Vor allem die theoretisch möglichen Entwicklungen müssen vorweggenommen werden. Das erhöhte Risiko, Leistungen in Anspruch nehmen zu müssen, wird in höheren Beiträgen für den Versicherten ausgedrückt. Übersteigt das kalkulierte Risiko die Finanzierungsmöglichkeiten des Anbieters, wird eine Aufnahme in die PKV ganz abgelehnt.

Schwangerschaft und PKV: Der Zeitpunkt ist entscheidend

Frauen, die schon vor der Schwangerschaft in die PKV wechseln konnten, müssen zunächst keine Nachteile in Kauf nehmen. Mütter, die noch vor der Geburt ihres Kindes eine private Krankenversicherung abschließen wollen, wird von den Anbietern eine Absage erteilt. Die Kosten für Vorbereitung und medizinische Begleitung können je nach den Anforderungen und Wünschen der Schwangeren zu hoch werden. Oder es kommt zu Komplikationen, die eine langwierige und teure Behandlung nach sich ziehen.

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