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Private Krankenversicherung – Basistarif

Der Basistarif bietet viele Vor- aber auch Nachteile, die man kennen sollte
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Das Wichtigste in Kürze

  • Der Basistarif in der privaten Krankenversicherung (PKV) ist ein Tarif mit einem sehr geringen Leistungsumfang und dafür aber auch geringeren Beiträgen.
  • Dieser Tarif ist nach dem Vorbild der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gestaltet. Der Leistungskatalog orientiert sich stark an dem der GKV.
  • Grundsätzlich soll der Basistarif dazu dienen, Versicherte bei Zahlungsschwierigkeiten zu unterstützen. Verschiedene Personengruppen haben unter bestimmten Umständen Anspruch auf den Basistarif.
  • Die Kosten des Basistarifs richten sich vorrangig nach Alter bei Eintritt in die PKV und dem Versicherungsumfang. Es gibt jedoch eine gesetzlich festgelegte Obergrenze, die sich an der Höchstgrenze der GKV orientiert.
  • Anders als in anderen PKV-Tarifen spielen die Ergebnisse der Gesundheitsprüfung keine Rolle.

Was ist der Basistarif? Ein Überblick

Der Basistarif ist in der privaten Krankenversicherung mit der Gesundheitsreform zum 01. Januar 2009 eingeführt worden. Gesetzliche Grundlage ist das GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz. Seit 2009 sind die Versicherer verpflichtet, einen brancheneinheitlichen Tarif anzubieten, der annähernd vergleichbare Leistungen wie in der GKV bietet: den Basistarif. 

Grundsätzlich hat der Basistarif folgende Merkmale:

  • Deutlich geringerer Beitrag als im Normaltarif der PKV
  • Gesetzlicher Maximal-Beitrag, der die Beiträge nach oben hin begrenzt.

Aber auch:

  • Niedrigeres Leistungsniveau als im Normaltarif der PKV
  • Viele Ärzte behandeln Versicherte im Basistarif nur mit Einschränkungen oder lehnen die Behandlung ab.
  • Der Leistungsumfang ist festgelegt und kann wie in der GKV sogar gekürzt werden. 

Der Basistarif sollte den Versicherten einige Vorteile bringen und die Zahl der bis dato Unversicherten verringern. Dennoch gibt es einige Nachteile des Basistarifs. Bevor eine persönliche Entscheidung in Puncto Basistarif gefällt wird, muss man das Für und Wider sorgfältig abwägen.

Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, was der Basistarif der PKV kostet, welche Leistungen inbegriffen sind und für wen er sich lohnt.


Ein Tarif nach Vorbild der GKV

Mit der Gesundheitsreform von 2009 wollte der Gesetzgeber einen eigenen PKV-Tarif ins Leben rufen, der sich an den Regularien der gesetzlichen Krankenkassen orientiert. So entspricht etwa das Modell der Kostenerstattung dem der GKV. Auch ein Annahmezwang von Neu-Mitgliedern wurde festgelegt. Risikozuschläge oder Leistungsausschlüsse sind im Gegensatz zur PKV nicht zulässig. Somit entspricht der Basistarif im Wesentlichen den Grundzügen der GKV.

Im Alter steigen die Beiträge der privaten Krankenversicherung stark an. Im Einzelfall kann es sich hier daher lohnen in den Basistarif zu wechseln, wenn die normalen Prämien zu teuer geworden sind.

Bleiben meine Altersrückstellungen erhalten?

Nehmen Sie bei Ihrer Versicherung den Basistarif in Anspruch, bleiben die angesammelten Altersrückstellungen in voller Höhe erhalten. Bei einem Wechsel in den Basistarif eines anderen privaten Krankenversicherers ist dies lediglich teilweise der Fall.

Wer hat Anspruch auf den Basistarif?

Das Ziel der 2009 durchgeführten Gesundheitsreform und der Einführung des Basistarifs ist es, Versicherte bei Zahlungsschwierigkeiten zu unterstützen und Menschen, die lange Zeit keine Krankenversicherung hatten, zu versichern. Die privaten Krankenversicherungen sind daher verpflichtet, folgende Personen in den Basistarif aufzunehmen: 

  • Versicherte ohne Krankenversicherungsschutz und mit Wohnsitz in Deutschland, die gleichzeitig nicht in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherungspflichtig sind.
  • GKV-Versicherte, bei denen der Wechsel in die freiwillige Krankenversicherung maximal sechs Monate zurückliegt.
  • PKV-Versicherte mit Eintritt nach dem 1. Januar 2009
  • PKV-Versicherte mit Eintritt vor dem 1. Januar 2009, sofern sie mind. 55 Jahre alt sind, eine gesetzliche Rente beziehen oder nachweislich zahlungsunfähig sind.

Was passiert mit meiner Beihilfe als Beamter?

Beamte oder deren Angehörige, die Anspruch auf Beihilfe haben, müssen im Basistarif keine Kürzungen befürchten. Die Beihilfe wird in der Regel nicht gekürzt, obwohl der Leistungsumfang deutlich geringer ist. Auch die Beitragsberechnung erfolgt für Beamte anders.

Was kostet der Basistarif?

Im Gegensatz zur GKV ist die Beitragshöhe bei der PKV nicht vom Einkommen des Versicherten abhängig. Stattdessen zählt der Versicherungsumfang und das Eintrittsalter in die PKV. Dies gilt auch für den Basistarif. 

Vom Gesetzgeber ist als maximale Beitragshöhe im Basistarif der Höchstsatz in der GKV vorgesehen plus dem durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz der Kassen. Für 2019 sind dies also rund 703 Euro pro Monat. Im Basistarif der PKV muss jedoch jede versicherte Person, wie etwa alle Familienmitglieder, einen eigenen Beitrag zahlen. Das gilt es zu beachten.


Basistarif bei Hilfebedürftigkeit

Wenn Versicherte hilfebedürftig sind oder durch die weitere Zahlung des Beitrags in eine Hilfebedürftigkeit geraten würden, wird die Prämie auf die Hälfte reduziert. Liegt dann immer noch eine Hilfebedürftigkeit vor, kann sich die zuständige Sozialbehörde am erforderlichen Beitrag beteiligen. Erst dank dieser Maßnahme ist es für viele Versicherte möglich, die hohen Kosten im Basistarif zu bezahlen.

Hinweis: Wenn man seine Beiträge gar nicht mehr zahlen kann, gibt es in der PKV den sogenannten Notlagentarif. In diesen werden Versicherte vom Versicherungsunternehmen gestuft, wenn Beitragsschulden entstanden sind. Dies ist jedoch in der Regel nicht möglich, wenn Sie zuvor im Basistarif versichert waren. Erkundigen Sie sich in einem solchen Fall am besten direkt bei Ihrer Versicherung.

Kann mir mein Versicherer den Basistarif kündigen?

Der Gesetzgeber hat den Basistarif als eine Art Grundversorgungstarif eingeführt. Aus diesem Grund kann der Basistarif nicht seitens des Versicherers gekündigt werden.

Welche Leistungen bietet der Basistarif?

Auch im Hinblick auf die Leistungen orientiert sich der Basistarif der PKV nach Art und Umfang an der GKV. Es gilt der einschlägige Leistungskatalog der GKV, wozu die medizinische Grundversorgung gehört. Dies bedeutet allerdings auch, dass Chefarztbehandlung, Einbettzimmer oder Heilpraktikerleistungen ausgeschlossen sind. Wer Wert auf solche Leistungen legt, kann neben dem Basistarif private Krankenzusatzversicherungen abschließen. Diese werden jedoch auf ruhend gestellt, wenn die Beiträge aufgrund von Hilfebedürftigkeit halbiert werden.

Wie die gesetzlichen Krankenkassen auch, sind die privaten Krankenversicherungen im Basistarif dazu gezwungen, Versicherungsanwärter anzunehmen. Die Anwärter dürfen weder aus finanziellen, noch aus gesundheitlichen Gründen abgelehnt werden.

Experten-Tipp:

Nicht alle Ärzte behandeln Basistarif-Patienten

Der Basistarif soll Versicherte vor finanziellen Nöten schützen. Doch nicht alle Ärzte und Zahnärzte behandeln Patienten, die im Basistarif versichert sind. Bei der Kassenärztlichen Vereinigung kann man erfragen, welche Mediziner die ärztliche Versorgung von Versicherten im Basistarif mit den vorgesehenen Leistungen anbieten.

Gesundheitsprüfung unwichtig

Im Gegensatz zu anderen Tarifen der privaten Krankenversicherung spielen Vorerkrankungen im Basistarif jedoch keine Rolle bei Vertragsabschluss. So entfällt auch die umfangreiche Gesundheitsprüfung bzw. hat keinerlei negative Konsequenzen.


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Konzipiert für ältere Versicherte

Ursprünglich wollte man mit der Einführung des Basistarifs ältere Versicherte ab dem vollendeten 55. Lebensjahr ansprechen. Sollten diese durch den Bezug einer Rente oder Pension oder bei finanzieller Hilfebedürftigkeit keinen PKV-Tarif mehr zahlen können, sollten sie sich im Basistarif versichern können. Ob dieser Schritt allerdings sinnvoll ist, hängt stark von der Höhe der Versicherungsprämie im Basistarif ab. Hier stehen die Versicherer im direkten Wettbewerb zueinander, unterliegen aber gesetzlichen Regularien.


Selbstbehalte sind möglich und angebracht

Wie jeder PKV-Tarif kann auch der Basistarif mit einem Selbstbehalt kombiniert werden. Dadurch lassen sich die Beiträge teilweise in erheblichem Umfang reduzieren. Es gilt: Je höher der Selbstbehalt, desto geringer die Beiträge. An einen Selbstbehalt ist der Versicherte drei Jahre lang gebunden, doch der Versicherer muss im Gegenzug auf jeden Fall eine Reduzierung der Versicherungsprämie ermöglichen. Eine Selbstbehalt kann sich also vor allem für Personen lohnen, die selten erkranken.

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